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  • 24.11.2014           95      Teilen:   |

Beispielloser Schritt

Deutsche Aids-Hilfe stoppt Anzeigenschaltungen in "Männer"

Artikelbild
David Berger führt seit Mai 2013 das Magazin "Männer"

Unter Chefredakteur David Berger setze das Magazin auf Rechtspopulismus und spalte die Szene, anstatt sie zu stärken, kritisiert die Organisation.

Die bundesweite Präventionskampagne "Ich weiss was ich tu" (IWWIT) der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) schaltet ab sofort keine Anzeigen mehr im schwulen Magazin "Männer". "Prävention in einem redaktionellen Umfeld zu platzieren, das wesentlichen Anliegen der Kampagne zuwiderläuft, verbietet sich", so die DAH in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung. Unter Chefredakteur David Berger provoziere das Magazin "mit teils rechtspopulistischen Aussagen".

IWWIT "ist eine Kampagne, die Vielfalt anerkennt, schätzt und fördert", so DAH-Pressesprecher Holger Wicht. "Die selbstgewählten Lebensweisen schwuler Männer gilt es zu respektieren und zu schützen, um Menschen stark zu machen – auch beim Schutz vor HIV. Gerade jene, die nicht dem Mainstream und Erwartungen von Gesellschaft und Szene entsprechen können oder wollen, gilt es zu unterstützen. David Berger tut das Gegenteil."

Schon seit längerer Zeit forciere der Theologe ein traditionelles Männlichkeitsbild und werte damit Menschen ab, die diesem Bild nicht entsprechen. Kritiker diskreditiere er als "Body-Phobiker", die ein Problem mit ihrem eigenen Körper hätten.

Fortsetzung nach Anzeige


Bergers Kampf gegen "queere Ideologen"

Die DAH stützt ihre Kritik an Berger auf zahlreiche Beispiele: "In der August-Ausgabe der 'Männer' verfocht ein Autor eine drastische These: Schwule Männer selbst würden ihre Diskriminierung verstärken, wenn sie ihre Andersartigkeit betonten. In einem geschichtsklitternden Vergleich wurde Juden, 'Indianern' und Schwarzen eine Mitschuld an ihrer Verfolgung und Ermordung zugewiesen. Der Autor machte also Opfer zu Tätern."

Auf öffentliche Kritik von IWITT hatte Berger mit einem Gegenkommentar unter der Überschrift "Keine Denkverbote!" reagiert. "Damit argumentierte er auf Stammtischniveau nach dem Motto 'Man wird doch noch mal sagen dürfen…'", kritisiert die DAH.

"Immer wieder fällt Berger Vertreter_innen der LGBTI-Community in den Rücken, in der 'Männer' und in Online-Medien wie 'Huffington Post' und 'The European'", so die DAH. "Emanzipatorische Kräfte der 'Queer-Bewegung' beschimpft er als 'queere Ideologen" und 'queere Sexdiktatoren'. In einem Facebook-Post zu den homophoben Demonstrationen gegen Bildungspläne fragte er: 'Rächt sich jetzt die allzu enge Verquickung von wirren Queer/Gender-Theorien und dem Kampf gegen Homophobie, besonders bei Jugendlichen?'. Auch hier unterstellt er eine Mitverantwortung an der Diskriminierung schwuler Männer."

Populismus ohne Ende?

Die IWWIT-Kampagne setzt auf Vielfalt
Die IWWIT-Kampagne setzt auf Vielfalt

Ferner kritisiert die DAH, dass Berger populistische Äußerungen "zumindest diskussionswürdig" findet – damit hatte er es gerechtfertigt, dem Lehrer Daniel Krause, der auf einer Kundgebung von Pro NRW sprach und "islamkritische" Bücher veröffentlicht, im Rahmen eines Pro & Contras ein Forum geschaffen zu haben. Allgemein würden Muslime "immer wieder pauschal als Urheber schwulenfeindlicher Gewalt dargestellt", so die DAH, die auch einen Text aus der aktuellen Ausgabe kritisiert. Er handelt von dem schwulen "Pro Köln"-Politiker Michael Gabel und ist überschrieben mit: "Ein schwuler Rechter, na und?"

"Wie bei den anderen Themen äußert Berger seine Ressentiments meist nicht offen, sondern kleidet sie in Fragen oder verweist scheinheilig auf seine journalistische Aufgabe, Debatten anzustoßen", kritisiert die DAH. "Haltung und Richtung sind trotzdem unübersehbar. Eine differenzierte Auseinandersetzung zum Thema Homophobie und Islam bleibt der Journalist schuldig. Der Beifall von rechts bleibt indes nicht aus."

Ein Ende sei nicht absehbar: "Fast täglich wartet David Berger mit neuen Angriffen auf. Die Deutsche AIDS-Hilfe zieht sich nach reiflicher Überlegung aus diesem inakzeptablen Umfeld zurück." Auch Banner auf der Webseite des Magazins werde man zunächst nicht mehr schalten. "Es bleibt die Hoffnung, dass sich die 'Männer' eines Tages wieder zu einem offenen und vielfältigen Magazin entwickelt, das die Identität und die Strukturen der Community stärkt, anstatt sie zu spalten", sagt Holger Wicht. "Daran wirken wir gerne mit." (nb/pm)

Mehr zum Thema:
» Bruno Gmünder kauft seinen Verlag zurück (07.11.2014)
Extra-Umfrage: Findest Du es richtig, dass die DAH Anzeigen in "Männer" stoppt? (Ergebnis)

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Tags: männer, david berger, journalismus, deutsche aids-hilfe, iwwit
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Reaktionen zu "Deutsche Aids-Hilfe stoppt Anzeigenschaltungen in "Männer""


 95 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
24.11.2014
14:25:45
Via Handy


(+21, 29 Votes)

Von strudelbrain


Eine höchst willkommene und überfällige Entscheidung der DAH


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#2
24.11.2014
14:37:50


(+8, 16 Votes)

Von Borbe


Zugegeben habe ich mir die "Männer" noch nie gekauft oder in der Szene Gelegenheiten gesucht, sie mal durchzublättern. Hin und wieder die Website ja... ich gehe, was die DAH angeht, von einer Auseinandersetzung mit Herrn Berger und der "Männer" aus, über die ich, wie wohl die meisten queer.de-user, nicht detailliert im Bilde sind.

Bergers Buch "Der heilige Schein" habe ich mit Interesse gelesen. Wie sich sein Lebensweg auf die Inhalte des Magazins auswirkt kann ich jetzt nicht genau beurteilen. Ich bleibe lediglich dabei, dass jemand, der sich über so viele Jahre dem Vatikan angedient und dabei ja auch nicht schlecht verdient und vermutlich auch anderen Menschen geschadet hat (und noch dazu ein glühender Fan der lateinischen Messe war/ist) von der Community nicht unbedingt mit Orden überschüttet werden sollte- worauf er es ja scheinbar abgesehen hat. Zumindest, wenn man die öffentlichen Auftritte des Mannes aus der Zuschauerposition heraus verfolgt... Integrität kann ich danicht erkennen, eher Verschlagenheit.

Innerhalb der Community reiht sich Berger für mich lediglich in die Reihe der obskuren "Irrlichter" ein, die es in (oder hier mit "ihren")Szene- Medien vor allem auf Selbstdarstellung abgesehen haben und denen Prinzipientreue nicht unbedingt etwas bedeutet. Ich denke da z.B. an ein ehemaliges Berliner CDU/LSU- Mitglied, das jetzt plötzlich bei der Linken gelandet ist. Ich weiß wohl, wie hoch erfreut nicht wenige Linke hinter vorgehaltener Hand darüber sind

Da fällt mir Rosa von Praunheims Porträt des Nazis Bela Althans ein, der plötzlich auch ganz groß in der Gay Community herauskommen wollte... mit unerträglich großer Klappe und auf Selbstdarstellung aus... "ich will so gerne doch noch ein Szene-Held sein"...und wo war das braune Gedankengut hin? Hatte man einfach so abgeschüttelt oder verdrängt oder man sprach nicht gern drüber.

Herrn Berger mag seine Selbstverwirklichung auf seine Art mit seinem schwulen Magazin gelungen sein, ich halte die Szene aber für aufgeklärt genug, zu erkennen, dass sie von ihm nur als "Durchlauferhitzer" genutzt wird. Wenn er demnächst bei der AfD auftaucht würde es mich nicht wundern.... es wäre so schön "irrlichtertypisch"

Natürlich wünsche ich auch den "Irrlichtern", dass sie ihren Platz im Leben finden. Mögen sie andere dabei aber bitte nicht beschädigen und kein Klima schaffen, in dem von Achtung vor dem Nächsten und Anerkennung verschiedener Lebensentwürfe in der Community nicht mehr viel zu spüren ist. Herr Berger scheint da aus seiner langen Zeit bei der RKK gewisse Intoleranzerfahrungen mitgebracht zu haben....wenn er sie mit anderen "Irrlichtern" teilen möchte, bitteschön.
Meinen Einsatz und den vieler anderer LGBT- Menschen für Vielfalt und gegen Diskriminierung innerhalb der eigenen Community wird dieser Mann nie stoppen können!


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#3
24.11.2014
14:50:03


(+13, 19 Votes)

Von Katholik


Jemand, dem vorkonzilare katholische Messen immer noch besser gefallen, muss sich eigentlich nicht wundern, wo er steht. Es ist sehr schade, dass er offensichtlich immer rechtspopulistischer in seinen Kommentaren wurde. Sein Buch vom heiligen Schein hatte leider falsche Hoffnungen geweckt, denn für reformorientierte Bischöfe und Theologen hat er auch nichts Positives übrig.
Am schlimmsten aber sind in der Tat seine Umtriebe, durch gezielte Provokationen die Community eher zu spalten, als voranzubringen, leider leider! Queere Theorien als krude oder vom "Genderideologie" zu sprechen, sollten eigentlich dem AfD-Sprachschatz vorbehalten sein, anstatt jenen Rechtspopulisten noch Öl ins Feuer zu gießen. Ob das der Anfang vom Ende von Männer aktuell ist?


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#4
24.11.2014
15:00:35


(+10, 18 Votes)

Von cercle


"Schon seit längerer Zeit forciere der Theologe ein traditionelles Männlichkeitsbild und werte damit Menschen ab, die diesem Bild nicht entsprechen."

Link zu www.queer.de


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#5
24.11.2014
15:04:22


(+17, 25 Votes)

Von Sven89


Es gibt sie doch noch: Gute Nachrichten!


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#6
24.11.2014
15:06:00


(+18, 26 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Braun ist keine Farbe des Regenbogens, so soll und wird es auch bleiben. Wir brauchen keine Spalter, sondern Gestalter der Bewegung, die Aufklärung unterstützen und keine Vorurteile, Ressentiments und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit befördern.


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#7
24.11.2014
15:12:40


(+15, 23 Votes)

Von Biester Rente


Im Lichte der Aufklärung hat der Mann in seiner Jugend eben kein Wissen erlangt, dass ihn bis ins hohe Alter hungrig macht - und doch nährt.

Wäre er ein Vogel, ginge es ihm bis zum letzten Flug besser.

So muss er sich als Bänkelsänger bei abstiegsverängstigten Geizkrägen verdingen, die bei gefälliger Hysterie und Krawall ein Münzlein mehr in seine Hütchen werfen.


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#8
24.11.2014
15:13:53
Via Handy


(-13, 25 Votes)

Von dobrapivo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die DAH verkauft hier kein Produkt sondern Aufklärung. Sie sollte dies ungeachtet der inhaltlichen Ausrichtung eines Mediums tun. Vielleicht ist es sogar so, dass gerade dort diese Aufklärung mehr gebraucht wird als woanders.


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#9
24.11.2014
15:21:27


(+14, 22 Votes)

Von bertodil
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ein guter und richtiger Schritt!

Aus einigen Kommentaren entnehme ich allerdings, dass gelegentlich scheinbar Person und "Werk" verwechselt werden.

Hier geht es nicht (nur) darum, irgend einem Profilneurotiker zu zeigen, was man von ihm hält.

Ich verstehe diese Entscheidung der DAH eher als einen Schritt dahin, ein solches reaktionäres "Kampfblatt" nicht auch noch zu unterstützen und ihm ein Stück weit das Wasser abzugraben.

Dass dies in dieser Deutlichkeit und vor allem auch in dieser Öffentlichkeit so geschieht, das halte ich genau so für richtig.


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#10
24.11.2014
15:21:58
Via Handy


(-6, 18 Votes)

Von Basti-Maxi


Absurd.

Als ob alle Schwulen links sind und Multikulti und Genderblödsinn toll finden...

Klischee vom Feinsten.


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