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Volker Beck hat sich für Fehleinschätzungen in der Frühphase der Grünen entschuldigt (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung)

Der grüne Vorkämpfer für LGBT-Rechte bedauert, dass er bei der Debatte um Kinder-Sex in den Achtzigerjahren einigen Irrtümern aufgesessen sei.

Nach der Vorstellung des Berichts "Die Grünen und die Pädosexualität" am Mittwoch hat sich der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck erneut für seine Haltung zum Thema während der Achtzigerjahre entschuldigt: "Wir, und damit meine ich die Schwulen innerhalb und außerhalb der Grünen, haben damals viele Fehler gemacht", erklärte Beck in der "Berliner Zeitung". Er bezog sich dabei ausdrücklich auf einen unter seinem Namen erschienenen Beitrag im Buch "Der pädosexuelle Komplex". "Mein eigener Textbeitrag muss sich in den Augen der Opfer schrecklich lesen. Ich hätte ihn besser nie geschrieben und habe mich dafür entschuldigt. Ich kann das nur wiederholen", so Beck.

Beck erklärte, dass er sich in den Achtzigerjahren erst später mit dem Thema eingehend beschäftigt und dann festgestellt habe, wie kinderfeindlich die damalige Position gewesen sei: "In der Auseinandersetzung um die Streichung des §175 hielt ich es noch für möglich, dass auch darüber hinaus Dinge bestraft werden, die nicht bestraft gehören. Erst nach der späteren Lektüre von Berichten, die Opferverbände wie Wildwasser und Zartbitter veröffentlicht hatten, wurde mir klar, dass wir eine klare Grenzziehung im Sexualstrafrecht brauchen, um Kinder zu schützen".

Aufarbeitung vorgelegt

Die Grünen hatten den Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter im vergangenen Jahr damit beauftragt, die Pädo-Debatte innerhalb der Partei aufzuarbeiten. Eine Kurzfassung des Berichts veröffentlichte die Partei am Mittwoch auf ihrer Website. Darin wurde zur Entlastung der Grünen auch erklärt, dass die Positionen zu dieser Zeit wenig Widerstand von Juristen, Sozialwissenschaftlern, Soziologen und Pädagogen erfahren hätten – und dass die Debatte um Legalisierung von Kinder-Sex Anfang der Achtziger nicht von den Grünen, sondern von der FDP begonnen wurde.

Im Bundestagswahlkampf 2013 schadete die Debatte den Grünen dennoch erheblich – ebenso wie der "Veggie-Day". Die Partei, die nach Fukushima im Umfragen teilweise vor der SPD lag, verlor sogar noch mehr als zwei Prozentpunkte und zog als kleinste Fraktion in den Bundestag ein.

Die Union hatte damals beide Themen erfolgreich in ihrer Kampagne genutzt und ging auch persönlich gegen Volker Beck vor: So wurde der schwule Politiker vom damaligen CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt als Vorsitzender der "Pädophilen-AG" bezeichnet (queer.de berichtete). Das wurde Dobrindt zwar später von einem Gericht untersagt – allerdings erst nach der Bundestagswahl (queer.de berichtete).

Franz Walter: "Aus taktischen Gründen bestimmte Zugeständnisse"

Politikwissenschaftler Walter hatte in seinem Bericht unter anderem geschrieben, dass Beck ebenso wie Günter Dworek innerhalb der Grünen "auf eine Distanzierung der vorherigen Positionen" bei Pädosexualität gedrängt habe, allerdings hätten die beiden "aus taktischen Gründen bestimmte Zugeständnisse" gemacht – so stellten sie etwa die generelle Absenkung der Schutzaltersgrenzen in Aussicht, erklärten dieses Ziel aber gegenüber einer Reform des Schwulenparagrafen 175 für zweitrangig.

Walter kritisierte in dem Text auch, dass die Empörung über die Grünen insbesondere aus der Union im vergangenen Jahr opportunistisch gewesen sei: "Die CDU, die bis zum Tag der Bundestagswahl geradezu im Zustand der Dauerempörung war, allen voran ihr hessischer Landesverband, gab mit Blick auf die schwarz-grüne Koalitionsoption in Hessen die scharfe Kritik an den Grünen auf", heißt es in dem Text. (dk)



#1 Harry1972Profil
  • 13.11.2014, 13:51hBad Oeynhausen
  • Waaaas?

    Ich entdecke einen Artikel, der noch nicht kommentiert wurde?
    Wo ist denn das Volker-Beck-Groupie?

    Ich wünschte, die Kirchen würden sich auch mal entschuldigen, zumal bei denen tatsächlich Kinder missbraucht worden sind.
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#2 Schwarz-GrünAnonym
#3 sperlingAnonym
  • 13.11.2014, 15:04h
  • Antwort auf #1 von Harry1972
  • es gab da was von seiten der rkk. wenn ich mich richtig erinnere, hieß es sinngemäß: "tut uns leid, dass durch diese vorfälle der ruf der kirche gelitten hat." die opfer taten ihnen nicht ganz so leid wie sie selbst.

    aber bevor ich mich hier in sarkasmus reinsteigere, müsste ich noch mal gründlicher recherchieren.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 FOX-NewsAnonym
  • 13.11.2014, 15:32h

  • Dieser Mensch ist einfach ein Lügner. Jetzt streut er seine Schuld auf 'homosexuelle außerhalb der Grünen'. Statt zu seiner Schuld zu stehen, versucht er auf andere zu zeigen. Eine widerliche Person.
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#7 GeschichteAnonym
  • 13.11.2014, 15:45h
  • Du hast echt keinerlei Ahnung von schwuler Geschichte oder? Natürlich wurde das Thema intensiv in der Schwulenbewegung diskutiert - und zwar weit in die 90er Jahre hinein. Wegen genau dieses Themas hat sich doch der BVH so zerlegt und dann schließlich aufgelöst.
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#8 GeorgGAnonym
#9 FOX-NewsAnonym
#10 nomen omenAnonym