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Teilnehmer einer Demo der "Besorgten Eltern" in Köln

Die Bewegung, die vor einem "genderistisch-schwulen Griff auf die Kinder" warnt, will am 24. Januar in Hamburg demonstrieren. Ein Gegenprotest ist bereits geplant.

Von Norbert Blech

Auch Hamburg bekommt nun eine homophobe Demo "gegen Frühsexualisierung". Für Samstag, den 24. Januar 2015 hat die Gruppe "Besorgte Eltern" zu einem Protest ab 12 Uhr am Hachmannplatz in der Nähe des Hauptbahnhofes aufgerufen.

In einem Flyer zu der Veranstaltung wird unter anderem ein "Nein" gefordert zu der "Genderbewegung, die unseren Kindern weiss machen will, sie müssten sich ihr Geschlecht selber aussuchen". Teilnehmer werden aufgefordert: "Helfen auch Sie mit, den Missstand an Kindergärten und Grundschulen ans Licht zu bringen".

Die "Besorgten Eltern" hatten zuvor zweimal in Köln und je einmal in Frankfurt am Main, Augsburg und Dresden demonstriert, auch war die Gruppe an den ersten Demos gegen den Bildungsplan in Stuttgart beteiligt.

Eine "compacte" Truppe


Der Flyer der "Besorgten Eltern" zur Demo in Hamburg

Anders als bei den "Demos für alle" steckt hinter den "Besorgten Eltern" kein breiteres Protestbündnis. Auffällig ist ein starker Russland-Bezug. Zum einen bei den Organisatoren der Demos persönlich, zum anderen war das russische Fernsehen bei den Protesten immer dabei, auch als die Bewegung im Januar ihre von Medien noch weitgehend unbeachtete erste Demo in Köln abgehalten hatte.

Bei der letzten Demo am 22. November in Dresden war Jürgen Elsässer einer der Redner. Der Chefredakteur des Magazins "Compact" hatte – mit Finanzierung aus Russland – im letzten Jahr eine "Familien"-Konferenz seines Magazins abgehalten, bei der unter anderem die Autorin des landesweiten Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" aus Russland und eine Vertreterin der französischen Massenbewegung gegen die Ehe-Öffnung sprachen (queer.de berichtete).

Auch mit Homophobie gegen Sexualkunde

Die "Besorgten Eltern" sind vordergründig weniger am Thema Homosexualität interessiert als die "Demo für alle", sondern richten sich – mit absurder Falschdarstellung über "sexuelle Doktorspiele in Kitas" und ähnlichem – allgemeiner gegen Sexualkunde im Unterricht und gegen eine Teilnahmepflicht der Schüler.

Zugleich spielten Flyer und Info-Material der "Besorgten Eltern" durchaus mit Homophobie, ein Adoptionsrecht für Homo-Paare wurde in einem Hintergrundtext etwa als "unverantwortliches Experiment an Schutzbefohlenen" bezeichnet, auch kritisierte man eine "Werbung" für "homosexuelle und hedonistische Lebensweisen" im Unterricht. Im Blog der Initiative finden sich Artikel mit Überschriften wie "Obama-naher Homo-Aktivist wegen Vergewaltigung eines Minderjährigen verhaftet", "Sozialwissenschaftler warnt vor Homo-Lobby" oder "Spermaschlucken und der genderistisch-schwule Griff auf die Kinder".

Zur "Vielfalt der sexuellen Neigungen" wurde in einem Flyer gefragt: "Ob hetero-, homo-, bi-, trans- oder intersexuell, müssen unsere Kinder das wirklich wissen?" Bereits ein Grundschulkind müsse sich "schon mit sexuellen Neigungen auseinandersetzen, um sich frühestmöglich für 'seine' sexuelle Neigung zu entscheiden." Das führe zum Verlust der Unschuld der Kinder und zu Bindungsunfähigkeit.

Gegenprotest angekündigt


Wie hier in Dresden demonstrieren bei den "Besorgten Eltern" auch zwangsbesorgte Kinder mit (Bild: Dirk Ludigs)

In Dresden hatten sich zuletzt rund 1.000 Gegendemonstranten den 300 bis 400 "Besorgten Eltern" entgegen gestellt (queer.de berichtete). Auch in Hamburg ist bereits ein Gegenprotest angekündigt.

Der Hamburg Pride plant mit vielen weiteren Bündnispartnern wie dem Magnus-Hirschfeld-Centrum und dem Schulaufklärungsprojekt Soorum einen Protest unter dem Titel "Hamburg demonstriert Vielfalt" (Link führt zur Veranstaltung bei Facebook). Vieles dazu ist noch ungeklärt, aber Stefan Mielchen vom Hamburg Pride ist sich sicher: "Wir werden den 'besorgten Eltern' auch in Hamburg nicht die Straße überlassen."

Mielchen hatte sich vor wenigen Wochen die erfolgreiche Gegendemo zur "Demo für alle" in Hannover angesehen und bereits damals gesagt, dass er mit entsprechenden Protesten auch in Hamburg rechne, gerade auch vor der Bürgerschaftswahl am 15. Februar im nächsten Jahr. Im November hatte bereits eine CDU-Abgeordnete in einer Anfrage gefragt: "Werden Hamburgs Schüler zu früh unangemessen sexualisiert?" Die Schulbehörde hatte danach eine von ihr kritisierte Broschüre "vorläufig zurückgezogen" (queer.de berichtete).



#1 JadugharProfil
  • 17.12.2014, 11:50hHamburg
  • Den Termin muß ich merken damit ich gegen diese Lügen etwas unternehmen kann. Wenn diese besorgten Eltern besorgt sind, so muß man denen diese Lügen durch Aufklärung der Wahrheit deren Sorgen nehmen!
    Ich kann mich noch sehr gut an meine eigene Kindheit erinnern und weiß, was es bedeutet, wenn man nicht aufgeklärt wird. Man merkt schon als Kind, daß man dann niemanden hat, mit den man seine Sorgen besprechen kann, weil ein Tabu vorhanden ist.
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#2 splattergayAnonym
#3 NicoAnonym
  • 17.12.2014, 12:11h

  • Hoffentlich wird es einen massiven Gegenprotest gegen dieses braune Gesocks geben, die sich als "besorgte Eltern" tarnen und einen auf bürgerlich machen, aber in Wirklichkeit reine Faschisten sind.
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#5 GeorgGAnonym
  • 17.12.2014, 12:26h
  • Das Thema Gender war ursprünglich kein rein schwul-lesbisches Thema. Dann haben es vor allem die schwulen Aktivisten benutzt und heute wird von Außenstehenden die Gleichung Gender = schwul = pädophil aufgestellt, nicht nur auf solchen Demos.
    Ich frage mich: Was ist den Schwulen an diesem Thema so wichtig, dass sie damit riskieren, wieder ins gesellschaftliche Abseits gedrängt zu werden?
    Das Thema Gender wie auch die Teilnahme von heterosexuellen(!) S/M-Gruppen auf einigen CSDs wird dazu führen, dass in der Gesamtbevölkerung ein neuer Hass auf die Schwulen entstehen wird. Die Umfrage hier bei queer.de nach einem Rollback der gesellschaftlichen Akzeptanz der Schwulen hat gezeigt, dass fast 60 % der Teilnehmer der Meinung sind, dass es zur Zeit tatsächlich ein Rollback gibt.
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#6 David77Anonym
  • 17.12.2014, 12:32h

  • Das sind dann also die 0,01% der eltern deren sorgen man ernst nehmen soll, obwohl die das thema kaum tangiert, während es ja nicht schlimm sei, dass sich 2% der schüler nicht outen können, obwohl es sie besonders belastet.
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#7 David77Anonym
#8 TimonAnonym
  • 17.12.2014, 12:35h

  • Der Rechtsruck in Deutschland bekommt immer mehr Auftrieb.

    Jeder Demokrat muss sich dem entgegenstellen, sonst wird das noch ein böses Ende nehmen.
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#9 AlexAnonym
  • 17.12.2014, 12:42h

  • Das wundert mich gar nicht. Als die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg auf deren Druck den Bildungsplan um mehrere Jahre verschoben hat und ihn auch ändern will, haben sie diesen Neofaschisten erst Auftrieb gegeben.

    Nazis kann man nur stoppen, indem man sie im Keim erstickt, statt mit ihnen zu verhandeln.
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#10 David77Anonym
  • 17.12.2014, 12:45h
  • Antwort auf #5 von GeorgG

  • Ach, jetzt könnte die gesamtbevölkerung einen hass auf uns entwickeln? Sind wir etwa nicht teil davon? Verkörpern diese 0,01 % die gesamtbevölkerung? Ich dachte der hass käme von den islamisten? Wie passt dass denn zusammen?? Angst vor islamisierung haben, aber die westlichen werte, die man meint gegen den islam verteidigen zu müssen, selber NICHT leben? Die mehrheit der bevölkerung hat keine ahnung vom begriff "gender" noch "eingetragene lebenspartnerschaft", noch von den csd-teilnehmern, noch davon, dass uns die ehe gar nicht offen steht... Sie würde sich auch gar nicht dran stören!
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