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Sparmaßnahmen des Landkreises

Neubrandenburg: Aids-Hilfe gibt auf


Ende des Jahres ist mit der Aids-Hilfe Neubrandenburg Schluss (Bild: Ted Drake / flickr / by-nd 2.0)

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte stellt die Unterstützung des Aids-Hilfe-Vereins Neubrandenburg ein – dieser muss daher zum Ende des Jahres schließen. In ganz Mecklenburg-Vorpommern stehen damit nur noch zwei Aids-Hilfen zur Verfügung.

Wie der "Nordkurier" berichtet, hat der 1997 gegründete Verein bereits seine Räume in der Tilly-Schanzen-Straße gekündigt. Zum Jahresende stellt er damit seine Beratungen, Projekte und Öffentlichkeitsarbeit ein.

Grund für die Streichung der Zuschüsse waren Sparmaßnahmen des Landkreises. In den letzten Jahren hatte die Unterstützung bereits abgenommen, zuletzt seien pro Jahr nur noch 7.850 Euro gewährt worden. Ohne diese Unterstützung reichten aber die Spendengelder nicht aus, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Damit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nur noch Anlaufstellen für HIV-Positive in Rostock und Stralsund. (dk)



18 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Tobi CologneAnonym
  • 28.11.2014, 19:53h
  • Schlimm, wie die Politik solche wichtigen Beratungszentren, die hervorragende Aufklärungsarbeit leisten und deren Beratungsangebote unverzichtbar sind, kaputt sparen.

    Aber Hauptsache, man kann weiterhin z.B. der katholischen Kirche das Geld in den Hintern blasen und z.B. die Bischofsresidenzen aus Steuergeldern (auch von Nicht-Kirchen-Mitgliedern) finanzieren. Die brauchen das Geld ja auch dringend, um weiterhin ihren Hass verbreiten zu können.
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#3 Miguel53deProfil
  • 28.11.2014, 21:07hOttawa
  • Die Politik handelt in den meisten Faellen folgendermassen.

    Der Fall: Immer mehr Buerger beschweren sich ueber Jugendgewalt. Das ist zwar ein Problem, dass als groesser angenommen wird, als es in
    Wirklichkeit ist. Aber viele Menschen entwickeln panische Angst, die von den sensationsgierigen Medien nur zu gern aufgegriffen wird.

    Realitaet ist. Es gibt nicht genuegend Jugendeinrichtungen. Es gibt nicht genuegend Jugendhilfe. Vor allem gibt es nicht genuegend Jugend-Sozialarbeiter, die vor allem in den Schulen notendige und wirksame Arbeit leisten. Fuer eine vernuenftige Praeventionsaebeit ist das alles aber wichtig.

    Ein anderer Fall. Viele Buerger fuehlen sich aufgrund der vielen Meldungen ueber Ueberfaelle und Einbrueche nicht mehr sicher. Der Eindruck ist subjektiv verstaendlich, weil die sensationsgierigen Medien nicht nur gern darueber berichten, sondern am liebsten lange Photoreihen dazu veroeffentlichen.

    Objektiv gesehen ist die Chance, Opfer zu werden, eher gering. Doch der Buerger hat ein Recht darauf, dass seine Sorgen zumindest ernst genommen werden.

    Die Politik reagiert zunaechst einmal verhalten und beschwichtigend. Kurz vor Wahlen allerdings werden sie verbal ganz aktiv. Beschuldigen als Opposition die jeweiligen Regierungen, die an diesem Dillema der Zunahme von Gewalt (was laut allen Statistiken gelogen ist) aller Art schuld seien, weil sie an der falschen Stelle sparen. Die Rechten bezeichnen dann die - so genannten - Linken als Gutmenschen. Die Linken haben andere Schimpfworte parat. Und jeder verspricht mehr hiervon, mehr davon, mehr Personal und bessere Organisation.

    Sind die Wahlen vorbei, werden Politiker dann auch real aktiv. So streichen sie die Zuschuesse fuer Jugendeinrichtungen oder schliessen sie ganz. Die Schul-Sozialarbeit wird nicht weiter finanziert. Die zumeist ausgezeichneten Leute verlieren ihre so wichtigen Jobs. Die Polizei muss fuer weitere Jahre auf Befoerderung verzichten. Ueberstunden werden nicht mehr ausgeglichen oder bezahlt, sondern einfach gestrichen. Stellen, die durch Pensionierungen frei werden, werden nicht wieder besetzt.

    Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen und auch durch konkrete Beispiele unterfuettern. Doch das wuerde die Seite hier sprengen. Durch meine vielfaeltigen Kontake auf kommunalpolitischer Ebene habe ich das direkt und plakativ vorgespielt bekommen. Der Rest nach "oben" ist noch schlimmer.

    So wird z.B. kaum darueber gesprochen, dass an vielen Schulen Kunst und Musik als Unterricht immer als erstes den Einsparungen und dem - kuenstlich aufgebauten - Lehrermangel zum Opfer fallen. Und das, obwohl es laengst wissenschaftlich belegt ist, dass musische Ausbildung in erheblichem Masse die Faehigkeiten von Kindern in allen anderen Bereichen foerdert. Nicht zuletzt auch in den sozialen und gesellschaftlich relevanten Faehigkeiten!

    Dass Einsparungen in der Praevention zu erheblichen Mehrkosten in spaeteren Zeiten fuehren, weiss auch die Politik. Doch was morgen ist, interessiert niemanden.

    Und so faellt eben auch eine AIDS-Hilfe zum Opfer angeblicher Sparzwaenge. Nur eine von vielen Einrichtungen, deren Bedeutung die Politik so gern hervorheben - solange die Oeffentlichkeit zuschaut. Sobald der Vorhang faellt, geht die eigentliche Vorstellung weiter. Hinter der Buehne in den versteckten Hinterzimmern!
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#4 wanderer LEAnonym
  • 29.11.2014, 20:41h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Schade ist, daß die zu feige waren, Fallzahlen für MVP und Neubrandenburg zu benennen sondern sich hinter RKI-Zahlen für die BRD verstecken. Die drei Hanseln rechtfertigen kein öffentliches Geld. Neubrandenburg ist nicht Köln.
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#5 wanderer LEAnonym
  • 30.11.2014, 21:45h
  • Antwort auf #2 von Tobi Cologne
  • Dein Beitrag entbehrt jeder Ortskenntnis, denn:

    Neubrandenburg hat weder einen katholischen Bischof noch Katholiken in nennenswerter Zahl.

    Köln hat 165mal so viele Einwohner wie NB aber nur eine einzige AIDS-Hilfe. Wozu also brauchte Neubrandenburg eine?

    Von 90.000 Einwohnern 1989 ist durch Grenzfall und De-industrialisierung 1/3 verschwunden, nach Schließung der Kaserne Fünfeichen Anfang 2016 schrumpft die Bevölkerung absehbar noch mehr.
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#6 ollinaieProfil
  • 30.11.2014, 23:06hSeligenstadt
  • Antwort auf #5 von wanderer LE
  • "... 90.000 Einwohnern 1/3 verschwunden, Anfang 2016 schrumpft die Bevölkerung absehbar noch mehr."

    Aha.
    Dann sollte das Land am besten sämtliche Kultur- und Serviceeinrichtungen schließen, Arzpraxen und Tante-Emma Läden werden sicher auch nicht mehr gebraucht, bis wieder mehr Einwohner zugezogen sind.

    Da bist Du doch sicher dabei.
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#7 Harry1972Profil
#8 TheDad
  • 01.12.2014, 12:01h
  • Antwort auf #5 von wanderer LE
  • ""Köln hat 165mal so viele Einwohner wie NB aber nur eine einzige AIDS-Hilfe. Wozu also brauchte Neubrandenburg eine? ""..

    Weil es in einer flächendeckenden Aufklärungs-und Solidaritätsarbeit nicht nur um Menschen geht, sondern auch um Räume !

    Und weil es den Menschen in der Region nicht zumutbar ist aus Neubrandenburg nach Schwerin oder Rostock zu fahren..

    Der Abbau von Strukturen, eben noch als De-Industrialisierung richtig beschrieben und bemängelt, muß sich nun also auch noch auf Soziale Strukturen ausdehnen, um mit dem Verve einer "Idee", die daherkommt als Nagation der Realität á la :
    ""Schade ist, daß die zu feige waren, Fallzahlen für MVP und Neubrandenburg zu benennen""
    und ""Die drei Hanseln rechtfertigen kein öffentliches Geld"" gleich zu ziehen ?

    Wer sich so entsolidarisiert, und nicht begriffen hat das JEDES EINZELNE HANSEL öffentliches Geld rechtfertigt, sollte sich auf die Frage gefasst machen, ob sein persönliches Schicksal die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse rechtfertigte, denn das ist der Endpunkt, auf den solche "Ideen" hinauslaufen..

    Über den Aufbau katholischer Strukturen im Bistum kannst Du dich dann gerne bei Gelegenheit von unserem Listen-Papst aufklären lassen; darum ging es gar nicht..
    Das Beispiel war eine Analogie über Notwendigkeiten, und die Tatsache das in Bistümern mehr Geld für Badewannen verbraten wird, als es in Landesflächen für die AIDS-Hilfen zur Verfügung stehen..

    Und so beantwortet sich die ketzerische Frage ""Wozu brauchte NB eine?""
    von ganz alleine :

    Weil NB sonst gar keine hat !
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#9 LorenProfil
#10 BrunoAnonym
  • 02.12.2014, 18:17h
  • Bitte nicht die Aids-Hilfe (Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit ...) in Wismar, mit der Außenstelle in Schwerin, vergessen.
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