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  • 26.11.2014           3      Teilen:   |

Kinostart "Sturmland"

Schwule zwischen Hooligans und Bienenzucht

Artikelbild
Ein schwules Fußballtalent verabschiedet sich vom Rasen und sucht sein Glück in der ungarischen Provinz: "Sturmland" (Bild: Edition Salzgeber)

Ádám Császis eindringliches Drama "Sturmland" erzählt eine Liebesgeschichte im Ungarn des homophoben Orbán-Regimes unserer Zeit – jetzt im Kino.

Von Dirk A. Leibfried

Mit Fußball – wie die Ankündigung vermuten lässt – hat der neue Streifen des bisher lediglich als Kurzfilmer bekannten ungarischen Regisseurs Ádám Császi nicht wirklich etwas zu tun. "Sturmland" beginnt allerdings mit dem Ende einer hoffnungsvollen Spieler-Karriere: Szabi (András Sütõ), von Scouts aus Dortmund beobachtet, verzweifelt an den im Film reichlich konstruierten Gesetzen innerhalb einer Fußball-Mannschaft.

Nachdem er sich mit seinem besten Freund und Mitspieler Bernard (Sebastian Urzendowsky) prügelt und sein fast schon als Karikatur auftretender Coach zu Erziehungsmaßnahmen aus den 1960ern greift, entschließt sich Szabi zur Flucht. Eine Flucht, die eigentlich eine Heimkehr ist, aber mindestens ebenso viele Enttäuschungen für ihn bereithält wie sein altes Leben.

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Homoerotik in der Puszta

Poster zum Film: "Sturmland" lief in den vergangenen Wochen auf der "Gay Filmnacht" in verschiedenen Städten und startet am 27. November offiziell im Kino
Poster zum Film: "Sturmland" lief in den vergangenen Wochen auf der "Gay Filmnacht" in verschiedenen Städten und startet am 27. November offiziell im Kino

Zurück in seinem Geburtsland Ungarn, entschließt sich Szabi das abbruchreife Haus seiner verstorbenen Großeltern zu renovieren. Doch die Idylle der ungarischen Provinz ist trügerisch. Die Menschen im Dorf beobachten ihn argwöhnisch, gehen auf Distanz. Szabi lernt Áron (Ádám Varga) kennen, der ihm hilft, das undichte Dach zu reparieren. Beide kommen sich näher und entwickeln eine prickelnde Leidenschaft füreinander. Doch die wunderschönen, mit etwas Homoerotik angereicherten Bilder, die Kameramann Marcell Rév auf die Leinwand zeichnet, verfinstern sich in der ungarisch-deutschen Co-Produktion immer wieder aufs Neue.

Árons Mutter verpfeift ihren eigenen Sohn an eine Horde hasserfüllter Hooligans. Und als ob das alles noch nicht genügen würde, überfrachtet Regisseur Ádám Császi die Handlung zusätzlich mit schwerer Kost: Das spannende Vater-Sohn-Verhältnis zwischen Szabi und einem verbitterten Ex-Fußballprofi zum Beispiel, oder die Macht der Kirche in einem erzkonservativen Land, das Rechten eine Spielwiese und Spießbürgern eine Rechtfertigung für Homophobie bietet. Und "nebenbei" muss auch noch die Geschichte einer tragischen Liebesbeziehung erzählt werden.

Plötzlich taucht auch noch Bernard auf



Denn das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Szabi und Áron wird zusätzlich belastet, als Bernard völlig überraschend in der ungarischen Provinz auftaucht und Szabi seine Liebe gesteht. Der träumt unterdessen von einer gemeinsamen Zukunft mit Áron, von einer Bienenzucht und dem Recht, gegen alle Konventionen sein eigenes Glück zu finden. Vor allem der 25-jährige Ádám Varga in der Rolle des immer wieder (ver-)zweifelnden Áron imponiert mit großer Sensibilität für die Zerrissenheit seiner Figur.

Dagegen fällt es seltsamerweise schwer, zu Hauptdarsteller András Sütõ in dessen Kino-Debüt eine emotionale Beziehung aufzubauen. Trotzdem besticht der Film durch Eindringlichkeit und Tiefe. Die leise, fast schon poetische Filmsprache entführt den Kinobesucher in eine malerische, gleichwohl aber auch bedrückende Umgebung. Sie will die Widersprüche nicht auflösen, so dass die Suche nach der eigenen Identität ins Paradoxe mündet.

So ist "Sturmland" nicht nur ein gut gemachter Spielfilm, sondern auch ein Zeitdokument aus dem Europa des Jahres 2014, in dem für Homosexuelle eben längst noch nicht überall die gleichen Rechte gelten.

Youtube | Offizieller Trailer zum Film
  Infos zum Film
Sturmland. Drama. Ungarn/Deutschland 2014. Regie: Adám Császi. Darsteller: Sebastian Urzendowsky, András Sütö, Ádám Varga. Laufzeit: 105 Minuten. Deutsch-ungarisch-englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 16. Verleih: Salzgeber. Kinostart: 27. November 2014.
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Tags: sturmland, ádám császi, ungarn, fußball, andrás sütõ, sebastian urzendowsky, land of storms, viharsarok, ádám varga
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Reaktionen zu "Schwule zwischen Hooligans und Bienenzucht"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
27.11.2014
21:54:44


(-1, 1 Vote)

Von wanderer LE


Damit es kein Mißverstänednis gibt: Sebastian Urzendowsky spielt in dem Film leider NICHT einen Schwulen.


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#2
02.07.2015
21:10:45


(0, 0 Vote)

Von BBM_FAN
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Ich habe den Film erst letzte Woche auf DVD gesehen und kann mich so gar nicht mit ihm anfreunden. Er macht mich mehr wütend, als dass er mir gefällt. Hat ihn vielleicht noch jemand gesehen und will mir ihre/seine Meinung mitteilen?


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#3
17.07.2015
22:17:26


(+1, 1 Vote)

Von annablume
Antwort zu Kommentar #1 von wanderer LE


Doch, er spielt sehr wohl einen Schwulen. Allerdings eben nicht einen der beiden Hauptdarsteller, sondern einen alten Freund des Hauptdarstellers Szabi. Er ist schon lange in Szabi verliebt, besucht ihn in Ungarn, es kommt auch zu intimen Momenten. Er kann Szabi jedoch nicht überreden, wieder mit ihm zurück nach Deutschland zu kommen und fährt ohne ihn zurück.


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