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Vor zwei Wochen sind rund 30 Männer wegen Homosexualität in einem Hamam verhaftet worden, während TV-Journalistin Mona Iraqi den Vorgang filmen ließ und die Bilder wenige Stunden später veröffentlichte

Die Miltärregierung geht rigoros gegen Schwule vor – und gibt offen zu, Verhaftete mit Anal-Tests zu foltern.

Die ägyptische Menschenrechtsorganisation "Egyptian Initiative for Human Rights" (EIPR) hat am Samstag die Verhaftungen von schwulen Männern in dem Land kritisiert und erklärt, dass seit der Machtübernahme der Militärs vor 18 Monaten bereits über 150 Menschen wegen ihrer Homosexualität verhaftet worden seien. Dabei handele es sich aber nur um eine Schätzung. Einige der Männer seien bereits zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Die 2002 gegründete Organisation warf der Regierung vor, sie führe eine "organisierte Kampagne" gegen Homosexuelle durch.

Die EIPR kritisierte auch die Verhaftung von mindestens 26 Männern in einem Hamam vor zwei Wochen (queer.de berichtete). Ihnen wird vorgeworfen, die Einrichtung in eine Stätte von "unmoralischem und anstößigen Verhalten und Gruppen-Homosexualität verwandelt" zu haben. EIPR erklärte, die Polizeiaktion sei eine "krasse Verletzung der Privatsphäre" gewesen.

Am Sonntag begann die Verhandlung gegen die Verhafteten. Dabei wurde den Behörden nach AFP-Angaben auch Folter vorgeworfen: "Die Polizei hat uns jeden Tag geschlagen und uns gezwungen, auf unserem Bauch zu schlafen", erklärte einer der Beschuldigten. Ein anderer beharrte darauf, aus einem anderen Grund ins Hamam gekommen zu sein: "Ich bin unschuldig. Ich war im Hamam für eine Therapie, das schwöre ich im Namen Allahs." Das Gericht hat den nächsten Verhandlungstag am 4. Januar anberaumt.

Anal-Untersuchungen durchgeführt

Die Behörden geben offen zu, bei 21 der Verhafteten Anal-Tests durchgeführt zu haben, um deren Homosexualität zu "beweisen". Dieser Vorgang wird von internationalen Ärzte-Organisationen als nutzlos bezeichnet und als Form der Folter eingestuft. Dennoch behauptete die Staatsanwaltschaft in Ägypten, dass bei drei Verhafteten "Beweise" für Homosexualität gefunden worden seien. "18 andere haben keine erkennbaren Zeichen, aber das heißt nicht, dass sie keine Homosexuellen sind", erklärte Hisham Abdel Hamid, ein Sprecher der ägyptischen Gerichtsmedizin.

Zwar ist Homosexualität in Ägypten nicht direkt strafbar, Schwule werden allerdings mit Gummiparagrafen verurteilt. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie die öffentliche Ordnung gefährdeten oder sich der "moralischen Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht hätten. Der spektakulärste Massenprozess ereignete sich 2001, als die Polizei 52 Männer auf einer Party verhaftete. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt.

Für die Regierung sind derartige Verurteilungen auch heute noch eine willkommene Gelegenheit, Stärke zu zeigen. In der Bevölkerung ist das populär: Laut einer Umfrage des "Pew Research Global Attitudes Project" aus dem Jahr 2013 glauben 95 Prozent der Ägypter, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfe. (dk)



#1 David77Anonym
  • 22.12.2014, 13:40h
  • Unfassbar. Und diese blöde Pute von Reporterin gibt auch noch vor nicht homophob zu sein, sondern in deren Interesse gehandelt zu haben...
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#2 David77Anonym
#3 SofiaBerlinProfil
  • 22.12.2014, 14:51hBerlin
  • Diese Reporterin und die ägyptischen Behörden ekeln mich einfach nur an!
    Doch wo bleiben die Proteste vor der ägyptischen Botschaft?
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 AlexAnonym
#6 PelayoProfil
  • 22.12.2014, 16:23hBerlin
  • Bürgermeister Buschkowski von Neukölln auf phoenix:

    Von 300.000 Menschen in Neukölln haben 140.000 einen Migrationshintergrund, in den Schulen 85-95%. Neukölln wird in 10-15 Jahren eine reine Migrantenstadt sein

    Buschkowski beobachtet seit 5-7 Jahren eine galoppierende Zunahme von fundamentaler Religiösität

    Das Straßenbild ist dominiert von vorschriftsmäßiger religiöser Kleidung: Verhüllte Köpfe und bodenlange Kleidung.

    Der Glaube wird aggressiv in den Alltag getragen.

    www.phoenix.de/heinz_buschkowsky_zu_gast_bei_alfred_schier/8
    86282.htm


    Und ich füge hinzu:

    In wenigen Jahren werden keine offen Schwulen mehr auf den Straßen Neuköllns zu sehen sein. Schon heute sieht man kaum welche.

    Wir nähern uns also langsam , aber zielstrebig der Situation in Ägypten an.
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#7 AdrienEhemaliges Profil
#8 einmischenProfil
  • 22.12.2014, 17:08hBerlin
  • Wo bleibt der Aufschrei der Community in Deutschland und in Europa, wo die Sanktionen der Bundesregierung und der EU? Wo bleibt die Demonstration von "enough is enough"? Wenn in Russland ein homophobes Gesetz erlassen wird, gehen Tausende auf die Straße. Russland ist im Bewusstsein inzwischen das homophobste Land. Aber wenn in Ägypten, im Mittleren Osten, in Afrika Hunderte inhaftiert, gefoltert oder sogar hingerichtet werden, dann gibt es nur einen Artikel auf queer.de?
    An dieser Stelle vielen, vielen Dank an die Redaktion von queer.de für die sehr guten Informationen und Artikel!
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#9 BWLerAnonym
#10 entschieAnonym