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  • 09.12.2014           8      Teilen:   |

Homophobie

Warschau: Betrunkener zündet Regenbogen-Mahnmal an

Artikelbild
Der Regenbogen am Warschauer Erlöserplatz

Am Wochenende hat ein mutmaßlicher Homo-Hasser erneut versucht, eine Kunstinstallation für LGBT-Rechte abzufackeln – die Polizei nahm den 25-Jährigen fest.

Erneuter Brandanschlag auf das zentral in Warschau gelegene LGBT-Mahnmal: Am Sonntagmorgen um ein Uhr versuchte ein Mann, die aus Kunstblumen bestehende Installation an einem Kreisverkehr am Erlöserplatz anzuzünden. Das Feuer konnte allerdings schnell gelöscht werden, so dass nur ein geringer Schaden entstanden ist.

Der mutmaßliche Täter wurde noch vor Ort verhaftet. Es handelt sich polnischen Medienberichten zufolge um den 25-jährigen Kamil S., der zum Tatzeitpunkt betrunken gewesen sein soll.

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Sechs Anschläge auf das Mahnmal seit 2012

Es ist nicht der erste Brandanschlag auf den sechs Meter weiten und bis zu neun Meter hohen Bogen, der 2011 als Zeichen für ein weltoffenes Polen für die EU-Ratspräsidentschaft erstellt und ursprünglich vor dem Europäischen Parlament in Brüssel errichtet worden war. 2012 wurde er schließlich an seinem jetzigen Standort in Warschau aufgestellt. Im letzten Jahr wurde er während Krawallen am Unabhängigkeitstag von Nationalisten niedergebrannt (queer.de berichtete).Für die Wiedererrichtung hatte die Stadtverwaltung 110.000 Zloty (26.500 Euro) zur Verfügung gestellt. Insgesamt hatten Vandalen seit 2012 mindestens sechs Mal die Installation angegriffen.

Die Warschauer Bürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz hatte stets betont, dass das Mahnmal immer sofort wiedererrichtet wird, sollte es erneut beschädigt oder zerstört werden. Rechtspopulistische Politiker fordern dagegen die Entfernung der Installation. So nannte ein Parlamentsabgeordneter der Kaczynski-Partei "Recht und Gerechtigkeit" die Errichtung eine "beleidigende Geste gegenüber Christen", weil es gegenüber der Erlöserkirche aufgestellt wurde.

Die Installation ist ein Projekt der Danziger Künstlerin Julita Wojcik, die damit zeigen wollte, dass Polen kein homophobes Land ist. (dk)

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Tags: polen, warschau, regenbogen-mahnmal
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Reaktionen zu "Warschau: Betrunkener zündet Regenbogen-Mahnmal an"


 8 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
09.12.2014
17:24:08


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Da hat sich einer im wahrsten Sinne des Wortes die restlichen Gehirnzellen noch weggesoffen!


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#2
09.12.2014
17:38:34


(+5, 7 Votes)

Von Hugo


"So nannte ein Parlamentsabgeordneter der Kaczynski-Partei "Recht und Gerechtigkeit" die Errichtung eine "beleidigende Geste gegenüber Christen", weil es gegenüber der Erlöserkirche aufgestellt wurde."

Der Name der Partei ist eine beleidigende Geste gegenüber der Demokratie.


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#3
09.12.2014
19:37:17


(+2, 6 Votes)

Von Toon


Kein Grund zur Besorgniss. Schnaps gehõrt in diesen Ländern zum Grundnahrungsmittel. Aber eigentlich dürften die deshalb überhaupt nicht besoffen sein.


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#4
10.12.2014
01:02:48


(+1, 7 Votes)

Von Delisa
Antwort zu Kommentar #3 von Toon


Ich hab anscheinend nicht ganz verstanden, was genau der Wortlaut 'um Missbrauch vorzubeugen' bedeutet, finde jedoch, dass solche Art von Stereotypen - seien sie auch ironisch gemeint - unter 'unfreundliche und respektlose Kommentare' und 'Beleidigung' fallen. (queer.de-Net(t)iquette)

Sorry, aber ich zähle das zu Antislawismus.


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#5
10.12.2014
01:11:53


(+3, 7 Votes)

Von Delisa


Leider stimmt einiges im Artikel nicht so ganz. Der Regenbogen hat offiziell nicht die Bedeutung eines LGBT-Mahnmals und steht auch nicht für LGBT-Rechte.
Genauso hat sich die Künstlerin dazu geäußert, dass die Installation nicht politisch oder ideologisch motiviert sei.

Von Konservativen und Rechten wird der Regenbogen aber als solch ein LGBTQI-Symbol aufgefasst.


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#6
10.12.2014
09:07:50


(0, 4 Votes)

Von Marek


Da man diesmal einen Täter hat, kann (und muss) man ihm die entstandenen Kosten für die Löschaktion und den Wiederaufbau des Denkmals in Rechnung stellen.

Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit die Kosten für die Verbrechen irgendwelcher Faschisten zu tragen hat.


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#7
10.12.2014
13:54:27
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Timon
Antwort zu Kommentar #6 von Marek


Sehe ich genauso. Solchen Vandalismus muss man immer wieder entgegnen, indem man das neu aufbaut.

Und die Täter dafür zur Kasse bittet.


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#8
10.12.2014
14:39:10


(-1, 5 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #5 von Delisa


Frau Wojcik hat ihre Arbeit zunächst als Tribut an die Tugenden der Toleranz, Offenheit und des Optimismus konzipiert, später erklärt, sie sei völlig frei von irgendwelchen ihr zuerkannten Bedeutungen, sondern einfach nur schön ("Simply - that it be beautiful.").

Link:
culture.pl/en/artist/julita-wojcik


Man kann von solchen Volten halten, was man will. Ich halte davon nichts.


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