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  • 15.11.2014           55      Teilen:   |

Auftritt vor Gleichstellungsgegnern

Sarkozy will Ehe-Öffnung rückgängig machen

Artikelbild
Sarkozy am Samstag

In einer Debatte sagt der ehemalige Präsident Frankreichs erstmals, dass er Schwulen und Lesben das Recht auf eine Eheschließung wieder nehmen würde.

Die Massenbewegung gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich hat am Samstag ihren bisher größten Erfolg gefeiert: Der ehemalige Präsident Nicolas Sarkozy hat bei einer Debatte erstmals angekündigt, dass er schwulen und lesbischen Paaren wieder das Recht auf Ehe entziehen würde.

Bisher hatte Sarkozy zwar immer wieder die Ehe-Öffnung kritisiert, war Fragen zu einer Abschaffung aber ausgewichen. Bei der Debatte am Samstag mit den beiden anderen Bewerbern um den Parteivorsitz hatte Sarkozy zunächst von Änderungen am Gesetz gesprochen, war dann aber vom Saal ausgebuht worden.

Zu der Veranstaltung hatte die Organisation "l'association Sens commun" ("gesunder Menschenverstand") eingeladen. Dahinter steckt eine Denkfabrik, die mit dem rechten Flügel der Partei assoziiert ist und von Personen gegründet wurde, die an den "Demos für alle" teilgenommen hatten. Die ehemalige prominenteste Sprecherin der Bewegung, Frigide Barjot, saß bei der Debatte in der ersten Reihe.

"Das Taubira-Gesetz muss von oben bis unten neu geschrieben werden", sagte Sarkozy zunächst. "Wenn sie es bevorzugen, gesagt zu bekommen, dass wir es aufheben müssen, um ein neues Gesetz zu machen: Das bedeutet im Französischen das gleiche."

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Gegen Adoptionsrecht

Die Ankündigung Sarkozys wurde am Samstagabend das Top-Thema auf den meisten Nachrichtenseiten Frankreichs
Die Ankündigung Sarkozys wurde am Samstagabend das Top-Thema auf den meisten Nachrichtenseiten Frankreichs

Später sagte Sarkozy, dass es keinen Sinn mache, "gegen Leihmutterschaft zu sein, wenn wir nicht das Gesetz aufheben. Mit der Ehe für Alle ist eine Unterscheidung zwischen Ehe und Elternschaft nicht möglich."

Sarkozy befürwortet stattdessen zwei verschiedene Rechtsinstitute: die Ehe für heterosexuelle Paare, ein weiteres für homosexuelle. Ein in der derzeitigen Ehe für Alle enthaltenes Adoptionsrecht hat er nicht im Sinn: "Das Recht auf ein Kind ist verrückt. Es gibt kein Recht auf ein Kind, es gibt ein Verlangen nach einem Kind."

Ihn störe "das andauernde Eindringen von Sexualität in die öffentliche Debatte", so Sarkozy weiter. Auch kritisierte er, dass die Bewegung "Manif pour tous" von Medien verteufelt werde. Zugleich beteuerte der Ex-Präsident, dass man sich seine Sexualität nicht aussuche und Schwule und Lesben das Recht auf ihre Liebe und ein Recht auf rechtliche Anerkennung hätten. Das französische Pendant zur eingetragenen Lebenspartnerschaft, der PACS, reiche dafür nicht aus.

Weiterer Kandidat für Aufhebung des Gesetzes

Sarkozys Mitbewerber Hervé Mariton hatte bei der Veranstaltung ebenfalls eine Aufhebung der Ehe-Öffnung versprochen. Bruno Le Maire, der sich bei der Abstimmung über die Ehe-Öffnung enthalten hatte, sprach sich hingegen gegen eine Aufhebung des Gesetzes aus und wurde vom Saal ausgebuht.

Sarkozy hatte bereits vor drei Wochen in einem TV-Interview gesagt, dass die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe durch die sozialistische Regierung verletzend für die Gegner der Gleichstellung gewesen sei und diese radikalisiert habe (queer.de berichtete). Wenige Tage zuvor hatte er seine Kandidatur zum Parteichef bekannt gegeben. Die Wahl findet Ende November statt. Es wird vermutet, dass Sarkozy sie nutzen will, um Präsidentschaftskandidat der Partei zu werden. Umfragen zufolge hat allerdings der frühere Premier Alain Juppé derzeit gute Chancen auf das Amt.

Laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFO für das Magazin "Atlantico" sind 68 Prozent der Franzosen für die Ehe-Öffnung und 53 Prozent für ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. (cw)

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Tags: frankreich, nicolas sarkozy, ehe-öffnung
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Reaktionen zu "Sarkozy will Ehe-Öffnung rückgängig machen"


 55 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.11.2014
22:52:03


(+2, 8 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Frankreich braucht keinen tyrannischen Despot als Präsidenten an der Macht. Da ist wohl zuviel von Putin abgefärbt.

Faschistoide Politiker sind zu allem fähig, von Rechtsbeugung bis hin zur Diktatur.
Frankreich kann sich nicht einfach so rückentwickeln.


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#2
15.11.2014
22:58:55


(+7, 11 Votes)

Von Adam


Da will aber einer nun Richtig Billig Stimmen einfangen ..Gott wie erbärmlich ist sowas !!!!


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#3
15.11.2014
23:16:33


(+4, 12 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Aha..
Der Herr zeigt endlich sein wahres Gesicht..

""Mit der Ehe für Alle ist eine Unterscheidung zwischen Ehe und Elternschaft nicht möglich.""..

Seit wann ist Elternschaft von der Ehe abhängig ?

Der Satz will klar machen das LGBTTIQ´s keine Kinder erziehen sollen, keine Familien bilden dürfen..

Wie erbärmlich sich bei verdummbibelten Religioten anbiedern zu müssen um an die Macht zu kommen..

Leute wie Sarkozy verraten die Ideale der Fanzösischen Revolution jeden Tag in dem sie ein öffentliches Amt bekleiden..


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#4
15.11.2014
23:23:50


(-1, 11 Votes)

Von ehemaligem User Adrien


Wirtschafts- und Identitätskrise, Bedeutungsverlust des Landes. Der schützende Staat, das engmaschige soziale Netz, der internationale Einfluss, alles schwindet.
Ein wachsender Teil des Volkes sucht Halt in einer vermeintlich guten alten Zeit, wozu u.a. ein traditionelles Familienbild gehört.

Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, wird es voraussichtlich zu einer Entscheidung zwischen Le Pen und Sarkozy kommen. Da kann man sich jetzt umso deutlicher vorstellen, wohin die Reise geht.


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#5
15.11.2014
23:25:12


(+4, 10 Votes)

Von audi5000
Aus lindau (Bayern)
Mitglied seit 20.05.2013


das kommt wenn kleine leute nach macht streben! ist putin nicht auch ein erdnuckel?


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#6
15.11.2014
23:27:39


(-2, 10 Votes)

Von m123


Keine Sorge, das französische Verfassungsgericht würde das Vorhaben der rechten Religioten niemals durchgehen lassen.

Alles nur heiße Luft, nix dahinter.


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#7
15.11.2014
23:37:40


(+6, 8 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #6 von m123


Ich fragte mich auch schon, ob das überhaupt rechtlich so einfach wäre.

Allerdings kam mir auch der - womöglich dumme - Gedanke, dass ein solcher "Warnschuss" vielleicht sogar einmal nötig wäre, damit die 68%, die angeblich für die Ehe sind, auch mal wahrnehmen, dass wir LGBT täglich aufs Neue um unsere Rechte kämpfen und um Errungenes zittern müssen.

Es muss aufhören, dass unsere Rechte nur die Contra-Seite mobilisieren. Die Pro-Seite muss (zumindest in Teilen) endlich erkennen und entscheiden, ob ihnen ihr Geldbeutel oder Menschenleben mehr wert sind.


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#8
15.11.2014
23:54:45


(-2, 6 Votes)

Von ehemaligem User Adrien
Antwort zu Kommentar #6 von m123


Auch zu Nr. 7.

Da wäre ich mir nicht so sicher.
Das Verfassungsgericht hatte zwar bestätigt, dass das entsprechende Gesetz von 2013 nicht gegen die Verfassung verstößt, allerdings gibt's eine ältere Entscheidung, wonach der Gesetzgeber homosexuelle Paare von der Ehe ausschließen darf.
Wenn es zur Aufhebung des Gesetzes käme, dürften bereits bestehende Ehen Bestandsschutz haben.


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#9
16.11.2014
00:01:08


(+7, 9 Votes)

Von Fennek


Faschist!

Es ist das eine, etwas nicht einführen zu wollen, aber das andere, geltendes Recht wieder rückgängig machen zu wollen und wieder diskriminieren zu wollen... Der will wohl den Rechtsruck in Frankreich nutzen, um daraus politisch Kapital zu schlagen.


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#10
16.11.2014
00:02:13


(+9, 9 Votes)

Von Finn


Immer mehr Staaten wollen die Ehe öffnen, aber Frankreich will das Rad wieder ins Mittelalter zurückdrehen.


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