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John Smid (rechts) und sein Ehemann Larry McQueen präsentieren stolz ihre Heiratsurkunde

Jahrzehntelang hatte John Smid dafür gekämpft, Homosexuelle zur Heterosexualität zu bekehren. Seit Sonntag ist er in dritter Ehe verheiratet – erstmals mit einem Mann.

John Smid, einst einer der schillerndsten Figuren der Ex-Gay-Bewegung, hat am Sonntag seinen Partner Larry McQueen in der Kleinstadt Hugo im US-Bundesstaat Oklahoma geheiratet. Er gab in einer kurzen Mitteilung an die Presse bekannt, dass er erst mit Larry gelernt habe, was eine echte Beziehung bedeute.

Smid hatte über Jahre die Homoheiler-Gruppe "Love in Action" angeführt und galt als einer der Hauptgegner von LGBT-Aktivisten. Inzwischen setzt er sich für die Gleichbehandlung von Homosexuellen ein.

Sein Lebensweg ähnelt dem vieler fundamentalistischer Homo-Hasser, die mit ihrer eigenen Homosexualität kämpfen: 1980 ließ er sich von seiner ersten Frau scheiden, wollte aber nicht schwul sein. Darum wurde er "wiedergeborener Christ" und setzte sich seither für die "Heilung" von Homosexuellen ein. Er heiratete seine zweite Frau – aber wieder wurde er nicht glücklich. 2011 ließ er sich von ihr scheiden und outete sich öffentlich als schwul – außerdem entschuldigte er sich für die Torturen, die andere Homosexuelle wegen ihm erleiden mussten (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr zog er mit seinem Freund zusammen.

Smid betrieb einst Umerziehungslager

Smids Gruppe "Love in Action" betrieb auch Umerziehungslager für jugendliche Schwule und Lesben. Sie geriet 2005 in die Schlagzeilen, als ein 16-jähriger Junge aus Tennessee in einem Blog über seine Tortur berichtete (queer.de berichtete).

Das frisch vermählte Paar lebt im Städtchen Paris im US-Bundesstaat Texas, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Oklahoma entfernt. Die beiden heirateten jenseits der Grenze, da Texas die Ehe für Schwule und Lesben noch nicht geöffnet hat.

Derzeit haben 33 der 50 US-Bundesstaaten die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Am Donnerstag um zwölf Uhr mittags (Ortszeit) wird höchstwahrscheinlich South Carolina dazukommen, das von einem Gericht zur Ehe-Öffnung gezwungen worden war (queer.de berichtete). Einer der letzten Versuche der republikanischen Regierung des Bundesstaates, einen Aufschub vor Gericht zu erhalten, ist am Mittwoch gescheitert. South Carolina würde damit einen sehr schnellen Wandel durchmachen: Bis 2003 konnte die gleichgeschlechtliche Liebe noch mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden. (dk)



#1 Robby69Ehemaliges Profil
  • 19.11.2014, 17:45h
  • Schon klar, jetzt - wo er sich selbst als schwul geoutet hat - will er natürlich auch, dass Schwule gleiche Rechte haben. Wirklich "niedlich".
    Aber vorher hat er mit seiner verdammten perversen Homo-Heiler-Organisation massenweise Schwule bis aufs Blut gequält, um Schwule zu Heteros "umzupolen".
    Kann man wirklich nur hoffen, dass er seinem jetzigen Partner gegenüber nicht so ein verdammtes Aas ist, wie er vorher anderen Schwulen gegenüber war.
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#2 ufokoenigProfil
  • 19.11.2014, 18:06hMünchen
  • I don't fucking care about the sudden happiness of this self hating asshole.
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#3 BaksisProfil
  • 19.11.2014, 18:08h
  • Ich hätte keine Gnade mit ihm!
    Nur weil irgendein labiler Junge nicht damit zurecht kommt, dass er auf Kerle steht, mussten andere leider oder was?!

    Null Sympathie!
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#4 FOX-NewsAnonym
#5 Oliver43Anonym
  • 19.11.2014, 18:22h
  • Unglaublich kann ich da nur sagen.

    Zwar hatte ich mein Coming-Out auch erst im Studium an der Uni mit Anfang/Mitte 20 und habe mich nicht getraut, es schon zu Schulzeiten bis zum Abitur zu sagen bzw. dazu zu stehen.

    Aber Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, Homosexualität als Krankheit anzusehen oder noch schlimmer, andere schwule Männer heilen zu wollen.

    Aber wer weiß, wie ich mich entwickelt hätte, wenn ich in den Südstaaten der USA oder in Afrika in einem zutiefst homophoben Umfeld aufgewachsen wäre. Ich hatte nunmal das Glück, in einer liberalen Familie und in einem Deutschland in den 1990er aufzuwachsen und zu studieren, wo eine ganze Generation homosexueller Aktivisten in den 1970er/1980er vor mir gekämpft hatten und mir eine schwule Infrastruktur in den 1990er ermöglichten, wo es schwule Partys, schwule Kneipen und CSDs gab.

    Daher will ich auch den "Stab über John Smid nicht brechen", weil ich selbst nicht weiß, wie ich mich entwickelt hätte, wenn ich in einem zutiefst homophoben Umfeld aufgewachsen wäre.
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#6 BellaDonna
  • 19.11.2014, 18:23h
  • Na ja, geoutet hat er sich ja schon 2011
    Wie auch immer, immerhin hat er eingesehen, dass man sich nicht ewig belügen kann und dass Ehrlichkeit am längsten währt.

    Ich wünsche den Beiden viele gemeinsame glückliche Jahre :)
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#7 gatopardo
#8 daVinci6667
  • 19.11.2014, 18:50h

  • Schwierig, sehr schwierig. Viele mussten wegen ihm völlig unnötig unsägliche seelische Qualen durchleiden. Gerade Jugendliche die von ihren Eltern zu solchen "Therapien" gezwungen wurden tun mir extrem leid.

    Ich und auch andere hier im Forum wissen wie es ist, wenn Erwachsene lauter unrechte Dinge tun und man ihnen als noch Unmündiger praktisch hilflos ausgesetzt ist. Einfach entsetzlich.

    Ich komme zum Schluss mir kein Urteil über diesen Mann fällen zu wollen. Das überlasse ich seinen Opfern, denen ich mich anschliessen werde.
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#9 daVinci6667
  • 19.11.2014, 18:57h
  • Antwort auf #5 von Oliver43

  • "weil ich selbst nicht weiß, wie ich mich entwickelt hätte, wenn ich in einem zutiefst homophoben Umfeld aufgewachsen wäre."

    Egal wie das Umfeld war, starke Menschen finden trotz allem oft zu ihrem Kern, zu ihrem selbst. Starke Menschen erkennen auf diesem Weg auch, wenn sie Hilfe und Unterstützung benötigen. Wer einem homophoben religiösen Umfeld entfliehen muss, bei dem hilft oft nur ein klarer Schnitt mit seiner Vergangenheit und selbstverständlich ein Kirchenaustritt. Das ist auch mein ernst gemeinter und ehrlicher Rat für Dich.
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#10 Oliver43Anonym
  • 19.11.2014, 19:33h
  • Antwort auf #9 von daVinci6667
  • @daVinci6667
    "Wer einem homophoben religiösen Umfeld entfliehen muss, bei dem hilft oft nur ein klarer Schnitt mit seiner Vergangenheit und selbstverständlich ein Kirchenaustritt. Das ist auch mein ernst gemeinter und ehrlicher Rat für Dich."

    ---> Das war ja wieder klar, das du diesen Seitenhieb anbringen mußtest.

    Darauf antworte ich dir aber gern. Als seit nunmehr rund 25 Jahren glücklich geouteter schwuler Mann, der am Standesamt sich verpartnert hat, bin ich gern in meiner Landeskirche der EKD, wo es durch Synodenbeschluss öffentliche Segnungsgottesdienst für verpartnerte homosexuelle Paare gibt und wo homosexuelle Pfarrer mit ihrem Partner im Pfarrhaus wohnen und tätig sein dürfen. In der Tat würde ich mich in der römisch-kaholischen Kirche nicht wohlfühlen, aber in meiner Landeskirche in der EKD läßt es sich sehr gut als verpartnerter schwuler Mann leben.

    Und wenn Du meinst, ein geouteter schwuler Mann, ist nur dann ganz geoutet und glücklich, wenn er Atheist ist und keiner Kirche angehört, so kann ich Dich nur bemitleiden und Dir antworten: Du irrst Dich und hast Unrecht.
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