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  • 26.11.2014           22      Teilen:   |

Kehrtwende

Jetzt wollen Homo-Hasser Barilla boykottieren

Artikelbild
Wer diese Nudelsoßen mag, kann sie jetzt guten Gewissens im Rewe um die Ecke einkaufen...

Als sich der Barilla-Chef vor einem Jahr abfällig über Homosexuelle äußerte, riefen LGBT-Aktivisten zum Boykott auf – inzwischen ist der Konzern zum Vorbild in Sachen Homo-Rechte geworden.

Maurizio Gasparri, der Vizepräsident des italienischen Senats, hat zum Boykott des Nudelherstellers Barilla aufgerufen, weil der Konzern inzwischen zu homofreundlich sei. Der 58-Jährige beklagte via Twitter, dass die Firma aus Parma nicht mehr die traditionelle Familie unterstütze, "sondern sich der Homo-Lobby unterworfen hat". Er erklärte weiter: "Kaufen Sie nicht mehr Barilla."

Gasparri war als Mitglied der postfaschistischen "Alleanza Nazionale" von 2001 bis 2005 Kommunikationsminister unter Silvio Berlusconi. 2009 trat er der Berlusconi-Partei "Volk der Freiheit" bei, die seit letztem Jahr wieder "Forza Italia" heißt. Im Senat ist er derzeit Vizepräsident und "Forza"-Fraktionsvorsitzender. Der Politiker gilt als erbitterter Gegner der staatlichen Anerkennung von Homo-Paaren, die derzeit in Italien debattiert wird (queer.de berichtete).

Für den Barilla-Konzern, zu dem auch der Knäckebrotmarktführer Wasa gehört, bedeutet dieser Boykottaufruf eine totale Kehrtwende: Ende September 2013 riefen noch LGBT-Aktivisten in aller Welt zum Kaufboykott auf, nachdem sich Firmenbesitzer Guido Barilla in einem Radiointerview abwertend über Schwule und Lesben geäußert und ihnen sogar nahegelegt hatte, andere Nudeln zu kaufen (queer.de berichtete). Damals sagte er: "Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen." Er erklärte weiter, er wolle die "heilige Familie" unterstützen.

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Barilla erfand sich neu

Senator Maurizio Gasparri will das alte homophobe Barilla zurückhaben
Senator Maurizio Gasparri will das alte homophobe Barilla zurückhaben

Aufgeschreckt von Boykottaufrufen insbesondere im wichtigen Nudel-Wachstumsmarkt USA entschuldigte sich Guido Barilla mehrfach für seinen Ausbruch und traf sich mit LGBT-Aktivisten. Sie berieten ihn, wie der Konzern LGBT-freundlich umgebaut werden kann.

Barilla richtete in Folge unter anderem einen Aufsichtsrat für Diversity-Fragen ein, für den auch der angesehene amerikanische Homo-Aktivisten David Mixner gewonnen wurde. "[Guido Barilla] war entsetzt über die Konsequenzen seiner persönlichen Überzeugungen", erinnerte sich Mixner am Wochenende in der "Washington Post". Die Initiative des Konzerns nannte er "die umfassendste Anstrengung, um über eine bedauerliche Aussage hinwegzukommen" , die er erlebt habe.

Die Firma gilt inzwischen in ihrem Umgang mit Schwulen und Lesben als vorbildlich. Sie brachte auch Initiativen zum Schutz von transsexuellen Mitarbeitern ein und unterstützte LGBT-Gruppen. In den USA nahm sie dieses Jahr erstmals beim "Corporate Equality Index" der "Human Rights Campaign" teil, die die LGBT-Freundlichkeit von Unternehmen misst – und konnte gleich beim ersten Versuch 100 Prozent erzielen. Von den rund 800 Firmen, die getestet werden, erreichen diesen Wert weniger als die Hälfte.

Auf Seiten wie "Share The Table" wirbt Barilla weiter dafür, dass Familien gemeinsam am Tisch essen sollten – in der neuen Kampagne gibt es jetzt aber ganz selbstverständlich Regenbogenfamilien. (dk)

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Tags: barilla, guido barilla, italien, parma
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Reaktionen zu "Jetzt wollen Homo-Hasser Barilla boykottieren"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
26.11.2014
13:00:47


(+3, 9 Votes)

Von Christine


Aus Schaden wird man klug.
Wenn sich Barilla tatsächlich Gedanken gemacht hat und sich nun vorbildlich verhält, werde ich mein Kaufverhalten entsprechend anpassen
Danke für den Bericht.


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#2
26.11.2014
13:10:27
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Alex


"inzwischen ist der Konzern zum Vorbild in Sachen Homo-Rechte geworden."

Naja, das ist ja kein echter Gesinnungswandel aus Überzeugung und auch nicht freiwillig geschehen.

Die haben ihr Verhalten erst geändert, als der wirtschaftliche Schaden zu groß wurde.

Aber immerhin sieht man, dass Boykotte sehr wirksam sind.


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#3
26.11.2014
13:30:18


(+5, 7 Votes)

Von Thorin


"[Guido Barilla] war entsetzt über die Konsequenzen seiner persönlichen Überzeugungen"

Ja, wenn es an den Geldbeutel geht, ändern viele schnell ihre persönlichen Überzeugungen. Aber da es bei Barilla anscheinend tatsächlich mehr war als nur leere Worte, werde ich diese produkte wieder kaufen. Vielen Dank für das Update


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#4
26.11.2014
13:48:00


(+3, 7 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich werde weiterhin keine Barilla-Produkte kaufen.
Eine "Entschuldigung" sollte den wirtschaftlichen Schaden abwenden, aber ich bezweifle dass sich die Gesinnung geaendert hat.
Barilla hat gesaet und jetzt darf er ernten!!wenn auch seitens seiner "frueheren" Gesinnungsgenossen. Die Spiegelgesetze sind eben narrensicher.


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#5
26.11.2014
13:56:32


(+2, 6 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012


Also ich warte mal noch mit dem Kauf von Barilla-Produkten. Jetzt da ja der Schuss von er anderen Seite kommt. Mal schauen in welche Richtung Barilla jetzt geht. Bleiben sie bei ihrem Homo-freundlichen Kurs, oder schwenken sie doch wieder in alte Fahrwasser ein.

Dann wäre eure Freude verfrüht...

Mal abwarten ob Barilla jetzt wieder einknickt. Wenn nicht, Super. Dann kaufe ich auch wieder. Aber das wird die Zukunft zeigen...

Schönen Tag noch


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#6
26.11.2014
14:27:47


(+5, 7 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #3 von Thorin


Ähh... nein, seine persönlichen Überzeugungen haben sich ja gerade nicht geändert, er war ja nur entsetzt über die Konsequenzen.

Da Barilla auf dem amerikanischen Markt wachsen will, hat man dann eben jemanden eingestellt, der den Auftritt des Unternehmens von den persönlichen Überzeugungen des Inhabers zu trennen weiss.

Ich werde auch weiterhin auf Barilla und Wasa verzichten. Die Nudeln und Saucen habe ich schon vorher nicht gekauft, da schlicht überteuert und von Wasa gab es nur ein Produkt, welches ich mir nach wie vor verkneife.


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#7
26.11.2014
14:32:49
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Timon
Antwort zu Kommentar #2 von Alex


"Aber immerhin sieht man, dass Boykotte sehr wirksam sind."

Ja. Wir haben enorme Macht; wir müssen uns dessen nur bewusster sein und das viel mehr nutzen.


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#8
26.11.2014
16:42:57


(+2, 6 Votes)

Von Andy


Ich stand letztens noch vorm Nudelregal und habe bewusst wieder zu einer anderen Marke gegriffen. Auch ich werde weiterhin KEINE Barilla-Produkte kaufen... Entschuldigung hin oder her -- dafür gibt es genügend Konkurrenz und für mich genügend Auswahl. Basta pasta!


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#9
26.11.2014
17:20:58


(+4, 6 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


ein Unternehmen, egal welcher Größenordnung, sollte niemals Gruppen ausgrenzen:
Marketing: 6 setzen

Das hier versucht wird, über die Abgrenzung der kleineren Gruppe bei der grösseren Mehrheit zu punkten, ist eine Rechnung die nicht aufgeht.

Hier wird von der Masse das Verhalten unbewußt bewertet, wenn sie diesen Namen im Regal lesen: Im Hinterkopf bleibt:
diese Firma grenzt aus,
morgen könnte ich es sein

"Bad Behaviour" führt imnmer zu einem schlechten Image - auch bei der Gruppe die ich bevorteile


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#10
26.11.2014
17:31:16


(-6, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Italiener, die noch einen Funken Ehre und Verstand im Leib haben, sollten Herrn Gasparri einfach den erhobenen Mittelfinger entgegenstrecken und wie immer zu Barillaprodukten greifen!


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