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Kläger Yang Teng erschien mit Regenbogenfahne und Justitia vor Gericht

Ein Gericht in Peking hat erstmals eine pychologische Klinik wegen des Versuchs der "Heilung" eines schwulen Mannes zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt.

Wegweisendes Urteil für Lesben und Schwule in der Volksrepublik China: Zum ersten Mal hat sich ein Gericht mit der Frage der Rechtmäßigkeit von "Homoheilungs"-Therapien beschäftigt – und dabei einem früheren schwulen "Patienten" eine Entschädigung zugesprochen.

Der in der Hauptstadt Peking lebende Kläger Yang Teng war in einer psyschologischen Klinik in Chongqing u.a. mit Hypnosen und Elektroschocks "behandelt" worden. Im Urteil des Pekinger Bezirkgsgerichts heißt es nun, diese "Therapie" sei unnötig gewesen, da Homosexualität keine Krankheit sei. Das Gericht sprach Yang ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.500 Yuan (umgerechnet 460 Euro) zu. Ursprünglich hatte der 30-Jährige allerdings den vierfachen Betrag gefordert.

Seine Eltern hatten ihn zur "Therapie" gezwungen

Nach Angaben von Yang und seinem Anwalt Li Duilong muss die Klinik außerdem eine Entschuldigung auf ihrer Homepage veröffentlichen."Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, damit hatte ich nicht gerechnet", sagte der Kläger nach Verkündung des Urteils.

Yang hatte sich im Februar dieses Jahres in Therapie begeben, weil seine Familie ihn unter Druck gesetzt habe, zu heiraten und ein Kind zu bekommen. Das Gerichtsurteil wolle er nun seinen Eltern vorlegen, um ihnen zu zeigen, dass Homosexualität aus Sicht der chinesischen Justiz nicht länger eine Geisteskrankheit ist. Der 30-Jährige kündigte zudem an, sich auch in Zukunft öffentlich für LGBT-Rechte zu engagieren, um anderen Menschen solche negativen Erfahrungen zu ersparen.

In der Volksrepublik China war gleichgeschlechtlicher Sex noch bis 1997 als "Rowdytum" verboten. Bis 2001 galt Homosexualität außerdem als Geisteskrankheit. Während sich in den letzten Jahren in den großen Metropolen eine kleine queere Subkultur entwickelt hat, bleiben die meisten Schwulen und Lesben nach wie vor unsichtbar, da das Thema als Tabu gilt. (cw)



#1 Und nunAnonym
  • 20.12.2014, 18:35h
  • ...ist es auch in der Volksrepublik geschehen. So wird Homoheilung zunehmend ja in allen Industrienationen und aufsteigenen Nationen als falsch anerkannt...nicht? nein? Ach ja, hier in Deutschland wird das dank Mutti ja immer noch straffrei toleriert.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.12.2014, 19:04h
  • Normalerweise müßte doch in einer Diktatur wie die VR China Homoheilung hofiert werden, damit man "brave Volksgenossen" züchten kann!
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#3 FuZZZynessAnonym
  • 20.12.2014, 19:48h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Hier ist das Steinchen der Klagemauer:

    " Das Gericht sprach Yang ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.500 Yuan (umgerechnet 460 Euro) zu. Ursprünglich hatte der 30-Jährige allerdings den vierfachen Betrag gefordert."
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#4 David77Anonym
#5 Günther GellAnonym
  • 20.12.2014, 20:31h
  • " da das Thema (?) als Tabu gilt." Hätte man jetzt Krämpfe in die Finger bekommen, wenn der Halbsatz folgte, "wie in fast ganz Asien."?

    Meines Wissens ist das asiatische Land Israel, mit seiner spezifischen Herkunftspopulation, das einzige asiatische Land, in dem Homosexualität am wenigsten tabuisiert ist. Und Homosexuelle im Asienvergleich die meisten Rechte haben.

    Ansonsten würde ich mich als GEZ-Zahler einer Forderung von FoXXXyness anschließen, wenn dieser fordern würde Tagesschau, Heute, Weltspiegel und Auslandsjournal ausschließlich von Oliver Welke und Hape Kerkeling gestalten zu lassen. Wenn schon unzulänglich (Miosga, Slomka, Sievers, Kleber), dann wenigstens lustig.
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#6 David77Anonym
#7 JadugharProfil
  • 20.12.2014, 21:20hHamburg
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Ich habe schon öfters bemerkt, daß sie Vorurteile gegenüber der VR-China pflegen.
    Da ich zehn Jahre in der VR-China gelebt hatte, kenne ich die Situatuion sehr gut. China hatte traditionell in der Geschichte niemals Homosexuelle verfolgt. Shanghai galt früher als das Sündenbabel des Ostens, wo die ersten Missionare sagten, daß Gott den Leuten von Sodom und Gomorrha um Verzeihung bitten müßte, weil es in China so schlimm ist. Beim Errichten des Kommunismus wurden viele westliche Werte übernommen und Prostituierte auf die Felder geschickt, damit sie arbeiten!
    Viele sind dabei drauf gegangen, was die chinesische Bevölkerung der Mao-Regierung nie verzeiht hatte. Die Situation der Homosexuellen entspricht in etwa dem, was man hier in Deutschland vor etwa 10 Jahren vorfand. Die Prostitution konnte nie wirklich verdrängt werden und unter der Oberfläche ist Shanghai immer noch ein heimliches Sündenbabel!
    Die Bevölkerung in China war und ist atheistisch und kannte keine Schwulenhetze.
    Da Homosexuelle sich nicht fortpflanzen, werden sie sogar wegen der Ein-Kind-Politik sehr toleriert!

    Übrigens hat sich der Begriff Genosse in China gewandelt. Heute ist ein Genosse ein Schwuler!

    Meine Erfahrung mit homosexuellen Chinesen (Genossen) waren, daß sie viel offener waren als ich. Ich war als Ausländer quasi der Hahn im Korb und sie gingen mit mir nach ihrer Sitte eng umschlungen durch die Straßen! Da gab es keine homophoben Reaktionen!

    Daß es trotzdem einzelne Fälle von Unterdrückung bei den Homosexuellen in China gibt, liegt einfach daran, daß viele Eltern Druck auf ihre Kinder ausüben, endlich einmal für sie Enkel in die Welt zu setzten.
    Da tun sie sich auch einige sehr schwer, wenn nach dem Outing ihrer homosexuellen Kinder sich diesen Wunsch abschminken müssen.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 FennekAnonym
  • 21.12.2014, 01:01h
  • Ich wünschte, auch in Europa müssten religiöse Fanatiker den Opfern ihrer Machenschaften Schadenersatz zahlen...
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#10 herve64Profil
  • 21.12.2014, 12:37hMünchen
  • Antwort auf #7 von Jadughar
  • "China hatte traditionell in der Geschichte niemals Homosexuelle verfolgt.": So? Komisch, ich kann mich noch an Ausagen einiger chinesischer Politiker Mitte der 80er Jahre erinnern, wonach es in der VR China kein Problem mit AIDS gebe, da man ja sämtliche Homosexuellen während der Kulturrevolution erschossen habe.

    Also, ganz so kann das ja dann nicht stimmen, dass es in China keine Schwulenverfolgung gegeben hätte.
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