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"Hidden Agenda" beklagt

FAZ hetzt erneut gegen Schulaufklärung


Die FAZ hat Lesben, Schwule und Transgender auf dem Kieker: Werbemotiv für die Zeitung mit Florian Henckel von Donnersmarck (Bild: Scholz & Friends)

"Kinder sind seit Jahren die Versuchsobjekte der Gender-Theorie", behauptet Redakteurin Heike Schmoll auf der Titelseite. "Das wird sorgsam vernebelt."

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat am Dienstag erneut Kritik an vermeintlichen Trends in der Aufklärung von Kindern geübt – und damit der homophoben Bewegung gegen Bildungspläne, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zum Thema machen wollen, den Rücken gestärkt.

Zunächst beklagt FAZ-Redakteurin Heike Schmoll, zuständig für die Ressorts Bildung und Theologie, in dem Leitartikel, dass man als "homophob und reaktionär" gelte, sobald man "staatlich verordnete Gender-Theorien in der Kita oder im Schulunterricht" kritisiere. Sie unterstellt, die Kritik komme hauptsächlich von Eltern und habe nicht zum Ziel, "die Gleichstellung der Geschlechter und unterschiedlichen Lebensformen in Frage zu stellen", erst recht gehe es nicht darum, "einzelne Formen von Sexualität zu stigmatisieren."

"Folgen für die Bindungsfähigkeit von Kindern"


Heike Schmoll bekam für ihren Kommentar einen Leitartikelplatz auf der FAZ-Titelseite freigeräumt

Mit dieser Reinwaschung von homophoben Bewegungen wie "Demo für alle" im Rücken holt Schmoll dann aus: "Die Ziele des sogenannten Gender-Mainstreaming sind den Eltern noch viel zu wenig bekannt." Dabei brächten die Lehrpläne aus Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen "in einer selten aggressiven Form zutage, was sonst in einer 'hidden agenda' begrifflicher Nebelkerzen und Anglizismen verdeckt bleibt."

Was genau das Ziel dieser "hidden agenda" sein soll, lässt Schmoll dabei im Bereich des Bedrohlich-Ungefähren. "Das Kindeswohl spielt dabei nicht die entscheidende Rolle", kritisiert sie das Gender Mainstreaming und befürchtet "Folgen für die Bindungsfähigkeit von Kindern". Es werde zu wenig "offengelegt", wie sich das im Kindergarten auswirke. "Es geht nämlich um mehr, als Mädchen aus der Puppenecke und Jungs aus der Baukastenecke zu locken."

Eine solche Offenlegung startet aber auch Schmoll nicht, denn sie bemüht nur die Theorie: "Anhänger der Gender-Theorie nehmen an, dass sich das biologische Geschlecht bis zur Belanglosigkeit dekonstruieren lässt. Geschlechtsunterscheidungen wären dann nur die Ergebnisse sozialer Prägung, in den Augen der Gender-Theoretiker geradezu gewaltsame Zuschreibungen von Identität, häufig unter dem Diktat der Heterosexualität."

Unter Bezug auf Judith Butler schließt sie: "Ziel einer solchen Erziehung wäre, dass jeder Einzelne seine geschlechtliche Identität am Ende aus einer Vielzahl von Auswahlmöglichkeiten herauszufinden vermag."

Die dritte Attacke der FAZ gegen Bildungspläne


Eine Karikatur zum FAZ-Artikel "Angst vor 'Pornografisierung' der Schule", der ebenfalls heute erschien, zeigt die vermeintlichen Folgen der Bildungspläne (Bild: Screenshot faz.net)

Bereits Mitte Oktober war ein FAZ-Artikel mit dem Titel "Unter dem Deckmantel der Vielfalt" mit viel Homophobie und vielen Verdrehungen gegen Schulaufklärung zu Felde gezogen, eine Woche später durfte erneut ein Autor vor "Umerziehung der Gesellschaft" und einer "Förderung von Kindesmissbrauch" warnen (queer.de berichtete).

Beide Artikel werden wie einige weitere aus den letzten Wochen von Bildungsplangegnern fleißig geteilt. Die Initiative "Schützt unsere Kinder" veröffentlichte am Dienstag bereits Auszüge aus dem neuen FAZ-Artikel. "Sehr selten wurden die Eltern, die gegen die rot-grünen Bildungspläne in BW, NRW und Niedersachsen protestieren, derart in Schutz genommen", kommentiert die Initiative.

Nach etlichen Demonstrationen in Stuttgart hatte sich die homophobe Bewegung zuletzt breiter aufgestellt. Am kommenden Samstag demonstrieren "Besorgte Eltern" zusammen mit Jürgen Elsässer vom rechten Magazin "Compact" in Dresden (queer.de berichtete), für den Samstag danach hat die "Initiative Familienschutz" zu einer "Demo für Alle" in Hannover aufgerufen (queer.de berichtete). In beiden Städten sind Gegenproteste geplant (queer.de berichtete). (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 TimonAnonym
  • 11.11.2014, 15:04h

  • Die FAZ muss ja echt verzweifelt sein, dass sie auf dieser rechtspopulistischen Schiene fahren muss, um sich noch zu verkaufen.

    Dass die dafür sogar noch Fakten verdrehen und lügen, zeigt wie tief die FAZ gesunken ist.
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#3 KirchenaustrittAnonym
  • 11.11.2014, 15:10h
  • Heike Schmoll bestand 1981 sie am neusprachlichen Bunsen-Gymnasium in Heidelberg das Abitur. Anschließend studierte sie Germanistik und Evangelische Theologie (Lehramt und Volltheologie) an der Universität Heidelberg.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 11.11.2014, 15:37h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • So ist es wohl.

    Zumal Frau Schmoll, die immer gerne nach der Elite schreit, ihre wirre Verschwörungstheorie vollständig von Gabriele Kuby übernimmt.

    Was ja nicht unbedingt eine saubere Quelle ist.

    Die ist eher braun - mit schwarzen Einsprengseln, die den eigentlichen Urheber überdecken sollen.
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#5 RalfAnonym
  • 11.11.2014, 15:42h
  • Für Bildung und Theologie ist die Dame zuständig? Einerseits also für die Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, andererseits für die Vermittlung altorientalischer Mythologie und Märchen um einen nicht näher bekannten Wanderprediger... Wie vereinbart sich das? Das ist ja wie jemand, der gleichzeitig an der Universität Medizin lehrt, aber im Internet Nashornpulver zur Heilung von Krankheiten empfiehlt. Pervers. Wissenschaft und Esoterik sind nun mal unvereinbar. Versucht man's trotzdem, kommt Schwachsinn raus. Die FAZ hat sich aus dem Kreis der seriösen Presse verabschiedet. Das allein wäre für sie nur blamabel und für die Gesellschaft nicht schlimm. Dass die FAZ sich aber zunehmend zum Sprachrohr einer menschenverachtenden extremistischen Ideologie macht, birgt Gefahren für das gedeihliche Zusammenleben der verschiedenen Gruppen in unserem Lande.
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#6 le petit princeAnonym
#7 LIberalerAnonym
  • 11.11.2014, 16:09h

  • Total daneben und uninformiert. Einen Moment hatte ich den Eindruck, es handele sich um ein Pseudonym von Frau von Storch. Reaktionär.
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#8 sperlingAnonym
  • 11.11.2014, 16:31h
  • eine kleine, aber gefährliche, psychisch kranke minderheit, die im hintergrund ihre fäden zieht und alle gesellschaftlichen bereiche heimlich infiltriert, mit erheblichen geldmitteln ausgestattet und von der öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, um die gesunde identität des volkes zu zerstören.

    hab ich irgendwo schon mal gehört.
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#9 GeorgGAnonym
  • 11.11.2014, 16:33h
  • Heike Schmoll ist theologisch geprägt durch den erzkonservativen Wolfhart Pannenberg.

    Sie ist Mitglied der Église reformée de France und ist Gegnerin der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Am 5. Juni 2002 verlieh ihr die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde.

    aus: Wikipedia
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#10 userer
  • 11.11.2014, 17:09h
  • Antwort auf #3 von Kirchenaustritt
  • Danke, genau, die Dame kommt aus Baden-Württemberg (1962 geb. in Villingen). Diese Religionspsychopathen mischen eben doch überall an vorderster Front mit.

    Denn:
    "Sie setzte ihr Studium als Stipendiatin des Evangelischen Stifts Tübingen ... fort."

    Und:
    "Bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) ist sie zuständig für Schul- und Hochschulpolitik sowie Fragen der wissenschaftlichen Theologie."

    'Wissenschaftliche Theologie' ... ein Oxymoron.

    Informationen lt.:
    de.wikipedia.org/wiki/Heike_Schmoll
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