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Die Festnahme wurde von der TV-Journalistin Mona Iraqi gefilmt

Ein TV-Team hatte die Polizei auf "Gruppenperversionen" aufmerksam gemacht und die Verhaftungen gefilmt.

Von Norbert Blech

In Ägypten sind am Sonntag erneut zahlreiche Männer wegen angeblicher homosexueller Handlungen festgenommen wurden. Die Polizei stürmte am Sonntag gegen 22 Uhr abends ein Hamam im Asbakeja-Viertel in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Auf den Vorfall aufmerksam machte die TV-Journalistin Mona Iraqi, die über die Verhaftungen am Mittwoch in der Sendung "El Mostakbai" des Nachrichtenkanals Al-Qahira wal Nas berichten will. Auf Facebook postete sie Fotos der Aktion – und brüstete sich, die Behörden über die "Hölle der Perversion im Herzen von Kairo" selbst aufmerksam gemacht zu haben.

Die Moralpolizei habe zahlreiche Männer bei einer Gruppensexparty erwischt, so Mona Iraqi. In ihrer Sendung werde sie die wahre Geschichte dieses Ortes erzählen, der für die Verbreitung von Aids verantwortlich sei.

Offenbar heimliche Aufnahmen

Medienberichten zufolge wurden bis zu 40 Männer verhaftet, darunter der Eigentümer und die Mitarbeiter des Hamams. Sie wurden nackt in einen Polizeibus gebracht, angeblich, weil ihre Kleidung untersucht werden müsse, und zu einer Polizeistation transportiert. Es gibt Berichte, dass einige Männer in dem Hamam verprügelt worden seien.

Der Nachrichtenagentur AFP, die von 33 Festnahme spricht, sagte ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, der Besitzer werde beschuldigt, die Einrichtung in eine Stätte von "unmoralischem und anstößigen Verhalten und Gruppen-Homosexualität verwandelt" zu haben. Den Männern drohe eine Anklage wegen sexueller Auschweifungen.

Die Journalistin gab an, sie habe bereits in der letzten Woche über die Vorfälle berichten wollen, dann aber den Behörden die Chance gegeben, das Bad zu schließen. Auf Facebook gab sie an, heimlich aufgenommenes Filmmaterial von Orgien in dem Gebäude und einem entsprechenden Geständnis des Besitzers zu haben. Sie soll am Sonntag mit einem Kamerateam noch vor der Polizei in dem Hamam aufgetaucht sein, es gibt auch Gerüchte über Polizei-Informanten im Innern des Gebäudes.

Das Hamam ist in mehreren internationalen Gay Guides aufgeführt. In Berichten heißt es, es komme dort sehr einfach zum Sex. Gelegentlich suche die Polizei den Ort auf, um Schutzgelder zu erpressen. Auf Facebook schrieb Mona Iraqi, die Sauna werde "von Männern jeden Alters und jeder Nationalität" frequentiert.

Ansteigende Verfolgung

Unter dem neuen Regime in Ägypten hatte es zuletzt eine Zunahme von Verhaftungen und Verurteilungen schwuler Männer gegeben. Im November wurden acht angeblich schwule Männer zu drei Jahren Haft verurteilt, weil sie an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung auf einem Nil-Flussschiff teilgenommen haben sollen und sich ein Video davon verbreitet hatte (queer.de berichtete). Im September waren sechs Männer für eine angebliche private Sex-Party zu jeweils zwei Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt worden (queer.de berichtete). Vor dem Prozess hatte Amnesty International gewarnt, dass die Polizei im Laufe eines Jahres rund 80 angeblich schwule Männer verhaftet habe.

Anfang Dezember sprach das Innenministerium von einem Prostitutionsring in Kairo, den man gesprengt habe, darunter sollen sich Homosexuelle und Transgender befunden haben. Nach der Festnahme eines angeblichen Homosexuellen ließ Generaloberst Abd al-Fattah as-Sisi kürzlich verlautbaren, der habe Männer für "die Terrororganisation der Muslimbrüder" anwerben wollen. Die Muslimbrüder hatten selbst Homosexualität als Möglichkeit zur Denunziation von politischen Gegnern genutzt.



In Ägypten gibt es kein direktes Verbot von homosexuellen Handlungen, schwule Männer werden allerdings mit Gummiparagrafen verurteilt. Ihnen wird in der Regel zur Last gelegt, sich der "moralischen Verdorbenheit" "Ausschweifungen" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht zu haben.

Es gab Jahre, in denen es praktisch zu keiner Verfolgung kam. Ab dem Jahr 2000 folgte ein stärkeres Vorgehen gegen homosexuelle Männer, darunter 2001 ein Massenprozess, nachdem die Polizei 52 Männer auf einer Party verhaftetet hatte. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt. Nach 2004 wurden bis zur Revolution keine größeren Festnahmewellen mehr bekannt.



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 08.12.2014, 21:58h
  • Wenn Journalismus zum Büttel des Unrechtsstaates pervertiert... Furchtbar.

    Frage mich, ob die vom Militär geputschte, demokratisch gewählte islamistische Regierung es gewagt hätte, so offen und barbarisch die Menschenrechte zu verachten, wie es die vom Westen gestützte Militär-Junta nun tut.
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#2 MenschenrechteAnonym
#3 Harry1972Profil
  • 08.12.2014, 22:25hBad Oeynhausen
  • Furchtbar.
    Was ich solche Arschlöcher wie diese "Journalistin" verachte.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 zufällig heuteAnonym
#5 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 08.12.2014, 22:46h
  • Antwort auf #2 von Menschenrechte
  • Die Sharia, je nach Interpretationen, lässt da sogar "Spielräume", Totalitarismus nicht, ich frage deshalb, weil ich glaube, das die Moslems, um international nicht völlig verfemt zu werden, sich mit solcherlei geradezu provokanten Aktionen zurückgehalten hätten, aber wer weiß...

    Interessant übrigens wie ein als Extremist eingestufter "Salafist", im Zusammenhang mit Homosexuellen im Sinne der Sharia über Denunzianten urteilt.
    youtu.be/V5A_B6hhZto
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#6 David77Anonym
  • 08.12.2014, 23:00h
  • Da wurde mein Kommentar tatsächlich nicht zugelassen... bei meiner Verachtung für diese Tat kein Wunder... das kann man nicht ausdrücken.

    Was haben ihr die Männer angetan? Eifersüchtig weil sie nicht begehrt wird?
    Dass sie sowas gerade als Frau macht, die selber unterdrückt wird, kann ich nicht nachvollziehen.
    Aber manche scheinen ja das System zu lieben, das sie unterdrückt.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 AdamAnonym
  • 09.12.2014, 00:25h
  • Antwort auf #5 von reiserobby
  • Genau diese gefassel zeigt mir wieder Sie haben keine Ahnung vom Islam!!

    Nun ist diese Dreckige homophobe Attack alleine die "Militär-Junta" nur was diese Länder wo dies tag täglich passiert gemeinsam haben wird ausgeblendet die Religion .. in diesem Fall der Islam ....Und am besten ist ja zu sagen die Islamische "Demokratisch" gewählt Regierung hätte das nicht getan ...

    Sind Sie ein Anhänger dieser Religion ? oder einfach nur verblendet das, dass Problem die Religion ist ..Alle Religionen sind das Problem ..!!!!
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#9 Homonklin44Profil
  • 09.12.2014, 03:13hTauroa Point
  • Journalistin im Dienste des Hass-Eifers.

    In dem Land haben die echte Probleme, da kommen unsere Streit-Ebenen nicht mit.

    Leidlich spielt da mit hinein, dass die aus der Sicht heraus aus dem überall in jeder Lebensfacette durchdrungenen Religions-Schizoismus sich noch als Kavaliere von Allah empfinden dürften.

    Unrechts-Unterstützung aus Glaubensgründen. So wird das dann beschönigt und glatt gedeutet.
    Dabei gibt es da doch auch ein moderates Denken ... wohl nur als ignorierte Minderheit.
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#10 Fred i BKKAnonym
  • 09.12.2014, 03:22h
  • ....das ist der Fluch einer jeden "Religion" dass sie fortzeuget immer boeses muss gebaeren...

    Aus dem Uterus des relgioesen Aberglaubens ,krichen immer neue widerliche Teufel...

    egal wo --egal welche.....
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