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  • 14.11.2014           3      Teilen:   |

Neues Box-Set "Live in Berlin. A Film By Anton Corbijn"

Die perfekte Band: Depeche Mode

Artikelbild
Im vergangenen November ließen Depeche Mode zwei ihrer Konzerte in der Berliner o2-World mitschneiden - aus den beiden Auftritten formte Star-Fotograf und -Regisseur Anton Corbijn einen zweistündigen Konzertfilm: "Live in Berlin"

Mit der "Delta Machine Tour" spielten die drei Briten 106 Shows in 32 Ländern – doch Live-Album und Konzertfilm entstanden in Berlin.

Von Michael Thiele

Es wird wohl niemand behaupten, dass Konzertmitschnitte von Depeche Mode eine Seltenheit seien. Gab es doch in den letzten dreizehn Jahren keine einzige neue Platte der britischen Elektronik-Heroen ohne eine begleitende Tour, die gefilmt und als solche gewissermaßen noch einmal verkauft wurde. Die entsprechenden Veröffentlichungen stehen also in dem Ruf, eher aus kalkulierter Geschäftemacherei denn aus künstlerischer Notwendigkeit entstanden zu sein.

Was also hat der neue Depeche-Mode-Mitschnitt "Live in Berlin" angesichts der anhaltenden Kommerzialisierung zu bieten? Zumal er das Trio unterwegs mit seinem 13. Album "Delta Machine" zeigt – eine Platte, die als elektronisch roh und bluesig, vor allem aber als hitarm und medioker in die Bandhistorie eingegangen ist. Immerhin, etwas scheint diesmal anders zu sein, denn im Untertitel heißt es vollmundig "A Film By Anton Corbijn". Damit muss sich "Live In Berlin" auch am ersten und bis heute berühmtesten Konzertfilm der Band, "101" aus dem Jahr 1989, messen lassen.

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Eine Referenz an die deutschen Fans

Das Boxset "Depeche Mode Live In Berlin" besteht aus zwei DVDs, einer Doppel-Live-CD sowie der 13. Studioplatte "Delta Machine"
Das Boxset "Depeche Mode Live In Berlin" besteht aus zwei DVDs, einer Doppel-Live-CD sowie der 13. Studioplatte "Delta Machine"

Mit der "Delta Machine Tour" waren Depeche Mode fast ein Jahr lang unterwegs und spielten in 32 Ländern 106 Shows vor 2,4 Millionen Menschen. Dass sie sich für Deutschland und Berlin als Aufzeichnungsort entschieden haben, ist nur folgerichtig: Der deutsche Musikmarkt ist einer der wichtigsten, die deutschen Fans und Depeche Mode sind besonders eng miteinander verbunden, das Anfang 2013 veröffentlichte "Delta Machine" lief hier sehr gut im Gegensatz zu Großbritannien, dem Heimatland der Band. Die größte Halle der Hauptstadt war an zwei Abenden ausverkauft, obwohl Depeche Mode erst wenige Monate zuvor im Olympiastadion gastierten.

Auf der Berliner Setlist standen 21 Titel, darunter natürlich viel Material von "Delta Machine", wobei Stücke wie "Soothe My Soul" und "Should Be Higher" live deutlich kraftvoller und düsterer wirken und also an Intensität gewinnen. Erfrischend ist die Rückkehr von "Black Celebration", "Policy Of Truth" und "Shake The Disease" auf den Spielplan, letzteres als unerwartet intime Klavierballade.

Die vom Haus- und Hoffilmemacher der Band, Anton Corbijn, produzierten Visuals sind überwiegend gelungen. Herrlich ironisch sind die süßen Hunde bei "Precious", einen veritablen Gänsehautmoment gibt es bei "Halo". Depeche Mode spielen den Klassiker aus dem Jahr 1990 in der sphärischen Goldfrapp-Version, auf der Leinwand wandert Johanna Wokalek durch Berlin. Entrückte Schwarzweißbilder, die dadurch gekrönt werden, dass Wokalek plötzlich live auf dem Konzert ist und sich im Outfit aus dem Clip unters Publikum mischt, aus dem sie wiederum heraussticht wie ein verloren gegangenes Alien. Einen Dämpfer bekommt die Show-Dramaturgie durch drei hintereinander gespielte Balladen, zumal es sich um so epigonale Stücke wie "The Child Inside" und "But Not Tonight" handelt.

Vimeo | Trailer zum Album

Corbijn als rasender Reporter

Was aber macht der Mitschnitt zum Film? Spätestens nach jedem dritten Song folgt eine Interview-Sequenz. Corbijn hat Fans vor der Halle, Wegbegleiter, Live-Musiker und vor allem die Band selbst befragt, und zwar an verschiedenen Orten getrennt voneinander – Keyboarder Andy Fletcher sieht man vor der Berliner Gedächtniskirche, Sänger Dave Gahan sitzt in New York City. Diese Interviews wirken insgesamt etwas bemüht, ihr Mehrwert ist nicht immer ersichtlich. Man plaudert etwa über diese Tour und die vergangenen Reisen, wobei Dave nicht müde wird zu betonen, wie gut Songwriter Martin Gore und er sich diesmal verstünden. Vor allem letzterer kann hier punkten, wenn er von seinen skurrilen Erlebnissen in der einst geteilten Stadt berichtet.

Bemerkenswert ist, wie die drei Männer live agieren. Dave gibt einmal mehr den Macho, die Diva, die Tunte, er windet sich, wirkt wie weggetreten, stolziert dann wieder größenwahnsinnig und eitel, ist schmierig und grandios, sich ohnehin mit jedem Lied mehr entkleidend, lässt er unter dem Jubel der Massen halbnackt die Hüften kreisen. Andy gibt den wohlstandsbauchigen Tastenmann im Hintergrund, dessen Anwesenheit nicht zwingend nötig erscheint. Während Martin in seinem glänzenden, blau karierten Anzug als einigermaßen extravagant ins Auge fällt, zugleich aber gewohnt scheu ist. Er wirkt wie eine reziproke Mischung aus Dave und Andy – als genialer Songwriter ist er zwingend notwendig, auf Daves Showeinlagen verzichtet er.

Tatsächlich gleichen Dave, Andy und Martin einem Dreieck. Aufeinander bezogen und voneinander abhängig, bilden sie die perfekte Band. Das illustriert auf unterhaltsame Weise das Album "Live in Berlin", das ansonsten nicht an das ästhetisch überwältigende, die Band unmittelbar vor ihrem endgültigen Durchbruch porträtierende "101" herankommt, aber weitaus origineller ist als die jüngsten Konzert-Mitschnitte.

Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Album und Bestellmöglichkeit bei Amazon
» Homepage von Depeche Mode
» Fanpage auf Facebook
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Tags: depeche mode, anton corbijn, live in berlin
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Reaktionen zu "Die perfekte Band: Depeche Mode"


 3 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
14.11.2014
14:19:50


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Coole Band und coole Mucke!


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#2
15.11.2014
00:49:17
Via Handy


(-4, 4 Votes)

Von blabla


Seit wann ist denn Anton Corbijn schwul? Spitzenmäßig recherchiert....


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#3
15.11.2014
00:50:27


(+4, 4 Votes)

Von Berlinerin


ich war dabei :-)


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