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  • 17. Januar 2005, noch kein Kommentar

Das Kino-Musical "De-Lovely – Die Cole-Porter-Story" beleuchtet die homosexuellen Aspekte im Leben des musikalischen Genies Cole Porter.

Von Jan Gebauer

New York 1964. Cole Porter (1891-1964, gespielt von Kevin Kline) zählt zu den Königen des Broadway-Musicals und den berühmtesten Songwritern Amerikas - doch ein glücklicher Mann ist er nicht mehr. Melancholisch am Piano in seinem Appartement sitzend, tritt der 73-Jährige eine Reise in seine Erinnerungen an. Eine Zeit, in der alles möglich war. In Paris, an der Schwelle zu den "Roaring Twenties", begegnet der aufstrebende Komponist Linda (Ashley Judd). Sie wird die Muse und Liebe seines Lebens, aber auch der Mensch, der in der gemeinsamen Ehe die größten Opfer bringt. Denn der Erfolg Cole Porters hat viele Begleiter – viele Männer, die auf den unzähligen Partys und Premieren seinem Witz und Charme erliegen. Während sich Cole vom Rausch des Lebens treiben lässt, am Broadway und in Hollywood Karriere macht, hält Linda die Beziehung zusammen, bis beide Partner auseinander driften. Nur langsam finden sie wieder zusammen, doch ein schwerer Reitunfall, bei dem Coles Bein zerschmettert wird, bedeutet für den Künstler eine ernsthafte Gefahr für seine Karriere. Dem Mann, der so geistreich und melodisch die Liebe zu fassen verstand, stehen allerdings noch einige Prüfungen bevor.

Irwin Winkler hat mit seinem liebevollen Film über das Leben Cole Porters ein bildgewaltiges Epos geschaffen, das die großen Melodien des musikalischen Genies wieder auferstehen lässt. Porters unzählige Evergreens wie "Night & Day", "I Get a Kick Out Of You", "Miss Otis Regrets" oder "I've Got You Under My Skin" wurden kongenial in die Handlung eingearbeitet und von einer großen Riege heutiger Musik-Stars aus Pop und Jazz interpretiert: Neben erstklassigen und überraschend guten Auftritten von Robbie Williams, Vivian Green, Natalie Cole, Alanis Morissette, Sheryl Crow und Lara Fabian, bleibt das Ehepaar Diana Krall und Elvis Costello hinter den Erwartungen zurück. Krall fühlt sich anscheinend unwohl in ihrer Haut und Costello agiert so überzogen, dass man es fast für eine Parodie halten könnte.

Die beiden Hauptdarsteller Kevin Kline und Ashley Judd geben beide hervorragende Leistungen ab (beide Golden-Globe-nominiert), auch wenn der Charakter von Linda Porter nicht ausreichend genug beleuchtet wird. Sowohl Klein als auch Judd (Tochter/Schwester von den US-Country-Stars Naomi und Wynonna Judd) überraschen zusätzlich mit einer handvoll gesanglicher Einsätze. Da weder Cole Porter noch seine Frau begnadete Vokalisten waren, wirken die Gesangsdarbietungen umso charmanter und untermauern in den entsprechenden Szenen die tiefe Beziehung, die beide hatten. Und wer mit der wunderschönen, berührenden Musik nichts anfangen kann, muss einfach ein Herz aus Stein haben (lest dazu unsere Soundtrack-Review).

De-Lovely – Die Cole-Porter-Story von Irwin Winkler, u. a. Mit Kevin Kline, Ashley Judd, Jonathan Pryce, Kevin McNally und Sandra Nelson, USA/UK 2004, 126 Minuten – ab 20. Januar 2005 im Kino

20. Januar 2005