Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?2267
  • 13. Januar 2005, noch kein Kommentar

Der Matrose ist der ideale Geliebte. In Gelsenkirchen ist das Stück "Labyrinth", frei nach Jean Genet zu sehen.

Von Carsten Weidemann

Ein Matrose, der keine Vergangenheit hat. Er ist jung und schön. Sein Haar ist lockig. Seine Muskeln hart und geschmeidig. Kurz: der ideale Geliebte. Eine Rose steckt in seinem Ledergürtel ...

So beginnt Jean Genets Libretto zu dem Ballett "Adame Miroir", nach dem Bernd Schindowski sein neues Ballett "Labyrinth" choreografiert. Als Vorlage diente ihm Jean Genets "Tagebuch eines Diebes".

Der schwule Autor schrieb damals selbst über den Matrosen: "Adame Miroir" betreibt, nicht nur auf der Ebene des Wort– und Silbenspiels ein Vexierspiel mit dem Betrachter. So wie "Adame" hermaphroditisch zwischen Adam und Madame, Mann und Frau, Adam und Eva schwankt, wirft uns der Spiegel / Miroir immer wieder zurück auf uns selbst, schickt uns auf labyrinthische Befragungen des Selbst nach dem "Was bin ich?", "Was sieht mich da an?" und "Was ist wirklich?". Und der Matrose? Er begibt sich in einen Spiegelpalast, eine Jahrmarktsattraktion, "deren Inneres ein Labyrinth aus gläsernen Wänden ist - teils Spiegel, teils durchsichtige Scheiben. Hat man gezahlt, so kann man eintreten. Die Frage ist nur, wie man wieder hinausgelangt."

Für die Raum- und Objektfindungen ließen sich Bernd Schindowski und sein Bühnenbildner Manfred Dorra von der Sammlung kinetischer Kunst des Gelsenkirchener Museums in Buer inspirieren.

Besonderes faszinierend sind dabei die Spiegelobjekte des Gelsenkirchener Künstlers Many Szejstecki. Es sind Objekte, die die Unendlichkeit widerspiegeln - und wie geschaffen scheinen, um Jean Genets facettenreiche Geschichte aufzunehmen.

Getanzt wird dabei auf die titelgebende Komposition von Alfred Schnittke: "Labyrinthe". Der blonde Hühne Bogdan Khvoynitskiy tritt als Matrose auf, der taiwanesische Tänzer Min-Hung Hsieh als sein narzistisch homoerotisches Spiegelbild.

Termine:
15.01., 19:30h (Premiere) / 23.01., 18:00h / 10.02., 19:30h / 12.02., 19.30h / 11.03., 19:30h / 18.03., 19:30h / 06.04., 19:30h / 07.04., 19:30h

Veranstaltungsort:
Musiktheater im Revier, Kennedyplatz, 45881 Gelsenkirchen, Tel. (0209) 40 97-200

13. Januar 2005