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Mahnmal-Jubiläum

20 Jahre "Frankfurter Engel"


Vorbild des Mahnmals von Rosemarie Trockel ist ein Engel mit Schriftband, der ursprünglich als Wimpergfigur zu einer Gruppe von elf Engeln gehörte, die das Westportal des Kölner Doms schmückten (Bild: Wiki Commons / Simsalabimbam / CC-BY-SA-3.0-DE)

Das Mahnmal Homosexuellenverfolgung am Klaus-Mann-Platz in Frankfurt am Main wurde heute vor 20 Jahren eingeweiht. Es wurde am 11. Dezember 1994 als erstes vollplastisches Mahnmal, das in Deutschland an den NS-Terror gegen Schwule und Lesben erinnert, der Öffentlichkeit übergeben. Das Projekt war vier Jahre zuvor von Ulrich Gooß, Herbert Gschwind, Hans-Peter Hoogen, Andreas Maul, Andreas Meyer-Hanno und Dieter Schiefelbein initiiert worden.

"Homosexuelle Männer und Frauen wurden im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet", heißt es in der Sockelinschrift. "Die Verbrechen wurden geleugnet, die Getöteten verschwiegen, die Überlebenden verachtet und verurteilt. Daran erinnern wir in dem Bewusstsein, dass Männer, die Männer lieben, und Frauen, die Frauen lieben, immer wieder verfolgt werden können."

Deutschland habe eine internationale Verantwortung, sich weltweit für LGBT-Rechte einzusetzen, erklärte der grüne Landtagsabgeordnete Kai Klose zum Mahnmal-Jubiläum. "In vielen Staaten der Welt werden Lesben und Schwule, Bi-, Trans- oder Intersexuelle auch heute noch drangsaliert, misshandelt oder sogar strafrechtlich verfolgt. Der Engel mahne aber auch, Entwicklungen in Deutschland genau zu beobachten, so der hessische Politiker. "Es gibt auch hier Menschen, die den gesellschaftlichen Fortschritt – sei es Akzeptanz, Toleranz oder vielleicht auch nur Gleichgültigkeit – rückgängig machen wollen. Die Gleichstellung Homosexueller ist nicht in Stein gemeißelt, wie es der Engel ist. Sie muss aktiv vorangetrieben und verteidigt werden." (cw)



#1 kuesschen11Profil
  • 11.12.2014, 22:37hDarmstadt
  • Ich kann mich noch gut dran erinnern, als ich vor 20 Jahren vor dem Mahnmal Frankfurter Engel stand und berührt war von dem Text, der zur damaligen Zeit in die Öffentlichkeit geschickt wurde.

    Frankfurt am Main war sozusagen der Vorreiter einer Mahnstätte für geschichtliche Homosexuellenverfolgung in Deutschland. Noch vor einiger Zeit war an diesem Platz die Szene-Bar "Luckys Manhattan." Vor 20 Jahren bin ich dort meinem ersten Freund begegnet.

    Und genau bei diesem Engel habe ich meinen Freund und Mann fürs Leben vor 8 Jahren kennengelernt und wir lieben uns noch heute und sind zusammen.

    Vielleicht mag es sentimental sein, aber der Engel hat mir in meinem Leben Glück gebracht und ich lächle dem Denkmal gerne zu, wenn ich ab und an dran vorbeigehe.
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