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  • 12.12.2014           95      Teilen:   |

Frankreich

Vizechef des Front National als schwul geoutet

Artikelbild
FN-Vizechef Florian Philippot wollte sich bislang nie zu seinem Privatleben äußern

Ein Boulevardmagazin zeigte Bilder, wie der rechtsextremen Politiker seinen Urlaub in Österreich an der Seite seines Freundes verbringt – in Frankreich hat danach eine Outing-Debatte begonnen.

Florian Philippot, der 33-jährige stellvertretende Vorsitzende der rechtsextremen Partei Front National, ist von der französischen Ausgabe der Zeitschrift "Closer" als schwul geoutet worden. In der neuesten Ausgabe wird beschrieben, wie er bei einem Urlaub in Wien mit seinem Freund turtelt. Dabei werden Bilder des Paares gezeigt. Das Gesicht des Partners ist auf den Fotos unkenntlich gemacht worden. Laut dem Magazin soll es sich um einen Journalisten handeln, der für LGBT-Rechte kämpft.

In der Vergangenheit hatte sich Philippot stets geweigert, über seine sexuelle Orientierung zu sprechen. Er berief sich dabei auf sein Recht auf Privatsphäre.

Politiker aller Parteien haben das Outing Philippots kritisiert. Auch Parteifreunde sprangen ihm bei, inklusive der Parteichefin Marine Le Pen, zu deren engsten Beratern er gehört: "Das ist ein sehr ernste Verletzung seiner Bürgerrechte. Dieses Verhalten ist nicht akzeptabel. Ich würde das genauso sagen, wenn es François Hollande betreffen würde", sagte sie im Radiosender "Europe 1".

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"Privatsphäre ist heilig"

Das Magazin "Closer" erhielt für das Outing viel Kritik
Das Magazin "Closer" erhielt für das Outing viel Kritik

Der sozialistische Politiker Nicolas Bays schloss sich der Kritik an: "Das Outing ist nicht akzetabel. Auch wenn ich seine Ideen hasse, ist die Privastsphäre heilig". David-Xavier Weiss, der frühere Generalsekretär der konservativen UMP, erklärte via Twitter: "Ich hoffe, dass andere Journalisten das Vorgehen von 'Closer' verurteilen werden."

Bereits im letzten Jahr war FN-Generalsekretär Steeve Briois in einem Buch geoutet worden. Er wurde im April zum Bürgermeister einer Kleinstadt gewählt (queer.de berichtete). Briois hatte damals versucht, das Buch verbieten zu lassen, scheiterte aber mit dem Vorstoß.

In sozialen Netzwerken wird debattiert, ob das Outing von Politikern gerechtfertigt ist, wenn sie sich gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen aussprechen. Sie argumentieren, dass der Front National insbesondere während der Debatte um die Ehe-Öffnung Stimmung gegen Homosexuelle gemacht hatte und an vorderster Front an den teilweise gewalttätigen Demonstrationen gegen die Gleichbehandlung beteiligt war. Die Partei hat bereits angekündigt, bei einem Wahlsieg Schwulen und Lesben das Eherecht wieder entziehen zu wollen.

Homosexualität offenes Geheimnis

Philippot, der seit 2010 Mitglied der Rechtsextremisten ist, erklärte damals zu den Protesten, er wolle nicht an ihnen teilnehmen, nannte aber keinen Grund. Laut dem schwul-lesbischen Magazin "Yagg" war seine sexuelle Orientierung innerhalb der Partei kein Geheimnis – und führte manchmal zu Sticheleien von Parteifreunden. Wegen seiner rhetorischen Fähigkeiten ist er aber in der Front National unumstritten, da er es vermag, ehemalige Konservative anzuziehen. Zu seinen Lieblingsthemen gehört die Ablehnung des Euro und Kritik an der deutschen Sparpolitik, während Parteifreunde mit Tiraden gegen Ausländer die FN-Basis ansprechen.

Der Front National wurde 1972 gegründet und sorgte insbesondere mit rassistischen Aussagen für Empörung unter etablierten Parteien, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten. In der Wirtschaftskrise kann die Partei mit antikapitalistischen Thesen allerdings auch nichtgebundene Wähler aus dem linken und linksextremistischen Spektrum ansprechen. Einen großen Erfolg konnte die Partei bei der Europawahl im Mai diesen Jahres erzielen, als sie ihren Stimmenanteil von sechs auf 24 Prozent steigerte – und damit sogar Konservative und Sozialisten überholte. (dk)

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Tags: frankreich, rechtsextremismus, front national, florian philippot, outing
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Reaktionen zu "Vizechef des Front National als schwul geoutet"


 95 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.12.2014
13:25:23


(+13, 19 Votes)
 
#2
12.12.2014
13:33:38


(+7, 19 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Bigott am rechten Rand, auch in Deutschland ist das der Normalzustand. Kein Wunder, dass die AfD dem umstrittenen Männer-Chefredakteur solidarisch beisteht, #Opfer-Mimikry
Link:
reiserobby.de/schluss-mit-der-haeme-von-dr-david-b
erger/


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#3
12.12.2014
13:44:43


(+12, 18 Votes)

Von parenthese


" In der Wirtschaftskrise kann sie mit antikapitalistischen Thesen allerdings auch nichtgebundene Wähler aus dem linken und linksextremistischen Spektrum ansprechen."

Bleibt guter Linkspopulismus die fehlende Antwort auf schlechten Rechtspopulismus?
Sind Wirtschafts- und Finanzkrisen Thesen?
Ist ein Konto-Auszug eine These?


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#4
12.12.2014
13:47:56


(+2, 12 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wieder eine Schrankschwester weniger - auch auf unfreiwilliger Basis!


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#5
12.12.2014
13:49:06


(+16, 20 Votes)

Von Petrillo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Natürlich ist das Outing gerechtfertigt!

Zeigt es dem bigotten Volk doch mal wieder deutlich, wie verlogen es ist.

Das zu veröffentlichen ist m.E. eine ebensolche Journalistenpflicht wie der Stimmenkauf durch Lobbyisten, am besten noch von Parteien, die auch Wasser predigen und dann heimlich Wein trinken...

Abgesehen davon wäre interessant zu erfahren, ob der "Freund" ein Maulwurf ist, wenn es sich bei ihm um einen Journalisten handelt, der für GLBT-Rechte eintritt.


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#6
12.12.2014
14:04:16


(+10, 18 Votes)

Von Pressekodex


"In der Wirtschaftskrise kann sie mit antikapitalistischen Thesen allerdings auch nichtgebundene Wähler aus dem linken und linksextremistischen Spektrum ansprechen."

Welche "antikapitalistischen Thesen"?

Welche "nichtgebundenen Wähler aus dem linken und linksextremistischen Spektrum"?

Definition "Linksextremismus"?


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#7
12.12.2014
14:11:40


(+18, 24 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung


Ist das Outing von Politikern gerechtfertigt, wenn sie sich gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen aussprechen?

Ja, unbedingt!


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#8
12.12.2014
14:44:01


(+13, 17 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von Defragmentierung


Schließe mich an.

Wer gegen Bürgerrechte (nicht nur von unereinem) kämpft, hat auch kein Recht auf bürgerliche Diskretion.

Er ist leider nicht die einzige peinliche Figur in der schwulen Szenerie Frankreichs -heute und gestern.

Der einzige politisch sympatische schwule Promi, der mir spontan einfällt, ist Andre Gide (vielleicht auch noch WWII-Kämpfer Jean Marais).

Ansonsten: Die ästhetische Nische und die Suche nach dem Olala-Skandal.

Bestenfalls.

Foucault hat sich mit Khomenei, Cocteau mit Breker blamiert.

Kein Harvey Milk weit und breit.

Nicht mal ein Klaus Mann.


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#9
12.12.2014
14:51:30


(+19, 23 Votes)

Von Rosa Soli


Es ist schon irre! Würder der Typ auf Frauen stehen, kein Mensch käme auf die Idee, seine Heterosexualität zur "Privatsache" zu erklären. Er könnte sie ganz selbstverständlich leben und sich mit Freundin bzw. Frau zeigen.

Noch irrer ist es, als Schwuler in einer Partei mitzuarbeiten, die dafür sorgt, dass das so bleibt.

Die irren AfD-Homos sind ja nicht viel besser.....


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#10
12.12.2014
15:08:40


(-11, 21 Votes)

Von Silencio
Aus Berlin
Mitglied seit 21.06.2013
Antwort zu Kommentar #2 von reiserobby


Ich glaube, es haben langsam alle verstanden, dass du deinen Blog künstlich pushen willst, weil sonst keiner draufgeht...aber muss es denn wirklich fast jeder Kommentar sein? Muss denn auch jedes Thema für deinen persönlichen Zickenkrieg herhalten? Allein dieser Kommentar beweist, dass es dir nämlich gar nicht mehr um das Thema als solches geht, sondern um deine persönlichen Animositäten. In einem Halbsatz beschäftigst du dich mit dem Artikel hier, der Rest ist einfach nur plumpe Werbung für deine Zickerei.


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