Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 20.11.2014           4      Teilen:   |

Transgender Day of Remembrance

Internationales Gedenken an Opfer von transphober Gewalt

Artikelbild
Transpersonen sind innerhalb der LGBT-Community die am meisten diskriminierte Gruppe

Am Donnerstag wird zum 16. Mal der Transgender Day of Remembrance begangen.

Von Dennis Klein

In den letzten zwölf Monaten gab es weltweit 226 Morde an transgeschlechtlichen Menschen, so das Ergebnis des Forschungsprojekts "Transrespect versus Transphobia Worldwide". Seit 2008 wurden insgesamt 1.612 transphobe Morde in 62 Ländern registriert. Die Dunkelziffer dürfte aber noch weit höher liegen. Laut einer US-Studie der "National Coalition of Anti-Violence Programs" waren 72 Prozent aller Mordopfer in anti-LGBT-Verbrechen transsexuelle Frauen.

Um an die Opfer der Gewalt zu erinnern, wird bereits seit 1999 am 20. November der "Transgender Day of Remembrance" begangen. Auch in Deutschland gibt es viele Veranstaltungen. So wurde am Morgen eine Regenbogenfahne am Dortmunder Rathaus gehisst, in Erlangen werden am Abend Grabkerzen auf dem Rathausplatz angezündet.

Der Gedenktag wurde von Aktivisten in den USA nach dem Mord an Transfrau Rita Hester im November 1998 ins Leben gerufen. Die Frau wurde in ihrer eigenen Wohnung im Bundesstaat Massachusetts erstochen. Anders als beim Mord des Schwulen Mathew Shepard, der sich nur sechs Wochen vorher ereignet hatte, gab es fast keine Berichterstattung über Rita Hester – der Mord ist bis heute noch nicht aufgeklärt. Trans-Aktivisten beklagten, dass die Öffentlichkeit offenbar wenig Interesse am Tod einer Transfrau hatte, die noch dazu schwarz ist. Sie begannen wenige Tage nach dem Verbrechen mit öffentlichen Aktionen, um auf die Gewalt gegen Transpersonen aufmerksam zu machen. Daraus entwickelte sich eine weltweite Bewegung.

Fortsetzung nach Anzeige


Defizite in Deutschland

Auch hierzulande liegt einiges im Argen. So warf die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Deutschland Anfang des Jahres vor, dass "Diskriminierung und Hass-Vergehen gegen Transgender" zwischen Flensburg und Garmisch immer noch weit verbreitet seien (queer.de berichtete). Auch die Berliner Integrationsstaatssekretärin Barbara Loth (SPD) beklagte am Mittwoch: "Zwar müssen wir in Deutschland keine Mordopfer beklagen. Jedoch sind Selbstbestimmung und ein gewaltfreies Leben für transgeschlechtliche Menschen auch in Mitteleuropa und in Deutschland noch längst kein Standard."

Der Lesben- und Schwulenverband forderte anlässlich des Gedenktages, staatliche Schikanen zu beenden. Transpersonen müssten endlich Zugang zu "geeigneten medizinischen Maßnahmen" haben: "Die oft langwierigen Verfahren bei den Krankenkassen zur Kostenübernahme für geschlechtsanpassende Operationen müssen vereinfacht und beschleunigt werden", so LSVD-Sprecherin Uta Schwenke. Vorbildlich für die rechtliche Anerkennung der Geschlechtsidentität sei Argentinien. Dort könne jeder Mensch die Änderung des Vornamens und des eingetragenen Geschlechts beantragen, wenn diese nicht mit der eigenen Geschlechtsidentität übereinstimmen. "Anders als in Deutschland braucht es dafür keine demütigenden und langwierigen bürokratischen Verfahren mit zwei gerichtlich bestellten Begutachtungen", erklärte Schwenke.

Bei der Sichtbarkeit von Transpersonen ist Deutschland noch nicht so weit wie beispielsweise die USA. Transsexuelle tauchen eher in der sehr leichten Unterhaltung auf, etwa in Form der früheren DSDS-Kandidatin Lorielle London oder der "Prinzessin gesucht"-Kandidatin Sasa. Boulevardzeitungen machen sich zudem gerne über Transsexuelle lustig. In den USA gibt es dagegen inzwischen einige (wenige) transsexuelle Stars wie Laverne Cox aus der Serie "Orange is the New Black", die auch als ernstzunehmende Trans-Aktivistin in Erscheinung tritt. Cher-Sohn Chaz Bono löste seit mit seinem Coming-out als Transsexueller vor fünf Jahren immer wieder aufgeregte öffentliche Debatten aus – und viele Gesetzesintiativen, beispielsweise in Kalifornien, in der die Probleme von Transpersonen gezielt angesprochen werden.

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 4 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 176             5     
Service: | pdf | mailen
Tags: transsexualität, transgender day of remembrance
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Internationales Gedenken an Opfer von transphober Gewalt"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
20.11.2014
15:02:14


(+4, 4 Votes)

Von Asta D


Zum Glück kam es hier noch nicht zu Morden, aber es gibt wohl noch genügend Transfrauen die unter nonverbaler und verbaler Gewalt leiden müssen. Zu Tode kommen aber auch hier noch Transmenschen. Durch die eigene Hand, leider noch immer. Erst letztes Jahr im Herbst geschah es in meinem Umfeld. Das Coming-Out hatte der Transmann leider erst in seinem Abschiedsbrief.

In den USA gibt es aber noch eine weitere Person, die ihr Coming-Out als auch ihre Transition in der Öffentlichkeit hat. Laura Jane Grace, die Sängerin von Against Me!, eine Punk-Band aus den USA, die letzte Jahr hier in Deutschland zum Beispiel auch bei Rock am Ring auftraten. Sie ist ebenfalls sehr aktiv, hat eine eigene kleine Serie auf AOL mit Namen "True Trans" und war vor kurzem in einer Talkshow bei Larry King, der vielen möglicherweise noch von CNN bekannt ist. Auch bei MTV ist sie zu sehen. Und sie war schon bekannt, als sie ihr Coming Out hatte. Da war Against Me! bei Warner Music unter Vertrag.
Aber das beste ist. dass der Großteil ihr Fans zu ihr gehalten habe.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
20.11.2014
15:10:14


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Sie kann ihn leider nicht mehr miterleben:

Link zu www.advocate.com

R. I. P.!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
20.11.2014
16:44:39


(+1, 3 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #1 von Asta D


Zu: Transgender in Rock

Neben Laura Jane Grace (Against Me!) fallen mir spontan noch Jayne County (Electric Chairs; solo), Mina Caputo (Life Of Agony; solo) und Lucas Silveira (The Cliks) ein:

Link:
en.wikipedia.org/wiki/Jayne_County


Link zu www.amazon.de

Link zu www.blabbermouth.net

Link zu www.amazon.de

Link:
abcnews.go.com/Entertainment/story?id=3385577


Link zu www.amazon.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
27.11.2014
22:55:25


(+2, 2 Votes)

Von Fchsiii
Antwort zu Kommentar #1 von Asta D


Es gab in Deutschland diesbezüglich schon Morde, nur nicht dieses Jahr.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 SZENE - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 SZENE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Lady Gaga tritt beim Super Bowl auf Jessica Purkhardt will in den Bundestag Niedersachsen bekommt Beratung für Opfer von rechter Gewalt Nordkirche beschließt Segnung von Homo-Paaren
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt