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Das Waldschlösschen geriet ins Fadenkreuz der Frankfurter Redakteure - und wehrt sich nun. (Bild: Akademie Waldschlösschen)

Der Presserat muss sich mit einem homophoben Artikel aus der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" befassen.

Die in Niedersachsen ansässige Akademie Waldschlösschen hat beim deutschen Presserat gegen einen Artikel der "Frankfurter Allgemein Sonntagszeitung" vom 23. November Beschwerde eingelegt, da er "offensichtlich in vielfacher Hinsicht gegen den Pressekodex verstößt", erklärte die LGBT-Stiftung am Donnerstag. In dem ganzseitigen Artikel hatte Autorin Antje Schmelcher das Waldschlösschen als homosexuelle "Kaderschmiede" bezeichnet, in der auch Kindesmissbrauch unterstützt werde (queer.de berichtete).

Laut Waldschlösschen ist der Artikel Teil einer "mit allen Mitteln der Verleumdung geführten Kampf gegen die Thematisierung sexueller Vielfalt im Kontext der Schule, wofür sich die Akademie seit langem einsetzt".

Schmelcher versuche mit unhaltbaren Behauptungen, den guten Ruf der Akademie zu beschädigen und verletze damit die publizistischen Grundsätze: "In ihrem Artikel verfährt sie nach bewährtem Muster: sie reißt Zitate aus dem Zusammenhang und stellt sie in einen anderen Kontext, zitiert falsch, macht falsche Angaben und stellt offensichtlich falsche Bezüge her. Besonders infam: durch den ganzen Text zieht sich über unterschiedliche sprachliche oder vermeintliche personelle Assoziationen die Reaktivierung des uralten Vorurteils der Gleichsetzung von Homosexualität und Pädosexualität", argumentiert das Waldschlösschen.

Nicht der erste homophobe FAZ-Artikel

Die konservative "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte sich bereits zuvor mehrfach in Artikeln dagegen ausgesprochen, dass die Gleichwertigkeit von Schwulen und Lesben in Bildungsplänen der Bundesländer erwähnt wird. Dies war unter anderem als "Umerziehung der Gesellschaft" und "Förderung von Kindesmissbrauch" bezeichnet worden (queer.de berichtete).

Zusammen mit dem Waldschlössen hatte die FAZ auch erneut das Schulaufklärungsprojekt SchLAu angegriffen. Dessen NRW-Verband hat am Freitag einen FAQ mit Fakten zu seiner Arbeit veröffentlicht. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Oliver43Anonym
  • 28.11.2014, 16:11h
  • Die Rüge beim Presserat ist richtig.

    Die FAZ fällt seit längerem negativ auf. Dort werden homophobe Artikelinhalte lanciert und eine Schmutzkampagne gegen LGBT-Rechte gefahren.
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#3 timpa354Ehemaliges Profil
  • 28.11.2014, 17:20h
  • Als ob der Presserat irgendeine Funktion hätte, außer tun wir mal so als gebe es ein Presserecht und einen Ehrenkodex. Die Wahrheit ist, der Presserat hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er nur auf dem Papier existiert.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 28.11.2014, 18:05h
  • Antwort auf #3 von timpa354
  • Wenn es darum geht, Kirchen und Kirchenfürsten zu schützen, können die Provinzjournalisten, die im sogenannten Presserat sitzen, durchaus auch mal aktiv werden.

    Bei der Waldschlösschen-Affäre, die in der Tradition brauner Attacken gegen Magnus Hirschfelds Institut steht, sehe ich allerdings im Wortsinn schwarz.

    Der homophobe Kampagnenjournalismus der FAZ zieht sich schon über viele Jahre hin.

    Besonders infam fand ich auch die Karikatur 'Ein Vogel wollte Hochzeit machen' von Greser und Lenz, die erstaunlicherweise im Internet völlig verschwunden ist und die mich stark an Fips-Karikaturen im 'Stürmer' gegen für die NS-Doktrin 'unnatürliche' Mischehen erinnerte.
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#5 Tobi CologneAnonym
  • 28.11.2014, 19:42h
  • Das wurde auch längst Zeit. Die FAZ (bzw. deren Sonntagsausgabe FAS) versucht schon seit einiger Zeit mit Rechtspopulismus Auflage zu machen. U.a. auf unserem Rücken.

    Die Artikel sind mindestens verleumderisch und grenzen teilweise sogar an Volksverhetzung.

    Dass die FAZ so runtergekommen ist, ist deren (selbstverschuldetes) Problem. Aber solche Hetze brauchen wir nicht auf uns sitzen lassen!
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#6 also1
  • 28.11.2014, 21:26h
  • Antwort auf #2 von Oliver43
  • Dieser Bewertung ist zuzustimmen. In den letzten Jahren wittert die konservative Rechte Morgenluft. Dagegen muss vorgegangen werden.

    Ob es einen Zweck hat, werden wir sehen. Ganz klar ist es ein Verstoß gegen den Pressekodex. Die FAS/FAZ reitet darauf immer öfter.

    Allerdings sehen wir durch die Auseinandersetzung bei den Grünen und das neue Buch von Prof. Walter, Göttingen (Die Grünen und die Pädosexualität), dass die Pädo-Problematik bzw. der Kampf gegen das Sexualstrafrecht eng mit der Geschichte Homo-Emanzipation verknüpft war. Und auch im Waldschlösschen wurde schon kontrovers über das Einwilligungsalter und einvernehmlichen Sex diskutiert.

    Zwar hat das nichts zu tun mit der Politik für gleichberechtigte Bildungspläne, dennoch ist das Thema virulent und hat historische Wurzeln, die bis in die späten 1950er Jahre reichen.

    In der schwulen Szene sollte man selbstbewusst zu der Vergangenheit stehen und mit der aktuellen Missbrauchsbewegung den Dialog führen - oder die Auseinandersetzung - je nach Standpunkt. Die grundsätzlichen Argumente der frühen Rechsstaatler aus den 1960er Jahren tragen bis heute. Da braucht sich niemnd zu verstecken.
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#7 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 28.11.2014, 22:14h
  • Apropos Verleumdung, man achte bitte auf den Welt-Artikel von heute, dort verleumdet Dr. David Berger von Männer die DAH in Kooperation mit der Welt-Redaktion, zumindest scheint der Autor sich ein sehr einseitiges Bild gemacht zu haben...

    www.welt.de/vermischtes/article134819127/Wann-ist-der-Mann-e
    in-schwuler-Mann.html


    Es ist nahezu unerträglich den Welt-Text zu lesen. Zu einem wird Bergers Verschwörungstheorie der "Rache von Henn", zum anderen der rassistische und sexistische, sowohl auch in einem Rutsch transphobe Subtext in Bergers Aussagen zum "weißen Mittelstandschwulen" und der "Lesbe aus Kreuzberg, die sich als Mann fühlt" vom Autoren zustimmend reproduziert. Zudem werden schlicht Fakten verbogen und falsche Behauptungen aufgestellt. Dieser Artikel macht eins klar: Die DAH tut gut daran, einem Intriganten und Spalter wie Berger die geschäftliche Kooperation zu verweigern. Und die, laut Männer-Auflage, knapp 4000 angeblich allesamt, "weißen", "wertkonservativen" Homosexuellen erreicht die DAH nun wirklich über andere Medien. Und noch etwas: David Berger lügt:
    reiserobby.de/dr-david-berger-luegt-wie-gedruckt/
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#8 Klaus 001Anonym
  • 29.11.2014, 00:38h
  • Ich bin Fassungslos. Das Waldschlösschen ist mir viele Jahre als bedeutende Errungenschaft der Schwulenbewegung bekannt. Wir sollten Geld sammeln für Rechtsberatung und einen Prozess. Der Imageschaden und finanzielle Schaden durch die Verleumdung kann erheblich sein. Wenn wir jetzt nicht einschreiten, kann es bald zu spät sein, und so wichtige Einrichtungen wie das Waldschlösschen werden zum Aufgeben gezwungen. Liebe Community, seid vorsichtig. Es gibt leider immer noch so viele, die gegen uns sind und uns nur dort sehen wollen, wo wir angeblich hingehören (Gefängnis, Konzentrationslager, Zitat von meiner eigenen Schwester)
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 29.11.2014, 08:43h
  • Antwort auf #8 von Klaus 001
  • "wo wir angeblich hingehören (Gefängnis, Konzentrationslager, Zitat von meiner eigenen Schwester)"

    Das ist sehr traurig und ich möchte Dir Mut zusprechen.

    Es ist aber die traurige Realität im NSU- und FAZ-Deutschland.

    Merkwürdig ist wiederum, dass auch hier Foristen wie Sebi33 diese offensichtlichen postfaschistischen Sachverhalte in unserer Gesellschaft beharrlich ignorieren.

    Oder sollte man sagen: verdrängen?
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#10 XDASAnonym
  • 29.11.2014, 09:42h
  • Da die Frankfurter Allgemeine Zeitung seit einigen Monaten eine homophobe Hetz-Kampagne fährt, sollten wir die FAZ boykottieren. Insbesondere auch die Werbekunden, die dort inserieren, denn so trifft man dieses Schmierenblättchen am besten, wenn die Werbekunden abspringen.

    Dass wir wirklich Macht haben und etwas bewegen können, hat man ja an Barilla gesehen...
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