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  • 09.12.2014           17      Teilen:   |

Grundrechteagentur

EU-Bericht: Gewalt gegen Transsexuelle "besorgniserregend"

Artikelbild
Der Bericht wurde am Dienstag in englischer Sprache veräffentlicht

Die EU-Grundrechteagentur schlägt Alarm: Transsexuelle sind doppelt so oft Opfer von Gewalt wie Lesben, Schwule oder Bisexuelle. Deutschland schneidet nicht gut ab.

Diskriminierung und Gewalt sind in der Europäischen Union für Transsexuelle immer noch an der Tagesordnung. Das ist das Ergebnis eines neuen Berichts (PDF, englisch) der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), der am Dienstag in Wien vorgestellt wurde. Demnach wurden 34 Prozent aller Transsexuellen innerhalb der letzten fünf Jahren Opfer von hassmotivierter Gewalt. Das Vertrauen in die Polizei ist dabei gering: Rund drei Viertel der Gewaltopfer gaben an, nicht die Behörden informiert zu haben.

Die Studie zeigt, dass viele Transsexuelle aus Angst vor ihrer Umwelt erhebliche Einschränkungen hinnehmen müssten. So erklärte die Hälfte der Befragten, öffentliche Orte wenn möglich zu meiden, um nicht angegriffen zu werden. "Jeder Mensch hat das Recht, er selbst zu sein. Tatsächlich leben jedoch viele Trans-Personen in Furcht, da die Gesellschaft Trans-Personen und ihren Bedürfnissen häufig intolerant und ignorant gegenübersteht", erklärte der FRA-Direktor Morten Kjaerum. Er forderte von den Nationalstaaten Maßnahmen zum besseren Schutz von Transsexuellen.

Die Ergebnisse stammen aus einer im Jahr 2012 gestarteten LGBT-Onlinestudie, an der sich EU-weit 93.000 Menschen beteiligt hatten, darunter knapp 6.600 Transsexuelle. Dabei zeigte sich etwa, dass bei fast allen Daten zu Gewalt und Diskriminierung der Anteil von Transsexuellen doppelt so hoch liegt wie bei den LGB-Teilnehmern. Die Gesellschaft errichte einen "unsichtbaren Käfig", in den sie Trans-Personen stecke, heißt es in dem Bericht. Dies führe insbesondere dazu, dass Transsexuelle nicht im Arbeitsmarkt integriert würden und dadurch noch mehr ins soziale Abseits gerieten.

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Bescheidene Ergebnisse für Deutschland

Insgesamt gaben 54 Prozent der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten wegen ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert worden zu sein. In dieser Frage gibt es allerdings große nationale Unterschiede: Am meisten fühlen sich Trans-Personen in Großbritannien diskriminiert (65 Prozent). Auch in Deutschland liegt die Quote mit 58 Prozent über dem Durchschnitt.

Transsexuelle beklagen in Deutschland auch einen höheren Anteil von hassmotivierter Belästigung. In den vergangenen zwölf Monaten berichteten 26 Prozent der Transsexuellen in Deutschland von derartigen Übergriffen. Im EU-Schnitt sind es 22 Prozent. Auch hier ist Großbritannien mit 37 Prozent mitführend, während Italien mit zehn Prozent den niedrigsten Wert meldet.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte bereits Anfang des Jahres Deutschland und andere europäische Länder beschuldigt, nicht genug gegen Trans-Diskriminierung zu tun (queer.de berichtete).

Die Agentur für Grundrechte mit Sitz in Wien ist eine 2007 von der Europäischen Union geschaffene Institution, die den Schutz der Grundrechte in den EU-Ländern überwacht. Sie hat bereits mehrfach die Ungleichbehandlung von sexuellen Minderheiten beklagt. Ihre Vorläuferorganisation war die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. (dk)

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Tags: eu-grundrechteagentur, transsexuelle, europäische union, studie
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Reaktionen zu "EU-Bericht: Gewalt gegen Transsexuelle "besorgniserregend""


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
09.12.2014
17:18:58


(0, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Ergebnisse sind besorgniserregend und es ist noch viel zu tun!


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#2
09.12.2014
17:40:11


(0, 6 Votes)

Von GeorgG


Es wird sich -leider- für Transsexuelle wenig ändern. Wenn sich die Situation bessern sollte, müsste die Gesellschaft noch liberaler werden. Dies aber ist unwahrscheinlich. In der aktuellen Umfrage von queer.de nach einem evtl. Rollback in unserer Gesellschaft sind fast 60 % der Meinung, es gebe ein Rollback und die Situation für LGBTI-Leute verschlechtere sich.


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#3
09.12.2014
18:25:29


(+9, 11 Votes)

Von Merci


Danke an queer.de für diesen Artikel.
Oft gehen leider die Belange von Transexuellen im Kampf um LGBT-Rechte unter. Man zählt Trans-menschen zwar mit auf aber das wars dann auch schon.
Auch viele Schwulen und Lesben interessieren sich wenig für die Rechte transexueller Menschen, fordern aber für ihre eigene Problematik immer die volle Unterstützung anderer ein .

Insofern bin ich dankbar das ihr diesen Bericht über die Studie bringt.


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#4
09.12.2014
18:27:18


(+8, 10 Votes)

Von Zaunfink


Ein aktuelles Beispiel:

"Die Medienhetze gegen Lann Hornscheidt verdeutlicht das Ausmaß an fehlendem Wissen, an Starrheit und Hass, mit dem in Deutschland auf Personen reagiert wird, die dem zweigeschlechtlichen Kategorisierungszwang nicht entsprechen können oder wollen.

Trans*-Diskriminierungen reichen von Angestarrtwerden, verbaler Gewalt durch Beschimpfungen und Drohungen über das Ausblenden der eigenen Lebensrealität im öffentlichen Diskurs in Medien, in der Gesetzgebung und dem Bildungssystem bis hin zu körperlicher/sexualisierter Gewalt oder sogar Mord.

Lann Hornscheidt forderte auf der eigenen Homepage für sich eine Ansprache ohne Geschlechtszuweisung also beispielsweise mit der x-Form: Profx statt Professor oder Professorin, x statt seiner oder ihrer. Was darauf folgte, war eine massive Medienhetze in Zeitungen ebenso wie im Web2.0, die von neurechten bis in die sogenannten bürgerlichen Medienorgane reichte. [...]

Lann Hornscheidt hat bei der sprachlichen Anwendung der x-Form keine allgemeingültigen Regeln aufgestellt. Es ging Lann Hornscheidt lediglich um die Selbstdefinition, das Recht sich selbst nicht in Zweigeschlechtlichkeit einordnen zu müssen und dafür Worte und Formen zu finden.

Auch die Broschüre der AG feministisch SprachHandeln will lediglich Vorschläge aufbringen, und Leute zum Nachdenken einladen. Doch selbst diese leise Intervention führt zu lauten Reaktionen, zu Niederbrüllen und Hass."

Mehr:

Link:
transbashback.wordpress.com/2014/12/08/offener-bri
ef-gegen-transdiskriminierung-in-solidaritat-mit-l
ann-hornscheidt/


Wer möchte, kann den offenen Brief unterschreiben.


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#5
09.12.2014
19:10:41


(+6, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von Zaunfink


Wie tief verunsichert müssen Menschen in ihrer Gender-Identität sein, wenn einzelne linguistische Ideen einen solchen abstoßenden Hasssturm auslösen.

Wenn ich mir die oft klerikalen Mann/Frau und sonst nix-Ideologen ansehe, dann denke ich manchmal:

Mann ist der 'Mann' tuntig.

Oder: Ist das nicht ein Herrenschnitt oder ein Pagenkopf auf 'ihrem' Kopf?

Hast Du nicht auch einen Anzug wie 'sie'?

Die größte Bestätigung für Gender sind die hasserfüllten Gegner.

Wie arm, sich an solche heteronormativen Fahnen zu klammern.

Bild-Link:
La-Manif-pour-tous-attaque-en-justice-l-interdit-p
refectoral-de-manifester-sur-les-Champs-Elysees_ar
ticle_popin.jpg


An Symbole, die mit meinem Leben vielleicht sogar mehr zu tun hatten als mit ihrem (Kuby ist ein geschiedenes Scheidungskind)

Und was ist von diesem bekennenden heteronormativen christlich-abendländischen Homophoben zu halten?

Link zu www.spiegel.de


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#6
09.12.2014
21:07:18


(+5, 7 Votes)

Von Schwules Mädchen


Ich habe mir vorgenommen, mich selbst zu emanzipieren, um dem Spuk ein Ende zu setzen: Als Elektriker auf dem Baugewerbe, bin ich ja auch jeder Menge Vorarbeiter-Machos ausgesetzt, das ist als Leiharbeiter auch nicht besser. Meinen Beruf hatte ich vor meinem coming-out gelernt. Ich muss jetzt aufrichtig an die Sache herangehen, dann wird alles funktionieren. Das mit den LGBTi-Anfeindungen, die mittelalterlich sind , muß ein Ende haben, notfalls durch Presseskandale !!!


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#7
10.12.2014
08:12:40


(+3, 5 Votes)

Von SchwTA


Die Gewalt gegenüber den Transpersonen ist wirklich erschreckend und muss ein Ende haben. Die Liste der Anfeindungen ist lang, doch das "Anstarren" bedarf meiner Meinung nach einer Definition: wann 'schaue' ich jemanden an, wann 'starre' ich jemanden an? Let's face it: Menschen, die Merkmale beider Geschlechter aufweisen, fallen aufgrund ihrer (gefühlten) relativen Seltenheit auf - ebenso wie besonders dünne, besonders dicke, besonders große oder besonders kleine Menschen. Nun glaube ich, dass es einige Sekundenbruchteile dauert, bis man einen Transmenschen als solchen erkennt, das als physiologisch normal einordnet und weitergeht - werden diese Sekundenbruchteile bereits als Starren gewertet?

Als Sprachenfan interessiert mich die sprachliche Regelung besonders. Ich glaube, da ist besonderes Feingefühl allerseits gefordert. Wir können nicht erwarten, dass für Alle eine Art "x-Regel" gilt, à la "ich bin Apothek-x, kann X Meier mir 'mal x Stift geben?". Auch viele Transpersonen fühlen sich emotional einem Geschlecht zugehörig, und ich habe mir vorgenommen, in der Arbeitswelt in so einem Fall zuerst zu fragen, wie die Person denn angesprochen werden möchte, und dann ist es halt "Herr Meier" oder "Frau Meier".

Was übrigbleibt, sind die Fälle, in denen sich die Transperson weder dem einen noch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlt. Da wäre dann eine "x-Regel" vielleicht sogar eine Möglichkeit - oder die, die die Person gerne hätte.


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#8
10.12.2014
08:14:19


(0, 4 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Interessant, wie Sie da Besorgnis aeussern. Sind Sie doch einer derjenigen, der bei queer gern und oft die Sprache dieser "Rollbaecker" spricht und ihre Strategien geradezu verteidigt. Und ebenso fuer einen "braven" Auftritt der Schwulen eintritt.

Sehr merkwuerdig und unglaubwuerdig, Ihr Beitrag.

Richtig ist allerdings in der Tat, dass es ein heftiges Roll-Back gibt, das habe ich mehrfach hier geschrieben. Und auch, dass mich das beaengstigt. Lange Zeit war ich der Ansicht, die Merkel sei deshalb so zoegerlich mit einer echten Rechts-Gleichheit, weil sie das Problem aussitzen will und sich nach dem Zeitgeist dreht.

Inzwischen verstaerkt sich bei mir allerdings mehr und mehr der Eindruck, dass sie wartet, bis sich der Zeitgeist in ihre Richtung dreht und dass sich ihre Partei daran beteiligt, diese Richtungsaenderung zu schaffen.

Und ja, das loest Aengste bei mir aus.


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#9
10.12.2014
09:06:21


(+3, 7 Votes)

Von Marek


"Deutschland schneidet nicht gut ab."

Und solange Frau Merkel mit ihrer Gurkentruppe nach Gutsherrenart regiert, wird sich daran auch nichts ändern...


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#10
10.12.2014
13:15:32


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User Xenomorpha


So ist es, liebe Leute.
Da könnte ich Sachen erzählen die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Oft genug war es regelrecht unerträglich.
Ich selbst hatte mich auf div. Jobs beworben, bei denen ich mit Sicherheit wusste, dass ich die höchste Qualifikationen dafür besitze, ein gutes Maß an Berufserfahrung usw. ,sie stellten jemand anderes ein und es war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Transsexuelle.
Ich habe es zum Glück geschafft, mir ein nettes Pölsterchen zu generieren von dem ich leben kann und habe mich mit 49 Jahren zu Ruhe gesetzt, aber wie viele von uns müssen mit H4 vorlieb nehmen obwohl sie arbeitswillig sind
Die übelsten Angriffe in der Öffentlichkeit (ob psychisch oder physisch) erlebte ich allerdings von unserer kulturellen Bereicherung von Menschen mit Migrationshintergrund.
Und wenn sich hier einige auf den Kopf stellen und meinen Bericht hier mit tausenden Minusbewertungen honorieren, so und nicht anders war und ist es, jedoch wehre ich mich dagegen zu pauschalisieren.
Nur, dass darf man ja wegen der politischen Correctnes nicht erwähnen, ergänzen dazu möchte ich noch, dass ich ABSOLUT keine Rassistin bin, denn ich erwarte, dass ich akzeptiert werde und gestehe dieses Recht auch jeden anderen zu, egal wo er geboren wurde.
Es ist frustrierend zu sehen, wie sich George Orwells 1984 vor meinen Augen ausbreitet.
Während sich die Leute darauf fokussieren, zu sehen was Justin Bieber so macht, den kennen sie, aber den Nobelpreisträger von 2014 nicht.
Auch ich habe das Gefühl, dass eine entsetzliche Verrohung bei den Menschen stattfindet, das äußert sich in der Aussprache, wie in der Agitationsweise und im Umgang mit anderen Menschen, es wird immer ruppiger, schade.
Aus diesen und anderen Gründen gehe ich sogar in letzter Zeit so weit zu sagen: Ich erwarte, dass die Gesellschaft uns für die überall herrschende Ausgrenzung entschädigt.
Es ist nicht unser Schicksal, durch die Ablehnung ständig bei gewissen Ämtern um Almosen betteln zu müssen, auch wir haben ein Leben zu leben.
Ich lebte und lebe für mein Leben, dass ist es, dessen ich schuldig bin, nicht mehr und nicht weniger.
Das erbärmlichste Leben in Freiheit ist besser als eine in dieser dekadenten Gesellschaft angepasste Existenz, dafür brauchen Menschen wie unsereins jedoch ein dickes Fell.
Allerdings die Mädels im folgenden Link haben es nicht so gut getroffen, wie wir hier in D-Land, wir haben hier immer noch unsere Insel, auf der wir ohne Angst ermordet zu werden für unsere Rechte kämpfen zu dürfen, können und müssen, dass ist unserer Eigenverantwortung geschuldet.


Youtube-Video:


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