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  • 16.12.2014           128      Teilen:   |

Nach Philippot-Outing

Frankreichs Rechtsextremisten streiten über Homosexuelle

Artikelbild
Marine Le Pen führt die Front National seit 2011 - und versucht seither, den Rechtsextremisten einen bürgerlichen Anstrich zu geben (Bild: Rémi Noyon / flickr / cc by 2.0)

Marine Le Pen sorgt für Unmut unter Parteifreunden, weil sie sich mit einer schwulen "Lobby" umgebe.

Die Parteichefin der französischen "Front National" gerät unter Druck, weil sie laut Kritikern Homosexualität nicht mehr öffentlich verurteilt und Schwule innerhalb der Partei fördere. Anlass war der Übertritt des schwulen Politikers und Aktivisten Sébastien Chenu am Freitag. Er wechselte von der konservativen UMP zu den Rechtsextremisten. Chenu, der Gründer der Homo-Gruppe GayLib, ist fortan einer der Berater Le Pens. Bereits vergangene Woche hatte das Outing von FN-Parteivize Florian Philippot für Aufregung gesorgt (queer.de berichtete).

Die der FN nahestehende Zeitschrift "Minute" beschwerte sich über den steigenden Einfluss der Homosexuellenlobby ("lobby gay") innerhalb der Partei. FN-Politiker schlossen sich dieser Kritik an; unter ihnen ist auch der Europaabgeordnete Aymeric Chauprade, der erst vor wenigen Monaten davor gewarnt hatte, dass Europa von einer "bösen Homosexuellen-Lobby" gefährdet werde.

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Sébastien Chenu trat den Rechtsextremisten bei, weil er seine alte Partei UMP für zu europafreundlich hielt
Sébastien Chenu trat den Rechtsextremisten bei, weil er seine alte Partei UMP für zu europafreundlich hielt

Der Neu-FN-Politiker Chenu, der einen aussichtsreichen Wahlkreis erhalten soll, begründete seinen Übertritt damit, dass die etablierten Parteien Frankreich der Europäischen Union "unterordnen" wollten. Er kritisierte auch, dass Ex-Präsident Nicloas Sarkozy, der im vergangenen Monat wieder den Vorsitz der UMP übernommen hat, die Ehe-Öffnung rückgängig machen will (queer.de berichtete).

Allerdings verschweigt er, dass die FN in ihrem Parteiprogramm ebenfalls dafür eintritt, Homosexuellen die Ehe-Rechte zu verwehren. Er verweist stattdessen auf die Parteichefin Le Pen, die sich in den letzten Jahren beim Thema zurückhaltend geäußert hatte. Außerdem war die 46-Jährige im vergangenen Jahr – anders als viele aus der FN-Parteiführung – nie bei einer der homfeindlichen Demonstrationen von "manif pour tous" dabei.

GayLib ist unterdessen über den Übertritt ihres Gründers unglücklich. In einer Pressemitteilung erklärte die Gruppe, die eng mit der UMP zusammenarbeitet, Chenu habe "alle politische Werte" verraten. "Er tritt einer Partei bei, die in ihrem Programm die Gleichstellung im Eherecht und das Recht auf Adoption ablehnt", so GayLib.

Parteivize droht mit Klage

Unterdessen hat der geoutete Parteivize Florian Philippot am Montag angekündigt, gegen das Outing seiner Person vorzugehen. Er erklärte, er werde das Magazin "Closer" verklagen, das die Geschichte vergangene Woche veröffentlicht hatte. In einem ähnlichen Fall war allerdings eine derartige Klage zuvor verworfen worden.

Die Front National war 1972 von Marine Le Pens Vater Jean-Marie gegründet worden, der den Judenmord durch Nazi-Deutschland als "Detail" der Geschichte und Homosexuelle als "biologische Anomalie" bezeichnet hatte. Seine Tochter hat seit der Übernahme des Parteivorsitzes im Jahr 2011 die antijüdische und antihomosexuelle Rhetorik zwar heruntergefahren, aber betrachtet dafür französische und ausländische Muslime als Gefahr. Die Partei profiliert sich außerdem als Antieuropa-Partei, die den Nachbarstaaten – insbesondere Deutschland – vorwirft, Frankreich permanent schaden zu wollen. (dk)

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Tags: frankreich, marine le pen, front national, rechtsextremismus, sébastien chenu, aymeric chauprade
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Reaktionen zu "Frankreichs Rechtsextremisten streiten über Homosexuelle"


 128 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.12.2014
17:26:23


(+12, 16 Votes)

Von goddamn liberal


Da wirkt wieder der alte Grundsatz:

Die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.

Die subkulturelle Sozialisation mancher Schwuler scheint ihnen den Einstieg in die braune Subkultur schon fast zu erleichtern.

Allerdings nähert sich auch die mit der Union verbandelte UMP unter ihrem neuen Vorsitzenden Sarkozy dem homophoben Klerikalfaschismus an und schmückt sich mit adligen Putinistinnen:

Link zu www.humanite.fr


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#2
16.12.2014
17:44:48


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die denken immer noch "Homosexualität" und "Rechtspopulismus" bzw. "Rechtsextremismus" passen nicht zusammen (was ja auch stimmt)!


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#3
16.12.2014
17:53:38
Via Handy


(+9, 13 Votes)

Von Alex


Faschisten bleiben Faschisten. Auch wenn sie ein paar schwule Faschisten in ihren Reihen haben.


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#4
16.12.2014
17:59:44
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Timon


Wie damals bei den Nazis (Beispiel Röhm & Co):
für den Aufstieg nutzt man zunächst auch einige verwirrte rechte Schwule. Aber sobald man dann am Ziel ist, geht es den Schwulen an den Kragen.


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#5
16.12.2014
18:04:01


(+11, 11 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Irgendwie gibt es Dinge, die man nicht verstehen muss. Eines davon ist, wie man als Schwuler so saublöd sein kann und rechtspopulistischem bis rechtsradikalem Gedankengut nachzurennen. Sorry, aber das übersteigt jetzt wirklich meinen Horizont.


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#6
16.12.2014
18:11:20


(+9, 15 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #1 von goddamn liberal


>"Die subkulturelle Sozialisation mancher Schwuler scheint ihnen den Einstieg in die braune Subkultur schon fast zu erleichtern."

da sich nachfragen bei dir ja immer lohnt, frage ich mal nach. wie meinst'n das?


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#7
16.12.2014
18:39:43


(+12, 12 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #6 von sperling


meine ausdeutung:

beides, die schwule sozialisation wie die braune sozialisation sind subkulturelle vorgänge, weil jeweils in sich geschlossenen systemen, anziehung und gleichwertigkeitserfahrungen herausbilden.

Beiden zudem eigen, dass sie nicht unmittelbar anerkannte mitglieder der gesellschaft sind, sondern immer randfiguren.
Wenn denn das pendel umschlägt , das randständige zum mainstream wird, werden allerdings weitere abgrenzungen sichtbar, die erklären warum faschismus sehr wohl mehrheitsfähig werden kann, während homosexualität immer eine randszene der gesellschaft bleibt.
Dies natürlich nur, solange die gesellschaft heteronormativ bleibt..


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#8
16.12.2014
19:19:21


(+11, 13 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #6 von sperling


Es gibt halt so Typen mit Affinität zum subkulturellen Sumpf. Mal ein nichtschwules Beispiel: Horst Mahler, der nur kurze Strecken seines Lebens politisch relativ vernünftig war.

Schlagende Verbindung, dann SPD, dann RAF, dann FDP, dann NPD.

Wichtig ist für die das Auffallen um jeden Preis, das aus der Reihe tanzen, das Gefühl des Auserwähltseins, das die moderate linke oder liberale Mitte nun mal nicht bieten kann.

Es gibt auch Leute, die gleichzeitig in SM- und in klerikal-katholischen Zirkeln verkehren.

Auch die müssen nicht unbedingt schwul sein.

Beides gibt ihnen den Kick und das Wechselbad zwischen beiden Subkulturen macht die Sache dann noch kitzliger.


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#9
16.12.2014
19:36:35
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(-12, 22 Votes)

Von Basti-Maxi


"Die Partei profiliert sich außerdem als Antieuropa-Partei, die den Nachbar­staaten insbesondere Deutschland vorwirft, Frankreich permanent schaden zu wollen"

@ Redaktion

Das stimmt so nicht, man sollte schon bei der Wahrheit bleiben.

Le Pen ist eigentlich vernünftig.

Sie ist gegen die EU, nicht gegen Europa.

Ein grosser Unterschied. Das eine ist eine Ideologie, das andere ein Kontinent.

Und sie hat ausdrücklich gesagt das sie gute Beziehungen mit Deutschland und Russland und weg von den USA.

In Frankreich ist es völlig normal das Schwule auch rechts sind.

Genauso wie man dort auch links sein kann ohne auf sein eigenes Land zu pissen.

Deutschland muss in der Hinsicht wieder normal werden.


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#10
16.12.2014
19:42:44
Via Handy


(-12, 22 Votes)

Von Basti-Maxi


"Irgendwie gibt es Dinge, die man nicht verstehen muss. Eines davon ist, wie man als Schwuler so saublöd sein kann und rechtspopulistischem bis rechtsradikalem Gedankengut nachzurennen. Sorry, aber das übersteigt jetzt wirklich meinen Horizont"

Saublöd ist immer der Andere gell?

Wie kann man nur linkem Gedankengut anhängen ist eine mindestens genauso berechtigte Frage.

Keine Ideologie hat mehr Opfer gefordert.

Wenn ich mir als "Rechter"
Hitler und Mussuolini anheften lassen muss dann ihr linken euch auch Stalin und Mao.


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