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Der Münchner Modemacher wurde am Freitag erdrosselt. Selbst Edmund Stoiber trauert.

München Der extravagante Münchner Modedesigner Rudolph Moshammer ist ermordet worden. Der 64-Jährige wurde am Freitagmorgen um 9 Uhr im Wohnzimmer im ersten Stock seiner Villa in Grünwald bei München von seinem Fahrer tot aufgefunden. Moshammer sei kurz nach Mitternach mit einem Kabel erdrosselt worden, so Kriminaloberrat Harald Pickert. Ein Suizid sei ausgeschlossen, ergänzte Staatsanwalt Peter Boie. Die Mordkommission nahm Ermittlungen auf, 20 Polizisten sind im Einsatz, so Pickert in einer Pressekonferenz. Moshammer habe sich am Vorbabend bis 21 Uhr mit einer Bekannten in einem Restaurant getroffen, sei danach allein mit dem Auto weg gefahren und wenig später in der Bahnhofsgegend von München und am Kapuzinerplatz gesichtet worden.

Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung und hat dazu eine Extra-Seite auf der Polizei-Homepage eingerichtet. Moshammers Hund, der Yorkshireterrier Daisy, wurde im Schlafzimmer unversehrt gefunden, er ist nun in der Obhut des Fahrers. Der Modemacher wurde mit Sakko, Hose und Hemd bekleidet auf dem Flurfußboden im ersten Stock mit einem Telefonkabel um den Hals aufgefunden, so die Polizei.

Einbruchsspuren wurden nicht gefunden, es gebe auch keine Hinweise auf einen Raubmord, was darauf schließen lässt, das Moshammer seinen Mörder kannte. Er habe seinen üblichen Personenschutz für die Tatnacht abbestellt, berichtet N24. Über private Kontakte Moshammers ist nicht viel bekannt, Medien vermuteten jedoch schnell Kontakte Mosis ins "Homosexuellen"- und "Strichermilieu" (s. Medienmilieu übertreibt Mosi-Mord)

Soziales Engagement gewürdigt

Der Mode-Unternehmer Moshammer wurde nach eigenen Angaben am 27. Dezember 1945 in München geboren, allgemein wurde jedoch vermutet, er sei fünf Jahre älter. Die Polizei bestätigte später sein Alter als 64. In den 60er Jahren begann er, extravagante Mode zu entwerfen. Mit seinem Münchner Geschäft für Herrenmode der Luxusklasse machte er ein Vermögen, auch weil viele reiche Araber zu seinen Kunden gehörte. Seine Krawattenkollektion war besonders erfolgreich.

Erste Nachrufe wüdigten Moshammers soziales Engagement, er setze sich vor allem für Obdachlose ein - sein Vater war früh als Obdachloser gestorbern, Moshammer wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Friseur Udo Walz, selbst extravaganter Promi: "Er war ein Mann, der viel Gutes getan hat. Rudolph Moshammer ist aus München und Deutschland nicht wegzudenken." Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU), übrigens eine Gegnerin von Homo-Rechten, würdigte das soziale Engagement Moshammers. "Sein aufrichtiger Einsatz für die Menschen, die auf der Straße leben, hat mich sehr beeindruckt", erklärte sie.

Selbst Mosis homophober Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) zeigte sich betroffen. "Rudolph Moshammer war ein Münchner Original mit großem Herz und ganz besonderer Persönlichkeit", erklärte der Regierungschef. "Er hat auf liebenswürdige Art die Aufmerksamkeit auf sich und seine Heimat gezogen und dabei die Menschen, die es schwerer im Leben haben, nie vergessen". Auch der Schlagerstar Roberto Blanco trauert um seinen Freund Rudolph Moshammer: "Er war ein echter Gentleman, und ich habe einen sehr, sehr lieben Mensch verloren", sagte der 67-jährige Sänger der Nachrichtenagentur AP. "Er war ein Münchner Original, ein Paradiesvogel, der schillernde Auftritte geliebt hat", sagte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth würdigte das soziale Engagement des Modeschöpfers. Es habe zwei Moshammers gegeben, sagte Roth am Freitag im Nachrichtensender N24: einerseits eine schillernde Persönlichkeit und andererseits einen Mensch, der eine beeindruckende soziale Arbeit geleistet habe.

Freitag, 14. Januar 2004, akt. um 23.20h



Ein würdiger Abschied für Mosi

Alt und jung, arm und reich in Trauer vereint - Jürgen Friedenberg kommentiert die Gedenkveranstaltung am Samstag in München.

17 Kommentare

#1 Rüdiger Keller - AschaffenburgAnonym
  • 14.01.2005, 16:16h
  • Es tut mir leid um ihn!

    Nicht nur die Homo- Welt hat ein Juwel verloren.

    Auch wenn ich mich persönlich nie mit ihm identifizieren konnte - meinen Respekt hatte er immer.

    Möge er Ruhen in Frieden.
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#2 MoltkeAnonym
  • 14.01.2005, 16:32h
  • Es ist doch absolut unnötig zu erwähnen das dieses Schicki-Micki Hündchen Daisy unversehrt sei. Ist das Tier wieder so wichtig wie der Mensch oder handelt es sich um ein verbliebenes Familienmitglied?
    Hoffen wir nur das die arme verwaiste Daisyschätzchen noch sein Schmuck bleibt damit es verbliebene Erinnerungen behalten darf zur Erinnerung an dessen Adoptivvater. Unglaublich Ihre Erwähnung eines Tieres.
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#3 KurtAnonym
  • 14.01.2005, 16:44h
  • Da ist queer.de doch noch harmlos, vor allem, wenn man bedenkt, welches Theater Moshammer selbst um seinen Hund gemacht hat. Harmlos im Vergleich zu beispielsweise:

    Moshammers Hündin Daisy darf nicht erben

    Düsseldorf (AP) Rudolph Moshammer und sein Yorkshire-Terrier Daisy waren zwar unzertrennlich, doch die Hündin kann das Vermögen des ermordeten Modeschöpfers nicht erben. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts München hervor, das die ARAG-Versicherung in Düsseldorf veröffentlichte. Die Richter entschieden: Da Hunde keine rechtsfähigen Personen seien, könnten sie nichts erben.

    Im konkreten Fall hatte eine Hundebesitzerin ihren Vierbeiner neben anderen Familienangehörigen als Erben benannt. Nach ihrem Tod kümmerte sich dann eine Bekannte der Verstorbenen um den hinterbliebenen Hund und erhoffte sich deshalb auch einen Anteil des Erbes. Doch die Richter machten ihr einen Strich durch die Rechnung.

    Daisy hatte den Angriff auf den Schauspieler offenbar unversehrt überstanden. Sie wird nach Angaben der Polizei nun vom Chauffeur Moshammers versorgt.

    (Aktenzeichen: Landgericht München I: 16 T 22604/03)

    Moshammers' "Daisy" kommt zum Chauffeur

    München, 14. Januar (AFP) - Sie war Rudolph Moshammers ständige Begleiterin: Der kleine Yorkshire-Terrier "Daisy" durfte auf dem Arm seines Herrchens sitzen, wenn der sich auf Galas tummelte, Werbung machte oder im Fernsehen auftrat. Selbst eine eigene CD ließ Moshammer für sein Schoßhündchen veröffentlichen und widmete "Daisy" sogar eine Porzellan-Nachbildung. Nach der Ermordung ihres Herrchens soll es die Hundedame jetzt weiterhin gut haben, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Chauffeur Moshammers habe versprochen, sich um das Tier zu kümmern. Nach dem Auffinden der Leiche hatten zunächst Polizisten "Daisy" mit aufs Revier genommen und dort versorgt. Sie war zur Tatzeit wie nachts üblich im Schlafzimmer des 64-jährigen Moshammers.
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#4 StefanAnonym
  • 14.01.2005, 16:57h
  • Noch besser der Express:

    Terrierdame Daisy – Moshammers ständige und einzige Begleiterin – überlebte das Verbrechen unbeschadet. Sah sie den Mörder?
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#5 etuxx.comAnonym
  • 14.01.2005, 17:33h
  • Daisy überlebte Attentat
    spo/sb - Das Schosshündchen des Münchner Schickeria-Modeschöpfers Rudolph Moshammer überlebte am heutigen Morgen einen Mordanschlag, dem sein Herrchen zum Opfer fiel. Laut Spiegel-Online erinnert das Verbrechen an den Mord an dem ebenfalls bayrischen (und ebenfalls ... ledigen!) Volksschauspieler Walter Sedlmayer 1990. Auch damals überlebte der Hund, der allerdings fünf Jahre später erschossen wurde. Um Daisy dieses Schicksal zu ersparen, wollen sich mehrere Münchner um sie kümmern. Die Moral der Schickeria ist nun dort, wo sie schon öfter vermutet wurde: auf den Hund gekommen.
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#6 BjörnAnonym
  • 14.01.2005, 17:54h
  • Da Moshammer das Vieh dauernd mit sich herumschleppte und sich jeder fragen wird, was aus ihm geworden ist bzw. werden wird, ist es geradezu Journalistenpflicht, dies zu erwähnen.

    Könnte man hier nicht mal einen Moralinfilter einführen, gegen die Dauerbetroffenen und andere Spaßbremsen?
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#7 DetlefAnonym
#8 DantonffmAnonym
  • 14.01.2005, 19:43h
  • Mir tuts wirklich leid um Mosi. Aber wer schon einmal hautnah erlebt hat, wie der "bekannte Münchner Modeschöpfer" seine "jungen Herrenbekanntschaften" quasi vom Fahrersitz seines Rolls in der Münchner Innenstadt aufgelesen hat, der wundert sich nicht über diesen üblen Ausgang dieser "Münchner G'schicht"....
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#9 Luckylion
  • 14.01.2005, 21:45h
  • Ich finde das ganze echt schrecklich. Es tut mir leid um "Mosi" und hoffe sie finden seinen Mörder sehr bald und dass er die gerechte Strafe dafür bekommt.
    Mies finde ich dass der Mord auf "die Schwulen" geschoben wird. Meine Mutter meinte heute zu mir "Ja das hat man davon wenn man sich in solche Kreise begibt" Das finde ich hart und echt unfair...
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#10 Hans PeterAnonym
  • 14.01.2005, 22:20h
  • Ich vermute,dass Herrn Moshammer seine Gier nach jungem Fleisch zum Verhängnis geworden ist. Eine Bekannte von mir sagte, wer sich in den Abschaum begebe,müsse sich nicht wundern,wenn er dann auch von Abschaum umgebracht werde. Ich selber befürchte noch mehr: Wieviele junge Schwule gibt es wohl,die wirklich auf alte Männer stehen? Wenn solche dann von jemandem aufgegabelt werden,der zwar alt,aber stinkreich und prominent ist,dann mögen sie ja eine gewisse Weise den Hintern noch hinhalten,aber was, wenn der Ekel zu gross wird? Es ist wirklich traurig,dass soviel Verachtung in der Schwulen-Szene für alte Homosexuelle existiert, denn gefragt ist ja nur,wer geil aussieht, jung ist und einen möglichst langen Schwanz hat....
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