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Natürlich nicht homophob gemeint: Transparent auf einer AfD-Demo am 30. August 2013 auf dem Münchner Marienplatz (Bild: blu-news.org / flickr / by-sa 2.0)

In zwei Interviews verraten die Sprecher der Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD ihre wahren Ziele.

Von Micha Schulze

Viele fragen sich: Wie kann man sich als Lesbe oder Schwuler ausgerechnet in der Alternative für Deutschland engagieren, die mit homophoben Untertönen Wahlkampf macht, in Baden-Württemberg und Niedersachsen an vorderster Front gegen die Bildungspläne zu Felde zieht und mit Beatrix von Storch eine ausgewiesene Homo-Gegnerin in das Europaparlament schickte? Die Antwort ist jetzt klar: Anders als etwa die LSU, die sich innerhalb der Union beharrlich für LGBT-Rechte einsetzt, wollen die Homosexuellen in der AfD von den eigenen Menschenrechten gar nichts wissen.

Zwei Interviews mit den beiden Anfang Oktober gewählten Bundessprechern Mirko Welsch und Alexander Tassis machen dies deutlich. So sagt etwa Welsch in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit blu-news.org zur Gründung der Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD: "Damit wollen wir vor allem erreichen, dass einerseits die Vorwürfe gegen die AfD, sie sei eine homophobe Partei, aufhören. Zum anderen natürlich auch, um zu zeigen, dass bürgerliche Homosexuelle mit links-grünen Schreihälsen nicht vergleichbar sind."

Beatrix von Storch als "integre, flotte und lustige Person"


Für die Szene-Presse posierten die Mitglieder der Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD mit dem Grundgesetz in der Hand

Damit stellt die von Männern dominierte Gruppierung klar, dass er ihr weniger um programmatische Arbeit innerhalb der AfD und Einsatz für gleiche Rechte geht als vielmehr um Attacken auf den politischen Gegner und Parteiwerbung innnerhalb der queeren Community. "Wir fühlen uns in der AfD so wohl, dass eine solche Gruppe eigentlich von uns aus als nicht notwendig erachtet wird", sagt Welsch. "Das Problem ist aber, dass gerade die Medien und andere Interessengemeinschaften, Vereine und Parteien versuchen, den Menschen bezüglich der AfD etwas einzureden, was nicht der Realität entspricht."

Bereits vor einem Monat hatte Welschs Sprecher-Kollege Alexander Tassis auf vice.com ähnlich Stellung bezogen. In dem Interview unter der Überschrift "Deutsch statt schwul" sprach er sich gegen eine Öffnung der Ehe aus ("Die Ehe soll für Verbindungen zwischen Mann und Frau gelten"), bezeichnete Beatrix von Storch als "integre, flotte und lustige Person", die auch mit ihm als Homosexuellen "kein Problem" habe, und verdammte den Bildungsplan für Baden-Württemberg als "vollkommen abwegig": "Wenn man den Bildungsplan tatsächlich gelesen hat, fragt man sich wirklich, ob der von Irren geschrieben worden ist."

In dem Interview mit vice.com warb Tassis zudem für ein "positives Deutschlandbild": "Diese ewige Opferhaltung und diese ewige Konzentration auf die Nazi-Zeit ist natürlich wichtig aus der Sicht der Opfer. Wir wollen aber keine sein. Wir wollen selbstbewusste Deutsche sein, mit unseren Traditionen." Dies ist dann auch sein Alternativ-Vorschlag zum Bildungsplan in Baden-Württemberg: "Wir wollen das Thema Homosexualität auf traditionelle Art behandeln. Zum Beispiel durch die Nennung von großen Vorbildern aus der deutschen Geschichte. Alexander von Humboldt, Franz Schubert etc.".

David Berger will AfD-Homos integrieren

Unterstützung erhielt die Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD am Sonntag von David Berger, Chefredakteur des schwulen Lifestylemagazins "Männer" aus dem unlängst geretteten Bruno Gmünder Verlag. In einem Beitrag auf The European sprach sich der ehemalige Lektor der Päpstlichen Kongregation für die Glaubenslehre dafür aus, die Homosexuellen in der AfD nicht auszugrenzen – schließlich dulde man in der Community auch Mitglieder der Linkspartei: "Nachdem man allerdings queer Engagierte von den Linken in Vorständen von Homo-Verbänden, -Stiftungen, Aidshilfen und CSD-Vereinen bereits seit Jahren hofiert, kann man den bislang praktizierten Ausschluss der homopolitisch bei der AfD Engagierten aus der 'Gay Society' kaum mehr irgendwie glaubhaft begründen."



#1 FOX-NewsAnonym
#2 GraupeAnonym
  • 09.11.2014, 15:32h
  • Antwort auf #1 von FOX-News
  • Berger, der seine Karriere in der Inquisition machen wollte, hat gespart. Er zahlt keine Kirchensteuer mehr, fühlt sich aber weiter als Katholik.

    Nach dem Bewerben des AfD-Visionen zum sozialen und demokratischen Rechtsstaat, ist er dann wohl wegen der katholischen Suppenküchen aus seinem Laden ausgetreten. Geiz ist geil.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 09.11.2014, 15:33h
  • Antwort auf #1 von FOX-News
  • David Berger ist eine dubiose Figur, denn er hat sich ja nicht von vornhinein als Spion in das Feindeslager eingeschlichen, um uns später davon zu berichten.

    Das war die Identifikation mit dem Aggressor und deshalb Verrat.

    Den üben auch die AFD-Leute aus.

    Auch Verräter können nämlich komisch sein.

    Franz Schubert? Nicht jeder Syphilitiker ist schwul.

    'links-grüne Schreihälse'?

    Obama?

    Joe Biden?

    Cameron?

    Mehrere dutzend US-Höchstrichter?

    Mehrere dutzend Parlamente der demokratischen Welt von Argentinien bis Neuseeland und Norwegen?

    Urkomische doitsche Gartenzwergperspektive.
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#4 TheDad
#5 sushi boyAnonym
  • 09.11.2014, 15:45h
  • Antwort auf #2 von Graupe
  • Ihm geht es um marktgerechte Signale an die gedachte Zielgruppe des Verlages, an den er sich zur Zeit verdingt. Konservativ, ältlich, unbedarft beim Erlangen optischer Genüsse durch die neuen Medien. Dort bekommt man's besser und billiger.
    Pardon, preisgünstiger muss es natürlich heissen.

    In dieser älter werdenden Zielgruppe will er an deren Sparstrümpfe. Gemeinsam altern mit Gmünder und dessen komischer Ästhetik.
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#6 LiebchenAnonym
  • 09.11.2014, 15:48h
  • Antwort auf #3 von goddamn liberal
  • Was ich persönlich von David Berger halte, schreibe ich hier besser nicht hinein, da ich sonst in Konflikt mit dem Gesetz käme.

    Nur soviel: Ich bekomme als schwuler Mann Brechreiz, wenn jemand die AfD mit der Linkspartei in queerpolitischer Hinsicht auf eine Stufe stellt. Wenn er allen Ernstes so tut, als könne man beide als "extreme Randgruppen" tatsächlich miteinander vergleichen.

    Ich bin weiß Gott kein Freund der Linkspartei, aber ich lasse mich im Zweifelsfall als Mitglied der schwulen Community lieber von denen vertreten als von der AfD. Ich erinnere mich noch an Frau Dr. Höll von den Linken, eine äußerst engagierte Kämpferin im Bundestag für unsere Rechte - die leider ihr Mandat abgeben musste.

    Die AfD hingegen ist eine rechtskonservative bis rechtsextreme Partei, in denen Schwule als Feigenblatt höchstens geduldet werden. Lucke und Henkel haben die ELP öffentlich herabgewürdigt, Beatrix von Storch und ihr reaktionäres Netzwerk spucken auf uns. Und der Rest dieser Ansammlung alter zorniger Männer wünscht uns "Kotstecher" sowieso zum Teufel.

    Was um Himmels willen treibt Schwule in die AfD? Masochismus? Der Wille, um jeden Preis als bürgerlicher Arschkriecher auch von den Rechtesten der Rechten "akzeptiert" zu werden? Von was träumen Welsch und Tassis eigentlich nachts???
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#7 jhgkAnonym
  • 09.11.2014, 15:56h
  • Antwort auf #6 von Liebchen
  • Heteros sind so gestört! Die Familie ist bedroht! LOL Eine runde Mitleid für Heten. Schützt Gott ,die ach so Gott gewollte Familie nicht? Sonderrechte für Heteros gibt es doch schon genug.
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#8 BWLerAnonym
#9 janxAnonym
  • 09.11.2014, 16:13h

  • Wir wollen aber keine Opfer sein?? Das ist man entweder oder nicht. So ein Unfug. Sind die meisten inzwischen nicht. Keine Ahnung warum er meint wir wären es. Das wir aus der schlimmen Vergangenheit unseres Landes - ob Nazizeit oder DDR - lernen, ermahnen, erinnern das gehört für mich zu einem positiven Deutschlandbild auf das ich auch - ja - Stolz bin. Die AFD ist aber genau das komplette Gegenteil davon.
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#10 Harry1972Profil
  • 09.11.2014, 16:23hBad Oeynhausen
  • "Nachdem man allerdings queer Engagierte von den Linken in Vorständen von Homo-Verbänden, -Stiftungen, Aidshilfen und CSD-Vereinen bereits seit Jahren hofiert, kann man den bislang praktizierten Ausschluss der homopolitisch bei der AfD Engagierten aus der 'Gay Society' kaum mehr irgendwie glaubhaft begründen."

    Homopolitisch bei der AfD Engagierten?
    Kann dieser Herr Berger überhaupt richtig lesen?

    Die Aussagen dieser beiden AfD Bundessprecher belegen doch ganz klar, daß es diese Homogruppe innerhalb der Partei nur gibt, damit die Partei weniger homophob erscheint und sie innerhalb der Partei sonst keine Notwendigkeit für ihre Gruppe sehen.
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