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  • 01.12.2014           15      Teilen:   |

Berlin

Der große Wowi-Abschiedsmarathon

Artikelbild
Klaus Wowereit ist seit 2001 Regierender Bürgermeister und seit 2006 gleichzeitig Kultursenator von Berlin. Am 11. Dezember 2014 übergibt er sein Amt an den bisherigen Stadtentwicklungssenator Michael Müller (Bild: SPD Schleswig-Holstein / flickr / cc by 2.0)

Klaus Wowereit nimmt der Reihe nach Abschied. Im Tipi gab's eine große Gala mit Gayle Tufts, anschließend kommt er ins Schwule Museum* und dann ist der LSVD dran.

Von Kevin Clarke

Klaus Wowereit liebt bekanntlich Puccini – jedenfalls präsentierte er vor vielen Jahren einmal eine entsprechende persönliche CD bei der Deutschen Grammophon. Aber der Noch-Regierende Bürgermeister von Berlin liebt eben auch und glücklicherweise Entertainment. Deshalb ist er ein Dauergast bei Barrie Kosky an der Komischen Oper sowie in der Bar jeder Vernunft bzw. dem Tipi-Zelt am Kanzleramt.

In letzteren beiden Institutionen treten die vielen LGBT-Kleinkunstkünstler auf, die mit ihren Programmen, ganz ohne staatliche Subventionen, das Image der Kulturstadt entscheidend mitprägen. Da war es nur passend, dass einer der Stars dieser Szene, Gayle Tufts, zum Abschied Wowereits aus der Berliner Politik eine Gala-Performance ankündigte, mit der "Wowi" musikalisch in den Ruhestand geschickt werden sollte.

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Ein Abschiedswalzer mit Gayle Tufts

Zwei gute Freunde: Klaus Wowereit mit Tipi-Chef Holger Klotzbach - Quelle: Tipi am Kanzleramt
Zwei gute Freunde: Klaus Wowereit mit Tipi-Chef Holger Klotzbach (Bild: Tipi am Kanzleramt)

Die "Command Performance für die Queen" von Tufts Show "Love!" fand im Tipi statt, mit 3.000 zahlenden Gästen und 200 geladenen VIPs. Zu denen zählte natürlich auch Wowereit selbst, der mit Lebenspartner Jörn Kubicki vorn im Parkett saß und sich sichtlich amüsierte über die vielen Anspielungen in Tufts "dinglischer" Moderation, die zwischen Deutsch und Englisch changierte. Und er lachte herzlich über Tufts neu in die Show eingefügten Song "Call Me Maybe", in dem sie die Kanzlerin und ihr Handy-Verhalten durch den Kakao zog – ebenso die Hosenanzüge.

Die Lieder waren die alten, aber die Show ist seit der Premiere im April 2014 deutlich gereift und besser geworden. Die Parade der Love Songs – von Klassikers wie "My Heart Will Go On" bis zu neu komponierten Titeln vom knackigen Pianisten Marian Lux – klang frischer als zuvor. Und Miss Tufts war in ganz großer Form. Jede Pointe saß, und ihre Stimme verbreitete sich warm und sympathisch im Raum.

Ein Highlight von vielen war der melancholisch dahingleitende Irving-Berlin-Song "Let's Face The Music And Dance", zu dem Wowereit tatsächlich auf die Bühne kam und mit Tufts einen Abschiedswalzer tanzte. Der Applaus, den beide dafür bekamen, war phänomenal und wollte nicht enden. Es war zweifellos ein historischer Moment, der zu Herzen ging. Denn die Menschen, die da im Tipi saßen, ein Großteil aus der Berliner schwulen Community, lieben Wowi – ganz egal, was sie von seiner Politik in den letzten problematischen Jahren halten.

Ein Dankeschön im Namen aller Kleinkünstler und Schwulen

Auch im Ruhestand braucht sich Klaus Wowereit um Eintrittsgelder keine Sorgen zu machen
Auch im Ruhestand braucht sich Klaus Wowereit um Eintrittsgelder keine Sorgen zu machen

Nach der Show und vielen Zugaben gab's im Foyer eine Party. Da hielt der Bar jeder Vernunft/Tipi-Chef, Holger Klotzbach, eine Rede und bedankte sich im Namen aller Kleinkünstler und (!) Schwulen Berlins fürs Engagement Wowereits. Er habe viel für die Szene getan, indem er immer für sie da war.

In seiner eigenen Dankesrede betonte Wowereit, wie wichtig Kleinkunst à la Gayle Tufts & Co. und eine intakte Gay Community fürs Image der Metropole sei, für die Weltoffenheit der Stadt und für ihre Attraktivität. Er betonte auch, wie sehr es einen Kultursenator freue, wenn eine derart strahlkräftige Kulturszene ihn keinen Cent koste, sondern sich selbst finanziere.

Sonderausstellung "Und das ist auch gut so" im Schwulen Museum*

Was Wowereit nach seinem Rückzug aus der Politik machen wird, verriet er nicht. Er sagte aber, dass er dann endlich Zeit haben werde, um sich öfter Shows anzuschauen. Von Holger Klotzbach bekam er für sich und seinen Partner ein lebenslängliches Dauerticket für alle Veranstaltungen in seinen Häusern. Ansonsten wird der "Und das ist auch gut so"-Bürgermeister ab 8. Dezember als "Gay Icon" ins Schwule Museum* Berlins einziehen, wo es eine Sonderausstellung über ihn geben wird, die Kriss Rudolph, der stellvertretende Chefredakteur des Magazins "Männer", kuratiert. Wowereit wird sie persönlich um 17 Uhr eröffnen, und selbstredend sind seine Freunde aus dem Tipi dann auch alle da. Denn Partys feiern kann man nie genug.

Und bevor es dann endgültig vorbei ist, gibt auch der LSVD am 10. Dezember um 16 Uhr eine Party im Foyer des Roten Rathauses, mit Vertreterinnen und Vertretern von über 30 Berliner Organisationen und Initiativen. Mit einem Meer aus Regenbogenflaggen soll Wowereit als Regierender Bürgermeister unter dem Motto "Danke Wowi! Berlin ist und bleibt bunt" verabschiedet werden.



Für alle, die nicht dabei sein können: Noch bis zum 4. Dezember sammelt der LSVD Dankes- und Abschiedsgrüße per Email ein, die Klaus Wowereit am 10. Dezember in Form eines Buches überreicht werden sollen.

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Tags: klaus wowereit, tipi, abschied, schwules museum, lsvd
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Reaktionen zu "Der große Wowi-Abschiedsmarathon"


 15 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
01.12.2014
12:01:38


(+5, 5 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


wie schön, ein bürgemeister, der liebend gern feiert und der gern und oft das kulturelle angebot der stadt nutzt. allein das macht(e) mir wowereit sehr sympathisch.
politiker, die zum lachen in den keller gehen, davon haben wir doch mehr als genug!


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#2
01.12.2014
12:31:42


(-1, 7 Votes)

Von niccinicci


wir trauern ihm keine träne nach, und damit meine ich viele viele schwule hier in schöneberg und über die grenzen Berlins hinaus. er wird uns ewig in Erinnerung bleiben als eitler partybürgermeister, der mit dem berliner pleiteflughafen in Verbindung gebracht wird und eindeutig die Verantwortung dafür trägt. wer viel reist, weiss, die ganze welt lacht über Berlin, das ist sein grosser verdienst. war da sonst noch was nach so vielen jahren????
viele heisse luft und sonst nichts.
als unbeliebtester Politiker Berlins hat auch er es dann endlich begriffen, wir wollen einen neuen Bürgermeister. gibt wohl keinen, der länger seine eigene krise ausgesessen hat.
bye bye


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#3
01.12.2014
14:48:56


(0, 2 Votes)

Von GeorgG


Wowereits Nachfolger, Michael Müller, ist durch und durch hetero. Er musste sich überhaupt erst in das Thema Homosexualität einarbeiten und immer noch zweifele ich daran, dass er die Zusammenhänge wirklich verstanden hat.
In den nächsten Jahren wird Berlin kräftig sparen müssen und es werden überall kräftige Abstiche gemacht werden. Die Schwulen haben unter Müller jetzt nicht mehr einen solchen Freiraum wie sie ihn unter Wowereit hatten.
Die Zeiten in Berlin für LGBTI-Leute werden härter.


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#4
01.12.2014
15:13:39


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User Monster_Baby


Bei allen Fehlern die er gemacht haben mag - und wer macht keine - werde ich ihn vermissen. Er war menschlich und ein Rolemodel für viele, denen er Mut gemacht hat ihren beruflichen Weg zu gehen. Er hat Berlin zu einer kulturellen Weltstadt gemacht, trotz der teilweise permanent meckernden und provinziellen Bewohnerschaft. Seinen Abgang hat er etwas zu lange herausgezögert, denn man hat schon in den letzten 2-3 Jahren gemerkt, dass die Luft raus ist - aber was soll's, mach's gut Wowi und Danke.


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#5
01.12.2014
17:36:08


(-2, 4 Votes)

Von memento_mori
Antwort zu Kommentar #2 von niccinicci


Genau!

Wowereit hat im Bundesrat NICHT für die Gleichstellung der Schwulen und Lesben gestimmt.

Machterhalt war ihm, wie auch der Bundes-SPD, immer wichtiger, als sich FÜR UNSERE GRUNDRECHTE einzusetzen.

Dem Beschluss der Bundesratsmehrheit (!) FÜR die Öffnung der Ehe hat Wowereit NICHT zugestimmt.

Ein opportunistischer Machtpolitiker. Party war ihm wichtiger als sich für Menschrenrechte aktiv einzusetzen.


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#6
01.12.2014
17:59:05


(-3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #5 von memento_mori


Falsch, er hat dafür gestimmt!


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#7
01.12.2014
18:11:47


(+1, 3 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von FoXXXyness


Dass Wowereit im Bundesrat für die Gleichstellung gestimmt hat, wäre mir neu. Hast du eine Quelle, die deine Aussage belegt?

Soviel ich weiß, hat Wowereit sich angeblich wegen der Koaliton mit der CDU, faktisch jedoch wohl aus Machtgeilheit, der Stimme enthalten und im Resultat GEGEN die Gleichstellung gestimmt. Denn nur so konnte er weiter in seinen Regierendensessel furzen:
Link zu www.welt.de


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#8
01.12.2014
19:07:42


(-2, 4 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam
Antwort zu Kommentar #5 von memento_mori


Nicht unsachlich werden. Er hat das nicht freiwillig gemacht. Es ist nun mal, im Koalitionsvertrag so festgelegt, daß sich bei unterschiedlichen Meinungen enthalten wird. Leider ist der Partner nun mal die CDU im Moment. Der Sündenbock ist, in dem Fall, nicht Wowereit. 2008 hat Wowereit mit Stimmenthaltung die Rot/Rote Koalition gerettet.


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#9
02.12.2014
00:32:27


(+2, 4 Votes)

Von sperling


ich rechne es wowereit immer noch an, dass er offizielle grußworte an folsom europe gerichtet hat und sich davon auch nicht abbringen ließ, als ein paar medien versuchten, das auf möglichst widerwärtige weise zu skandalisieren.
andere politiker, und sogar viele "aktivisten" hätten diese gruppe beim kleinsten windstoß fallenlassen, er nicht. dazu gehörte rückgrat.


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#10
02.12.2014
02:54:53


(+1, 3 Votes)

Von Borbe


Und an die ganzen Wowereit-Basher: wenn sogar sein Vorgänger Eberhard Diepgen betonen muss, dass der Flughafen BER in BRANDENBURG liegt und es BRANDENBURGER Behörden sind, in deren Zuständigkeit er liegt... wenn man keine Ahnung hat einfach mal Klappe halten gell


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