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  • 26.11.2014           7      Teilen:   |

Milonow beteiligt?

St. Petersburg: Mob greift Anwalt von LGBT-Aktivisten an

Artikelbild
Wiltali Milonow, Stadtrat und homophober Haudegen

Der Stadtrat Wiltali Milonow forderte am Dienstag alle LGBT-Aktivisten auf, das Land zu verlassen. Sein Assistent wurde offenbar zugleich gewalttätig – gegen den Anwalt von Kirill Kalugin, der gestern in Deutschland Asyl beantragt hat.

In St. Petersburg ist am Dienstag der Anwalt und Menschenrechtsaktivist Witali Tscherkassow vor dem Lomonosov-Bezirksgericht angegriffen worden. Bis zu zehn Personen, offenbar orthodoxe Aktivisten, lauerten dem Anwalt auf, darunter Medienberichten zufolge Anatoli Artjuch, der Assistent des berüchtigten Stadtrats-Abgeordneten Witali Milonow. Sicherheitskräfte konnten Tscherkassow beschützen. Zum Schluss des Angriffes wurde der Anwalt allerdings mit einer unbekannten Flüssigkeit aus medizinischen Spritzen bespritzt.

Er hatte zuvor in einem Verfahren den LGBT-Aktivisten Kirill Kalugin vertreten. Der 22-Jährige wehrt sich juristisch dagegen, dass er bei einem Protest am Tag der Luftlandetruppen von der Polizei festgenommen wurde. Kalugin war in den letzten Tagen nach Deutschland geflohen und hatte am Dienstag einen Asylantrag gestellt (queer.de berichtete).

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Milonow attackiert Anwalt

Kirill Kalugin bei der Festnahme am 2. August - Quelle: Yuri Gawrikow
Kirill Kalugin bei der Festnahme am 2. August (Bild: Yuri Gawrikow)

In einer Pressekonferenz hatte Milonow, der unter anderem für das lokale Gesetz gegen Homo-"Propaganda" verantwortlich ist und nicht zum ersten Mal in Verbindung zu homophoben Schlägergruppen gebracht wird, am Mittwoch eine Beteiligung seines Assistenten an der Attacke dementiert.

Zugleich griff er den Anwalt rhetorisch an: Anwälte seien "Abschaum und Söldner, die für Geld arbeiten". Die Organisation Tscherkassows, Agora, "sei ein Krebsgeschwür am Körper von St. Petersburg und Russland". Der Anwalt solle am besten dem "verrückten Idioten" Kalugin nach Deutschland folgen.

Bereits am Dienstag hatte Milonow gesagt, dass nun ein guter Zeitpunkt für alle LGBT-Aktivisten gekommen sei, Russland zu verlassen. Diese Bewegung von Dissidenten komme dem Westen für seine Propaganda sehr gelegen, so Milonow. Im Gegenzug könnten sie sich umfassenden Sozialleistungen sicher sein.

Zwei weitere Aktivisten flüchten

Smirnow mit Mutter bei der Ankunft in New York
Smirnow mit Mutter bei der Ankunft in New York (Bild: privat / fb)

Derweil wurde am Dienstag bekannt, dass zwei weitere schwuler Männer das Land verlassen haben: Alexander Smirnow, der sich 2013 in einem Interview als schwul geoutet hatte und danach als Pressesprecher des stellvertretenden Bürgermeisters von St. Petersburg entlassen wurde, floh nach New York, um einen Asylantrag zu stellen.

Auf Asyl in den USA hofft auch der LGBT-Aktivist und Journalist Oleg Potapenko. Er ist für das regierungskritische Portal "Amurburg" verantwortlich. In den letzten Wochen waren private Details von seinem Laptop in den Medien aufgetaucht. Als er kürzlich das Land mit seinem Partner verlassen wollte, war er von den Behörden daran gehindert worden. Computer und Taschen des Journalisten wurden durchsucht und danach angebliche Manipulationen an seinem Reisepass entdeckt. (nb)

Mehr zum Thema:
» Weiterer russischer LGBT-Aktivist beantragt Asyl in Deutschland (25.11.2014)
» Schwuler Journalist aus Russland beantragt Asyl in Deutschland (24.11.2014)
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Tags: russland, witali milonow, kirill kalugin, asyl
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Reaktionen zu "St. Petersburg: Mob greift Anwalt von LGBT-Aktivisten an"


 7 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.11.2014
12:57:48


(+5, 7 Votes)

Von Konrad D


Geht es nur mir so oder ist die Überschrift verwirrend?

"Anwalt von LGBT-Aktivist angegriffen"

Das klingt doch so, als ob ein LGBT-Aktivist einen Anwalt angegriffen hat - aber das Gegenteil ist doch der Fall, oder?
Anwalt eines LGBT-Aktivisten angegriffen?

Verwirrten Gruß
Konrad D.


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Anm. d. Red.: Ist inzwischen geändert, Danke für die vielen Hinweise!

 
#2
26.11.2014
13:02:35
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Alex


Wenn sogar schon russische Politiker Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle auffordern, das Land zu verlassen, wäre es pervers, wenn die sexuelle Orientierung hier nicht als Asylgrund anerkannt wird.


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#3
26.11.2014
14:42:53


(+9, 9 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


"Geh doch nach drüben!" wurde einem in 1960-80er Jahren nicht selten hinterhergerufen von den Rechtsauslegern, die argumentativ im tiefsten Keller herumlaborieren. Und wo wollte man den Stadtrat Milonow, den Volksverhetzer und Menschenfeind, politisch anders verorten als im nationalistisch-klerikalen rechtsextremen Sumpf dieser eigentlich so schönen Stadt.


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#4
26.11.2014
18:00:11


(+5, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #3 von Loren


Auch hüben gab und gibt es Hetzer:

Youtube-Video:


Kubys Putin-Lob am Ende des Videos.

Die rechte Internationale, die Kuby beschwört, ist in Europa nichts Neues:

Youtube-Video:


Neu ist leider die Rolle Russlands dabei.


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#5
26.11.2014
18:06:03


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Also mir sind alle russische LGBT herzlich willkommen, talentierte engagierte Menschen kann Deutschland sehr gut gebrauchen und zu dem Menschenhasser Milonow, sein Karma wird ihn einholen.


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#6
26.11.2014
18:47:08


(+7, 9 Votes)

Von Sebi


Russland driftet immer mehr in den Faschismus ab...

Bei deren militärischer Macht wird das immer mehr zur Gewalt für den Weltfrieden.


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#7
27.11.2014
11:47:25


(+2, 4 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #6 von Sebi


Nicht nur nach Russland gucken:

Youtube-Video:


Kuby in Polen (siehe ab 4:40)

Youtube-Video:


(siehe ab 12:00)

Interessanterweise verweist sie auf Auschwitz, wo auch unsereiner einsaß, um gegen uns zu kämpfen.


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