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  • 18. Januar 2005, noch kein Kommentar

Immer mehr Low-Cost-Carrier starten in Thailand, Malaysia und Singapur. Die Ticketpreise sind noch günstiger als bei Easyjet und HLX.

Von Micha Schulze

Man stelle sich vor, man bucht sein Easyjet-Ticket nach London telefonisch und bezahlt es an der Kasse im Edeka-Markt um die Ecke. Was in Deutschland unvorstellbar ist, ist in Thailand seit Juli 2004 Alltag: Die Kosten für Flugscheine der neuen Fluggesellschaft Nok Air können in zahlreichen Seven-Eleven-Filialen beglichen werden. Eine einfache Lösung in einem Land, wo nicht jeder eine Kreditkarte besitzt.

Der Billigflieger-Boom hat auch Südostasien erreicht – mit Preisen, die Germanwings und Ryan Air noch unterbieten., Mit der Tochtergesellschaft Nok Air hat der staatliche Carrier Thai Airways International vor allem Air Asia den Kampf angesagt, die mit Kampfpreisen ab zwei Euro seit gut einem Jahr ihre Maschinen füllt. Der einfache Air-Asia-Flug von der Homo-Metropole Bangkok nach Khon Kaen im Norden des Landes kostet mit Steuern und Gebühren gerade mal 5,30 Euro. Das Motto der Linie: "Jetzt kann jeder fliegen". Die malaysische Gesellschaft, an der pikanterweise auch die Familie des thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra beteiligt ist, fliegt auch nach Chiang Mai, Chiang Rai, Hat Yai, Korat, Phuket, Ubon Ratchatani und Udon Thani. Auslandsziele sind Kuala Lumpur, Penang, Kota Kinabalu, Macau und Singapur.

Für Touristen, die Thailand länger als vier Wochen bereisen wollen, ist ein Ausflug mit dem Billigflieger deshalb eine gute und günstigere Alternative zum nervigen Visum. Deutsche, Österreicher und Schweizer dürfen sich ohne Visum nur einen Monat in Thailand aufhalten, der Einreisestempel genügt. Mit der Wiedereinreise beispielsweise aus Singapur beginnt die einmonatige Aufenthaltserlaubnis jedoch von vorn.

Preislich sind die asiatischen Billigflieger unschlagbar: Tiger Airways nahm zur Eröffnung der Route Singapur - Thailand (Bangkok, Phuket, Hat Yai) für ein Return-Ticket weniger als einen Euro. Air Asia schlug zurück und bot auf der Strecke Bangkok-Singapur 5.000 One-Way-Tickets für 20 Cent an. Heute verlangt Tiger Airways für den günstigsten Return-Flugschein knapp 70 Euro (inklusive Steuern), Konkurrent Jet Star Asia, der vom Gogo-Bar-Paradies Pattaya nach Singapur fliegt, ist drei Euro günstiger. Mit der Low-Cost-Airline der australischen Qantas kann man von Singapur auch günstig nach Hongkong und Taipeh gelangen.

Nur One-Two-Go fliegt zum Festpreis

Während bei Air Asia, Nok Air und Jet Star Asia - wie bei Germanwings & Co. - die günstigen Einstiegspreise limitiert sind und je nach Auslastung erheblich steigen, bietet der dritte thailändische Billigflieger One-Two-Go, eine Tochter der Orient Thai Airlines, seine Flüge zu einem Festpreis an: Nach Chiang Mai gelangt man von Bangkok aus für 1.350 Baht Bath (knapp 27 Euro) - wenn man Glück hat und noch Plätze frei sind, sogar am Tag der Buchung.

Preise, auf die auch Thai Airways und die beiden etablierten privaten Fluggesellschaften Bangkok Airways und Phuket Airlines verstärkt mit Sonderangeboten und reagieren: Noch nie waren Flüge innerhalb Südostasiens so günstig wie jetzt zu bekommen. Da alle Unternehmen über englischsprachige Webseiten verfügen, auf denen online mittels Kreditkarte gebucht werden kann, profitieren auch Touristen vom thailändischen Billigflieger-Boom. Zur Identifikation beim Check-In muss etwa bei Air Asia dann nur noch die Reisepassnummer angegeben werden.

Im Kampf um Marktanteile zeigen sich die südostasiatischen Low-Cost-Carrier äußerst flexibel und entwickeln innovative Konzepte. Während Air Asia fast monatlich neue Destinationen anfliegt, bietet Nok Air auf allen Flügen auch zwölf Business-Class-Sitze an - zu einem Aufpreis von 500 Bath (10 Euro). Auch wer mit Nok Air in der "Holzklasse" reist, kann seinen persönlichen Sitzplatz im Voraus auf der Website reservieren - die passende Antwort auf die freie Sitzplatzwahl der Konkurrenten, die immer wieder zu aggressiven Drängeleien beim Einstieg und Rangeleien um einen Platz in der ersten Reihe führt.

Wie ernst zu nehmen der Konkurrenzkampf jedoch ist, zeigt ein Vorfall im vergangenen Jahr auf dem Flugplatz U-Tapao bei Pattaya: Unbekannte drangen dort in zwei geparkte Boeings 747 der Oriental Thai Airlines ein und zerstörten die wichtigsten und teuersten Instrumente. Da nichts gestohlen wurde, geht der ermittelnde Polizei-Oberst Traisoon Niemtrabd von einem "Konflikt zwischen rivalisierenden Fluggesellschaften" aus.

Air Asia
Bangkok Airways
Jet Star Asia
Nok Air
One-Two-Go (Orient Thai)
Phuket Air
Thai Airways
Tiger Airways