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  • 29.11.2014           29      Teilen:   |

Progesteron-Studie

Der Mensch, das "homosoziale" Wesen?

Artikelbild
Die Studie aus England kommt zu dem Schluss, dass homosexuelles Verhalten in der Evolutionsgeschichte des Menschen zur Ausbildung sozialer Bindungen erforderlich war

Homosexuelles Verhalten ist nach einer Untersuchung der Universität Portsmouth für stabile soziale Bindungen in unserer Gesellschaft notwendig.

Der Mensch braucht seine sozialen Bindungen, um zu überleben. "Homosexuelles Verhalten bot in der Evolutionsgeschichte des Menschen sehr wahrscheinlich die Möglichkeit, solche Bindungen überhaupt erst stabil ausbilden zu können", sagt die Psychologin Dr. Diana Fleischman von der University of Portsmouth in England.

Fleischman und ihr Team untersuchten in einer Studie, inwieweit der Progesterongehalt bei Frauen und Männern mit homosexuellem Verhalten und allgemein auch mit dem Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen zusammenhängen könnte. Schwul oder lesbisch bedeutet gleich mehr Progesteron? So einfach ist es nicht.

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Progesteron erhöht die Bereitschaft für homosexuelles Verhalten

Dr. Diana Fleischman ist "Senior Lecturer" am "Centre for Comparative and Evolutionary Psychology" der Universität Portsmouth
Dr. Diana Fleischman ist "Senior Lecturer" am "Centre for Comparative and Evolutionary Psychology" der Universität Portsmouth

Dr. Fleischman und ihr Forscherteam untersuchten zuerst 92 heterosexuelle Frauen und bestimmten deren Progesteronwerte im Speichel. Je mehr vom Hormon zu finden war, desto höher war auch die erklärte Bereitschaft der Frauen, sich auf andere Frauen einzulassen, z.B. durch einen Kuss.

In einer weiteren Studie untersuchten die Wissenschaftler 59 heterosexuelle Männer auf ihren Progesterongehalt. Die Männer wurden zudem in drei Gruppen aufgeteilt und mussten an Wortspielen teilnehmen, bei denen sie Worte der Freundschaft, der Sexualität oder neutrale Worte ergänzen mussten. Solche Probanden, die sich mit Freundschaften auseinandersetzten, zeigten eine um 26 Prozent größere Bereitschaft zu homosexuellem Verhalten als die Männer der anderen beiden Gruppen. Diejenigen Männer, die sowohl einen hohen Progesteronwert hatten als auch mit dem Konzept von Bindung und Freundschaft umgingen, hatten sogar eine um 41 Prozent höhere Motivation, sich anderen Männern anzunähern.

Homosexualität festigt ebenso im Tierreich soziale Bindungen

"In unserem Fall denken wir über Sex sehr oft, dass er einzig der Fortpflanzung nützt. Jedoch ist Sexualität etwas sehr Intimes und äußerst Angenehmes. Sexuelles Verhalten dient vielen Tieren, insbesondere den Affen und uns Menschen als probates Mittel, enge Beziehungen aufzubauen und diese auch aufrechterhalten zu können", sagt Dr. Fleishman. Am besten sehe man das daran, dass Paare noch immer zusammenbleiben, obwohl sie gar keine Kinder bekommen können.

Menschen haben genau wie die großen Affenarten Sex nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung. Die Gründe, mit einem Partner eine sexuelle Bindung einzugehen, sind vielfältig und reichen von angenehmen Gefühlen über die Belohnung bis hin zur Dominanz anderer. Homosexuelles Verhalten tritt dabei gleichberechtigt mit der heterosexuellen Beziehungspflege auf. "Beim Menschen zeigen sogar diejenigen sehr oft Bereitschaft zu gleichgeschlechtlichem Sex, die sich selbst nicht als homosexuell bezeichnen würden", schließt Dr. Fleischman.

Fazit ihrer Studie: Die Abhängigkeit von vertrauensvollen und freundschaftlichen Bindungen zu anderen Menschen erhöhe unsere Bereitschaft, homosexuelles Verhalten zuzulassen. Homoerotische Gedanken zu haben, heiße aber nicht zwingend, diese auch ausleben zu müssen. Doch für stabile soziale Bindungen in unserer Gesellschaft seien sie wohl früher wie heute grundlegend und notwendig. (mm)

  Stichwort: Progesteron
Progesteron wird in den Eierstöcken der Frau und in den Nebennieren des Mannes gebildet. Es ist eigentlich das Schwangerschaftshormon und verhindert während der Entwicklung des Kindes eine erneute Schwangerschaft. Es ist aber auch ein wichtiges Hormon, welches uns Menschen freundlich und mitfühlend macht, sodass wir uns auf andere einlassen können. Progesteron gilt deshalb als ein wichtiger Schlüssel für Freundschaft und enge Bindungen.
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Tags: progesteron, university of portsmouth, soziale bindungen, diana fleischman
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Reaktionen zu "Der Mensch, das "homosoziale" Wesen?"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
29.11.2014
07:59:43


(-9, 15 Votes)

Von liberalissimo


Pseudowissenschaftlicher Unsinn.


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#2
29.11.2014
08:30:08
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von J-eye


Um dann mal die "Logik" von Homophoben auf diesen Artikel anzuwenden: Die Ablehnung von Homosexualität ist unnatürlich und damit von Grund auf schlecht, weil sie dieser evolutionären (und damit natürlichen) sozialen Komponente widersprechen. Upps, Moment mal... ;)


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#3
29.11.2014
08:50:13
Via Handy


(+7, 11 Votes)

Von Miepmiep
Antwort zu Kommentar #1 von liberalissimo


Oh, ein Experte, ja?!


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#4
29.11.2014
09:18:16


(+8, 10 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Die für mich schlüssigste Erklärung lautet, daß Homosexualität einen evolutionären Vorteil bringt, denn Sippen mit homosexuellen Mitgliedern produzieren letztlich zwar weniger Nachwuchs doch werden die Ressourcen der Gruppe auf weniger Kinder gebündelt, was diesen einen besseren Start ins Leben garantiert.

Das homosexuelles Verhalten die Bindungen innerhalb einer Gruppe festigt, klingt auch logisch. Ich kapiere nur nicht wirklich, was das mit dem Progesteron soll und das Jonglieren mit Prozentzahlen bei einer so kleinen Menge an Probanten.


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#5
29.11.2014
09:39:51


(+9, 9 Votes)

Von XDAS


Ja, auch sexuelle Vielfalt ist für eine Population immer enorm wichtig. Denn nur Vielfalt (an Genen, an Talenten und Fähigkeiten, etc.) erlaubt das Überleben.

Was aus mangelnder Divergenz wird, sieht man ja bei so manchen Adelsgeschlechtern, wo jahrhundertelange Inzucht sich langsam bemerkbar macht.


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#6
29.11.2014
09:45:44


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #2 von J-eye


Genau auf den Punkt gebracht!


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#7
29.11.2014
09:55:21


(+8, 8 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby


Die Schlüsse, die Dr. Fleischmann aus den Untersuchungen ihrer Probanden zieht, sind durchaus interessant aber die Anzahl der Probanden ist sehr gering und von daher bin ich skeptisch ob der Ergebnisse. Ich denke auch, dass es die "homosozialen" (allerdings auch die "homoassozialen") Wesen gibt. Allerdings glaube ich eher, dass es an der frühen Selbsterkenntnis liegt, nicht wie die "Anderen" zu sein. Und so muss sich das "homosoziale Wesen" meist schon rel. früh mit der eigenen Persönlichkeit und der Nischenfindung im sozialen wie im (späteren) beruflichem Umfeld auseinandersetzen. Das kann (!) zu einer höheren Sensibilität gegenüber sozialen Zusammenhängen und Mitmenschen - egal welchen Geschlechts - führen.


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#8
29.11.2014
11:20:14


(+8, 10 Votes)

Von dem Reiser


Angeblich über 10.000 Jahre alt. Name: Mensch

Berufsbilder

Link zu www.queer.de

Link zu www.queer.de

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#9
29.11.2014
12:00:43


(+4, 10 Votes)

Von Schwuler Soldat
Antwort zu Kommentar #8 von dem Reiser


"Berufsbilder"

Gut, dass sie ihre Schlag- und Traghölzer, zur kollektiven Sicherung lebensnotwendiger Rohstoffe mittels Gewalt, nicht von der CDU bekamen.

Link zu www.queer.de

Link zu www.huffingtonpost.de


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#10
29.11.2014
12:16:29


(-5, 9 Votes)

Von liberalissimo
Antwort zu Kommentar #5 von XDAS


Richtig. Nur Vielfalt an Genen erlaubt das Überleben.

Es gibt aber kein Homo-Gen (besser Allel)


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