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Mit dem Fahrrad zum Admiralspalast

Max Raabe und das singende Palast Orchester

  • 13. Dezember 2014, noch kein Kommentar

"Eine Nacht in Berlin" von Max Raabe und dem Palast Orchester Berlin ist am 28. November 2014 erschienen

Das neue Digipack "Eine Nacht in Berlin" vereint Songs aus den 1920er und 1930er Jahren.

Ein Sommerabend in Berlin. Nur wenige Meter Luftlinie entfernt staut sich der Verkehr und die Busse mit Touristen parken in zweiter Reihe, doch Max Raabe stört das nicht. Er ist mit dem Fahrrad unterwegs, bindet dabei souverän seine Fliege und lässt das Brandenburger Tor hinter sich.

Das Palast Orchester spielt auf der Bühne bereits die ersten Takte von "Kleine Lügen", sein Sänger bahnt sich derweil unaufgeregt den Weg zum Admiralspalast, in dem gleich das neue Konzertprogramm aufgezeichnet wird.

Das muss die berühmte Berliner Lässigkeit sein, für die die Stadt bewundert wird. Das Orchester wechselt zu "Für Frauen ist das kein Problem", Raabe stellt das Fahrrad ab und schreitet auf die Bühne. Eben noch in Schwarz-Weiß, erstrahlt er nun wie die übrigen Musiker in Farbe.

Max Raabe als Mittler zwischen den Welten, der den Glamour der 20er-Jahre in die Jetztzeit transportiert – schon die ersten Sekunden dieses ungewöhnlichen Konzertfilms bringen das elegant auf den Punkt.

Und sofort geht es mit schrägem Humor weiter, denn während man glaubt zu wissen, was kommt, eröffnet Raabe das Konzert tatsächlich mit "Ich bin nur gut, wenn keiner guckt". Was selbstverständlich charmanter Unfug ist.

Aufwendiges visuelles Konzept

Für "Eine Nacht in Berlin" hat sich Max Raabe erneut mit dem renommierten Regisseur Daniel Lwowski zusammengetan, mit dem er auch schon das Video zu "Küssen kann man nicht alleine" umgesetzt hat.

Raabes Detailfreude spiegelt sich auch im aufwendigen visuellen Konzept wider, indem jedes einzelne Werk ganz individuell in Szene gesetzt wird. Reduzierte Bilder mit viel Schwarz und kühler Ästhetik wechseln sich mit entsättigten Farben ab, die die Szenerie in dezentes Rot, Blau oder Grün tauchen. Eigens gedrehte Zwischenszenen wurden nachträglich hinzugefügt, so spielt das Orchester bei "Smoke Gets in Your Eyes" plötzlich in einem Ballsaal vor elegant tanzenden Paaren auf, erscheinen einzelne Musiker in Schwarz-Weiß-Sequenzen backstage oder schweben wie bei "Speak Low" als Projektionen über den Köpfen des Orchesters.

Die Mitglieder des Orchesters beherrschen nicht nur mehrere Instrumente, sondern verneigen sich auch als Sänger mit "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" vor den Comedian Harmonists.

Wie selbstverständlich bilden die modernen Kompositionen zusammen mit dem Repertoire der 20er- und 30er-Jahre ein harmonisches Ganzes. (cw/pm)

Youtube | Max Raabe mit "Du passt auf mich auf"