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Berlin Die CDU-Spitze hat den CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann wegen seiner umstrittenen Rede zum Tag der Deutschen Einheit mit einer offiziellen Rüge bestraft, ihn gleichzeitig vom Innen- in den Umweltausschuss des Bundestages strafversetzt. Hohmanns Überlegungen zum Thema "Juden als Tätervolk" wurde vom CDU-Bundesvorstand unter Leitung von Parteichefin Angela Merkel als "unerträglich" bezeichnet. Seine Ausfälle gegen Homosexuelle hatte die Partei dagegen bislang gedultet.

Erst Ende Juli hatte sich Hohmann in einer Presseerklärung für die "klare Wegweisung" des Vatikans gegen Homosexualität bedankt. Es gelte, "sich dem organisierten Gruppenegoismus der Homosexuellenlobby unzweideutig entgegenzustellen, die das Vatikanpapier als 'Dreistigkeit' bezeichnet hatte", so Hohmann. Dabei sei das Homosex-Papier als "öffentliches Bekenntnis zu Lebensschutz und Zukunftsperspektive für die entwickelten Völker" reine Vernunft, denn "das Einhalten der göttlichen Empfehlungen dient ganz handgreiflich auch dem natürlichen Leben, dem Überleben und dem Fortbestand der unter Geburtendefizit leidenden Völker der Nordhalbkugel".

Im November 2002 erregte er sich über ein Adoptionsrecht für Homo-Paare in Großbritannien. "Die Achse Blair-Schröder und unablässigen Aktivitäten der deutschen Homosexuellenlobby zur Ausweitung ihrer Rechte lassen ähnliche Vorstöße in Deutschland befürchten. Einer solchen Denaturierung des Leitbildes der Familie muss mit 'aktiver Zivilcourage' begegnet werden." Hohmann ließ offen, wie diese "Zivilcourage" aussehen könnte, erwähnte jedoch in der Pressemitteilung: "Abschließend warnt Hohmann ausdrücklich davor, Homosexuelle zu missachten. Hohmann betont, Homosexuellen stünde jederzeit die Umkehr zu einem Leben nach Gottes Geboten offen."

Zur Bestätigung der Homo-Ehe durch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe äußerte Hohmann: "Noch vor wenigen Jahren wäre ein solches Lebenspartnerschaftsgesetz ebenso undenkbar gewesen wie sein Abnicken in Karlsruhe. Was im Zuge der 'sexuellen Befreiung' als nicht ernst gemeinte Provokation aus 68er Zeiten bis heute überdauerte, hat Bundeskanzler Schröder als 'kostenneutrales Gedöns' dem grünen Koalitionspartner zugestanden. Die verheerenden Folgen der damals proklamierten 'sexuellen Befreiung' sind heute vielfältig greifbar."

In einer Zwischenfrage an seinen ähnlich denkenden CSU-Kollegen Norbert Geis bei der Debatte über die Homo-Ehe im November 2000 im Bundestag fragte er in einem Zwischenruf: "Können Sie bestätigen, dass in den Offenbarungsschriften aller drei großen monotheistischen Religionen ein klares Unwerturteil über Homosexualität als solche ausgesprochen wird?" Geis konnte. All diese Zitate stammen aus Artikeln, die Hohmann auf seiner Homepage veröffentlich hat. Selbst mit der Parlamentszwischenfrage brüstet er sich - zurückgenommen hat er bisher nichts.

Auch von seiner Kritik an einer "multikulturellen Gesellschaft", an der "schädlichen Pornografie" und vielen weiteren brisanten Aussagen ist er nicht abgewichen. Seine Homepage verweist auf die Homepage des Arbeitskreises Konservativer Christen, für die Hohmann auch einige Beiträge verfasst hat. Dort finden sich, unter anderem in dem gleichsetzenden Bericht "Homosexualität und Päderastie", auch Sätze wie: "Der totale Einbruch zur Normalisierung abartiger Verhaltensweisen ist mit der Homo-Ehe gelungen". (nb)
3. November 2003



#1 Christoph Schuke - Schwusos HessenAnonym
  • 04.11.2003, 22:10h
  • Spricht Hohmann für die CDU?

    Zu der Rede des Fuldaer CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann vom 3. Oktober 2003 erklären die SCHWUSOS Hessen (Lesben und Schwulen in der SPD):

    Mit seinen jüngsten antisemitischen Ausführungen dehnt der Abgeordnete seine blindwütigen, gehässigen Ausfälle gegen Türken, osteuropäische Länder, freigeistige und homosexuelle Landsleute usw. auf Juden aus. In selbstgerechter Manier versucht er, die deutsche Kollektivverantwortung für die Greuel des Nationalsozialismus zu relativieren und plädiert für eine auf sich selbst bezogene, in jeder Hinsicht ausgrenzende Gesellschaft.
    Diese fundamentalisisch-rechtskatholische Ideologie konnte Martin Hohmann bislang in seiner Partei wie der Öffentlichkeit weithin ungestört propagieren. Auch als er indirekt für die Wiederaufnahme der Schwulenverfolgung eintrat, waren neben den hessischen SCHWUSOS (siehe
    www.schwusos-hessen.de/News/Aktuelles_aus_Hessen/Hessen_CDU/
    hessen_cdu.html

    )
    nur wenige empörte Stimmen zu vernehmen.
    Die antisemitischen Ausfälle sind keine einmaligen Entgleisungen, sondern gehören in ein nationalistisch-rechtskonservatives Umfeld (z.B. der Arbeitskreis konservativer Christen), das traditionell gesellschaftliche Minderheiten wie Juden und Homosexuelle diskriminiert, diffamiert und Verfolgung zumindest billigend in Kauf nimmt.
    Da die „Entschuldigung“ des Abgeordneten nur als Hohn aufgefaßt werden kann und Martin Hohmann jedwedes Unrechtsbewußtsein fehlt, fordern die hessischen SCHWUSOS Partei und Fraktion der CDU auf, nach der notwendigen Zurechtweisung in der Sache nunmehr auch personelle Konsequenzen zu ziehen, um weiteren Schaden für unsere Demokratie zu vermeiden.

    Frankfurt am Main, 4. November 2003
    Christoph Schuke
    Landesvorsitzender der SCHWUSOS Hessen (Lesben und Schwule in der SPD)
    Landessprecher LSVD Hessen
    Kölner Straße 42
    60327 Frankfurt am Main
    schwusos-hessen@gmx.de
    www.schwusos-hessen.de
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#2 GerdAnonym
  • 12.11.2003, 20:55h
  • Der Kerl hat doch ein ernsthaftes Problem mit seiner eigenen Männlichkeit!
    Ich plädiere für eine Einweisung ;-)
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