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  • 17. Januar 2005, noch kein Kommentar

"De-Lovely" beleuchtet die homosexuellen Aspekte im Leben des musikalischen Genies Cole Porter. Der Soundtrack ist ebenso hinreißend wie der Film.

Von Jan Gebauer

Das Musical-Drama "De-Lovely – Die Cole-Porter-Story" ist seit dem 20. Januar im Kino zu sehen (queer.de-Kino-Review). Cole Porter (1891-1964, im Film gespielt von Kevin Kline) zählt zu den Königen des Broadway-Musicals und den berühmtesten Songwritern Amerikas. Unzählige Evergreens gehen auf sein Konto – unsterbliche Lieder des legendären American Songbooks. Für den Soundtrack zum Kinofilm lud man sich eine stattliche Riege internationaler Stars aus Pop, Jazz und Musical ins Studio ein und ließ diese kongenial im Film in Form von Kurzauftritten erscheinen. Ein Traum für die Augen wie auch für die Ohren. Alle Künstler passen sich mehr oder weniger perfekt in die geschmeidigen Kompositionen Porters ein. Dabei überraschen insbesondere die Gesangsdarbietungen der Rock-Ladys Alanis Morrisette ("Let's Do It - Let's Fall In Love") und Sheryl Crow ("Begin The Beguine"), während man Robbie Williams dank seines "Swing When You're Winning"-Albums den Titelsong "De-Lovely" sofort abkauft.

Gerade die Vielseitigkeit der Interpreten, die normalerweise ganz andere Musik veröffentlichen, fasziniert immer wieder auf dem Soundtrack. Der australische Musical-Star Caroline O'Connor ("Anything Goes") klingt ebenso überschäumend wie Elvis Costello bei "Let's Misbehave", während R&B-Nachwuchs Vivian Green ("Love For Sale") und Soul-Diva Natalie Cole ("Ev'ry Time We Say Goodbye") ihre Aufgaben butterweich und sinnlich lösen – Jazz-Feeling inbegriffen. Wunderschön auch die Gesangsdarbietungen von Kevin Kline und seiner Filmpartnerin Ashley Judd (spielt im Film Cole Porters Frau Linda; Ashley Judd ist die Tochter beziehungsweise Schwester der Country-Stars Naomi und Wynonna Judd). Wenn Kline "Be a Clown" schmettert, oder Judd gemeinsam mit Tayler Hamilton ein hinreißendes "True Love" intoniert, schmilzt man einfach nur dahin. Spätestens beim gemeinsamen Duett "In The Still Of The Night", bei dem beide fragil und berührt klingen, hat man nicht nur eine Träne im Auge. Man muss schon ein Herz aus Stein haben, um nicht von den gewaltigen Liedern fasziniert zu sein, die Cole Porter in seinem turbulenten Leben komponierte. Auf "De-Lovely" erwachen die Songs ehrwürdig zu neuem Leben – eingehaucht von einer beeindruckend beseelten Riege aktueller Künstler aus der ersten Reihe des internationalen Musikgeschäfts.

20. Januar 2005