Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 18.12.2014           117      Teilen:   |

Homo-Hass

AfD: Homos haben "unverständlich hohes Gewicht"

Artikelbild
Der ehemalige ARD-Auslandskorrespondent Paul Hampel ist seit vergangenem Jahr AfD-Chef in Niedersachsen - und auch beim russischen Propagandasender RT ein gern gesehener Gast

Die Rechtspopulisten fürchten, dass die Thematisierung von Homosexualität an niedersächsischen Schulen zu Kindesmissbrauch führt. Auch in Bremen beginnen sie mit der Stimmungsmache.

Von Dennis Klein

Die AfD Niedersachsen hat sich "entschieden" gegen den Plan der rot-grünen Landesregierung gewandt, über sexuelle Vielfalt an Schulen aufzuklären. Dies sei eine "ideologische Indoktrination der Kinder". Erst am Montag hatte der Landtag mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP gefordert, dass der Unterricht die sexuelle Vielfalt besser thematisiert (queer.de berichtete).

AfD-Landeschef Paul Hampel beschwerte sich am Mittwoch in einer Pressemitteilung, dass Niedersachsen eine "ideologische Indoktrination der Kinder" plane. Dies sei unverständlich, da "selbst nach Angaben der [Gewerkschaft] GEW maximal 5 Prozent" der Gesellschaft schwul oder lesbisch seien. Dieser Gruppe werde ein "unverständlich hohes Gewicht" beigemessen, so der ehemalige ARD-Korrespondent. An einem GEW-Fragebogen kritisierte er, dass "die normale heterosexuelle Beziehung (…) auf das Übelste verunglimpft" werde.

Hampel sagte weiter, dass andere Bundesländer bereits Schüler mit "Sexpraktiken mit teilweise pornographischem Charakter" konfrontierten. "Dies verletzt in eklatanter Weise die natürlichen Schamgefühle von Kindern." Schulaufklärungsprojekte wie SchLAu rückte er in die Nähe des Kindesmissbrauchs: "Schlimmer noch, das Hinzuziehen von ausgewiesenen Interessengruppen, von denen keiner genau sagen kann, wo die Grenzen ihrer sexuellen Vielfalt sind, öffnet möglichem Missbrauch Tür und Tor", so Hampel. "Vor dem Hintergrund der Verbrechen an der Odenwaldschule ist es unverantwortlich, dass unser Staat damit die Möglichkeit des Missbrauchs der Kinder im Unterricht solchen Personen geradezu auf dem Silbertablett serviert."

Der 57-Jährige fragte abschließend: "Wird in absehbarer Zeit auch über Pädophilie und Sodomie 'aufgeklärt'?".

Fortsetzung nach Anzeige


Jugendorganisation will "sexuelle Vielfalt" wieder abschaffen

Die AfD mit Plakaten bei der "Demo für alle" am 22. November in Hannover
Die AfD mit Plakaten bei der "Demo für alle" am 22. November in Hannover

Auch die AfD-Jugendorganisation in Niedersachsen kritisierte via Facebook die rot-grüne Initiative und behauptete, dass "Kondomführerschein und 'Streichelspielchen'" an den Schulen des Landes eingeführt werden sollten.

Im Antrag von SPD und Grünen (PDF) ist – ebenso wie in ähnlichen Anträgen oder Regelungen aus anderen Bundesländern – allerdings nichts von "Streichelspielchen" zu lesen. Vielmehr wird gefordert, dass die "Schule der Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten" gerecht werden müsse. Lehrer seien entsprechend aus- und weiterzubilden, auch müssten die Kernlehrpläne aller Klassenstufen derart ergänzt werden, "dass die Thematisierung der Existenz und Lebenswirklichkeit von Menschen verschiedener sexueller Identitäten hinreichend Berücksichtigung und angemessene Behandlung finden".

Die AfD hatte sich im vergangenen Monat bereits mit einem großen Aufgebot an der homophoben "Demo für alle" in Hannover beteiligt (queer.de berichtete). Die Junge Alternative betreibt zudem seit Monaten eine Facebook-Seite unter dem Titel "Kein Bildungsplan 'sexuelle Vielfalt' in Niedersachsen". Dort heißt es zum Landtagsbeschluss: "Ein schlechter Tag für unsere Kinder, für das Elternrecht und die sexuelle Selbstbestimmung des Menschen. Ab jetzt herscht sexuelle Vielfalt in Niedersachsen, bis die AfD sie nach der nächsten Landtagswahl wieder abschaffen wird."

AfD in Bremen: Mit schwulem Kandidaten gegen Schulaufklärung

Im Nachbarland Bremen hat die AfD unterdessen ihr Wahlprogramm (PDF) zur Bürgerschaftswahl im Mai 2015 aufgestellt und ist dabei auch auf LGBT-Themen eingegangen.

Gender Mainstreaming wird kritisiert als "Scheinwissenschaft, die an den Universitäten keinen Platz haben darf": "Wir fordern daher die sofortige Einstellung der Finanzierung der Genderideologie in ganz Bremen. Dazu gehört vor allem die Schließung des Zentrums für Gender-Studies an der Universität" (das seit über einem Jahr nicht mehr existiert). Auch lehne man eine "zu frühe Sexualerziehung an Kindergärten und Schulen" ebenso ab wie eine "lächerliche Umformung der Anschauung in Geschlechterfragen". Weiter heißt es: "Alle Gewalt geht vom Volke aus, das sich seiner Wahlmöglichkeiten bewusst ist, aber nicht von Menschen, die sich ihr Geschlecht wählen können."

Homosexualität sei ein "selbstverständlicher Bestandteil der Bandbreite menschlicher Sexualität", heißt es ansonsten im Wahlprogramm. Im übernächsten Satz stellt die Partei aber klar, dass sie jegliche Verbesserung der rechtlichen Situation Homosexueller oder die Gleichbehandlung im Partnerschaftsrecht ablehnt: Man sehe "nicht, dass die sexuelle Unterdrückung früherer Jahre derzeit das zentrale Problem in Deutschland darstellt". Außer der Aussage, Homosexualität nicht "bewerten oder einzugrenzen" zu wollen, geht das Wahlprogramm ansonsten nur auf eine angebliche Bedrohung Homosexueller durch Islamisten ein. Der "bedrohliche Einfluss des religiösen Fundamentalismus" müsse "entschieden bekämpft" werden.

In Bremen kandidiert Alexander Tassis, der Bundessprecher der "Homosexuelle in der AfD", auf Listenplatz 3. Gemeinsam mit zwei Bundessprechern hatte er am Mittwoch eine Pressemitteilung der Gruppe unter dem Titel "Pegida ernst nehmen – Proteste nicht verunglimpfen!" verfasst.

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 117 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 1057             69     
Service: | pdf | mailen
Tags: afd, niedersachsen, schule
Schwerpunkte:
 AfD
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "AfD: Homos haben "unverständlich hohes Gewicht""


 117 User-Kommentare
« zurück  12345...1112  vor »

Die ersten:   
#1
18.12.2014
14:28:06


(-6, 20 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014


"Außer der Aussage, Homosexualität nicht "bewerten oder einzugrenzen" zu wollen, geht das Wahlprogramm ansonsten nur auf eine angebliche Bedrohung Homosexueller durch Islamisten ein."

Wieso "angebliche" Bedrohung? Werden Homosexuelle etwa nicht durch Islamisten bedroht?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
18.12.2014
14:35:19


(+3, 15 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Paul Hampel - dieser Name sagt schon alles! Macht sich hier zum peinlichen Hampelmann!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
18.12.2014
14:36:01


(+8, 14 Votes)

Von Corvin Snow


An Herrn Ilg (AfD):
"Gender-Mainstreaming
politische Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter. Gender-Mainstreaming wird als ein Prozess verstanden, der darauf zielt, dass bei sämtlichen politischen Aktivitäten die Auswirkungen für Frauen und Männer beachtet werden. Es geht dabei insbesondere auch um die Reorganisation beziehungsweise Verbesserung von politischen Entscheidungsprozessen, damit Frauen und Männer gleichberechtigt von ihnen profitieren können und erkannte störende Ungleichheiten nicht weiter fortbestehen. Gender-Mainstreaming geht weit über die Forderungen und Organisation traditioneller Frauenförderung hinaus. Konventionelle Ansätze werden hierdurch nicht überflüssig, sondern als komplementäre Elemente integriert.

Mit Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrages am 1. 5. 1999 wurde auf EU-Ebene Gender-Mainstreaming zum ersten Mal als verbindlicher Auftrag festgeschrieben: Art. 2 und 3 des Vertrages verpflichten alle Mitgliedsstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender-Mainstreaming Ansatzes (Antidiskriminierungsgesetz).

Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 2. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus 2010. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Link zu www.bpb.de

"
Bitte teilen Sie doch mit Ihren Kollegen die Definition dieser seriösen Quelle. Nicht nur Junge Freiheit und PI-News lesen. Das verblödet auf Dauer doch eindeutig zu sehr!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
18.12.2014
14:37:51


(+4, 14 Votes)
 
#5
18.12.2014
14:40:01


(-1, 15 Votes)

Von ehemaligem User joshylein


Faschisten Partei wenn wundert noch das sowas kommt.

Ich könnte nur kotzen wenn jemand was gerne Ausländer sagt oder Muslime und andere gläubige springt sogar das "Merkel" ding hin und sagt wie böse sie sind und wie verblendet ..
Wenn es mal wieder gegen Homos geht ist alles fein uns darf man ja Legal nieder machen und sogar wissentlich lügen!

Homohetze wird irgendwie zum neuen Volks Sport in BRD!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
18.12.2014
14:46:01


(+7, 13 Votes)

Von Paleyo
Antwort zu Kommentar #4 von Isabella


"Die Täter lenkten zwei davon in die Türme des World Trade Centers (WTC) in New York City und eines in das Pentagon in Arlington .... 15 der 19 Entführer waren Staatsbürger Saudi-Arabiens."


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
18.12.2014
14:52:44


(-10, 18 Votes)

Von Michael43


Die einzig derzeit wählbare Partei ist:

Bündnis90/Die Grünen.

GRUND:
SPD, FDP und CDU/CSU hatten nun alle über 10 Jahre Zeit, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Gemacht haben es aber alle drei Parteien nicht.

Die Linkspartei will zwar die Eheöffnung, aber mit der Linkspartei will die SPD im Bund nicht regieren. UND daher kommt die Linkspartei schlichtweg nicht in Regierungsverantwortung in Berlin.

Die AfD ist nicht wählbar, weil sie in Teilen homophob ist.

Es verbleibt daher im Bund 2017 nur die Partei der Grünen, die dann in Regierungsverantwortung die Ehe öffnen werden.

UND das werden die Grünen dann auch machen und der CDU die Eheöffnung abverlangen, was die SPD bekanntlich in beiden Grossen Koalition nicht macht.

Daher 2017: die Grünen wählen


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
18.12.2014
14:54:29


(-13, 25 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Richtigstellung;

Beim Thema Bildungsplan gibt es unterschiedliche Auffassungen. Einig ist sich der Vorstand der BIG Homosexuelle in der AfD darin, dass der Themenkomplex Homosexualität (LGBTT) wie bereits heute schon üblich, im Aufklärungsunterricht behandelt werden sollte. Der Reifegrad von Schülern ist oftmals sehr heterogen. Die Lehrkraft sollte deshalb auf die individuell geäußerten Bedürfnisse und Fragen der Schüler eingehen und Dinge die den Schüler offensichtlich nicht interessieren, auch nicht aufdrängen dürfen. Außerdem sind wir dafür, andere Formen des menschlichen Zusammenlebens und Partnerschafts- bzw. Familienmodelle, auch in moderater Form in andere Unterrichtsfächer einfließen zu lassen, aber eben nicht so zentral, wie dies die GRÜNEN fordern, und im Einklang mit den Eltern. Die Bremer AfD stellt sich keinesfalls gegen eine Gleichstellung von Ehe und ELP. Die Pressemitteilung zum Thema "PEDIGA" habe ich nicht mit unterschrieben. Aus meiner Sicht sollte sich die AfD zurückhaltend verhalten, zumal solche Gruppen sehr heterogen sein können. Mit freundlichen Grüßen Torsten Ilg stellv. Bundessprecher der BIG Homosexuelle in der AfD


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
18.12.2014
15:01:50


(+14, 20 Votes)

Von pink table


Den vom AfD-Nachwuchs gefürchteten "Kondomführerschein", der angeblich jetzt eingeführt werden soll, habe ich schon als Jugendlicher gemacht - und das ist Jahre her.
Wenn ich mich richtig erinnere, dann geschah das im Rahmen von Aids-Prävention, um uns Heranwachsende auf witzige Art und Weise mit dem Infektionsschutz vertraut zu machen. Wir bekamen Infos über den richtigen Gebrauch, wurden über Anwendungsfehler informiert und mussten am Schluss ein Gummi über eine Banane ziehen. Danach bekamen wir den "Kondomführerschein" wie eine Urkunde überreicht.

Hölle, Hölle, Hölle! Was für eine Verderbnis.....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
18.12.2014
15:02:38


(+5, 13 Votes)

Von Daniel Neuburg
Antwort zu Kommentar #7 von Michael43


Sorry, aber die Grünen sind mir zu unsozial und zu neoliberal, die SPD übrigens auch. Bleibt ärgerlicherweise nur die Linke. Würde auch SPD wählen, wenn es dort noch Sozialdemokraten gäbe. Aber Rot-Grün unter Schröder/Fischer hat eine Politik gefördert, die Vermögende entlastet und mittlere und die unteren Einkommensschichten belastet. Das kann ich mir mit meinem mittleren Einkommen nicht mehr leisten zukünftig noch mehr Altersvorsorge zu betreiben und die Vermögenden dadurch noch mehr zu entlasten!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1112  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck: "Ich bin noch lange nicht weg" Leander Haußmann will Merkel wählen – wenn sie die Ehe öffnet Bis zum Jahr 2000 durften Schwule keine Berufssoldaten werden Volker Beck: Der Beste wurde kaltherzig abserviert
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt