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Sie weht an jeder Homobar und ziert als Aufkleber unsere Autos: Woher kommt eigentlich die Regenbogenflagge?

Von Dirk Jung

Die Regenbogenfahne steht heute international als farbenprächtiges Symbol für Schwule und Lesben. Bis 1978 galt das Rosa Dreieck als Erkennungszeichen für die Homobewegung. Dem nationalsozialistischen "Rosa Winkel" nachempfunden, verband man damit eher Unterdrückung. Dem setzte der Aktivist Gilbert Baker den Regenbogen entgegen. 1999 schrieb er in einem Artikel des "SF Pride Magazine": "Einige sagen, Hitler entwarf ihn (den Rosa Winkel), um Homosexuelle zu identifizieren und zu stigmatisieren, genauso wie der gelbe Davids-Stern gegen die Juden benutzt wurde. Die Regenbogenfahne kommt von der Seele unserer Leute. Sie zelebriert unsere Verschiedenheit und proklamiert unsere Macht und den Bund mit der Natur."

Mitte der siebziger Jahre wollten Schwule und Lesben nicht mehr auf Macht warten, sie wollten sie sich nehmen. Bakers Begegnung mit Harvey Milk, dem offen schwulen Stadtrat in San Francisco, veränderte sein Leben. Er wurde ein Aktivist der neuen Schwulenbewegung und verbrachte Nächte damit, immer wieder andere Protestbanner für Demonstrationen zu entwerfen. Zu dieser Zeit waren die Rechte der Schwulen in den USA beschnitten, ihr Ansehen durch verschiedene politische Kampagnen getrübt. Nachdem 1977 die alljährliche "Gay Freedom Day Parade" in San Francisco 300.000 Menschen mit dem Aufruf vereinte, sich zu wehren, machte sich Baker an den Entwurf der Regenbogenflagge. Er wollte ein gemeinsames Symbol schaffen.

1978 konnte er zusammen mit Freunden erstmals selbst gefärbte und genähte Flaggen hissen. Damals zeigten sie noch acht Farben: pink, rot, orange, gelb, grün, blau, indigo und lila. In der gleichen Reihenfolge standen die Farben für Sexualität, Leben, Heilung, Sonne, Natur, Kunst, Harmonie und den Geist.

Die "Paramount Flag Company" fertigte die Flagge, musste aber auf eine Farbe verzichten, da sich das von Baker selbst entworfene Pink nicht industriell herstellen ließ. Dem schwulen Sinn für Symmetrie fiel Indigoblau zum Opfer: als Milk 1978 erschossen worden war, wollte man mit den Streifen der Flagge bei der Parade im Jahr 1979 farbenfroh demonstrieren. Sieben Farben ließen sich allerdings nicht gleichmäßig auf die beiden Seiten der Market Street verteilen. Seitdem besteht die Fahne, wie wir sie heute kennen. Sie ist vom "International Congress of Flag Makers" anerkannt.

Für das 25-jährige Jubiläum von Stonewall 1994 kreierte Baker die größte Regenbogenfahne der Welt - eine Meile lang, ca. 3,5 Tonnen schwer und bei der Parade von mehreren tausend Menschen getragen. Heute besteht ein weltweiter Markt für Artikel mit den Regenbogenfarben.

Nicht zu verwechseln ist Bakers Fahne mit der italienischen "Pace-Fahne". Diese Flagge, meist auch mit dem Aufdruck "Peace", zeigt sieben Farbstreifen, die zudem in einer anderen Reihenfolge angeordnet sind. Bekannt wurde die Friedensfahne durch die Proteste gegen den letzten Irak-Krieg.

In der schwulen Szene gibt es neben der Regenbogenfahne noch zwei weitere Banner. Die Bärenflagge von Craig Byrnes ist aus dem Jahr 1995. Mit sieben Streifen in den Farben der auf der Erde vorkommenden Bärenfelle samt einer Tatze steht sie für schwule Männer, die behaarten und beleibten Kerlen den Vorzug geben. Die sechs Jahre ältere Leder- und SM-Fahne von Anthony deBlase hat blaue, schwarze und einen weißen Streifen mit einem roten Herz. Das Zeichen der Liebe symbolisiert hier gegenseitige Achtung und Einfühlungsvermögen.

13. Januar 2005



#1 spankyAnonym
  • 14.01.2005, 03:06h
  • Hallo Ihr Lieben,
    Die Idee die Regenbogenfarben als Zeichen der Verbundenheit, wie bei der Aids-Epidemie gezeigt, ist auch nicht so ganz auf dem "Mist" von Gilbert gewachsen. Wenn Gilbert allerdings ein Adoptivkind der grossen Josephine Baker ist, hat er die Idee einfach ein wenig der Mutter abgekupfert. Josephine hat nämlich bereits 1950 als Zeichen der Zusammengehörigkeit aller Rassen die Regenbogenfibel geschrieben. Ihre 10 Adoptivkinder nannte sie die Regenbogensippe.
    Gruss Spanky
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