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Luka Magnotta am Set eines seiner Filme

Der auf der Flucht in Berlin festgenommene Pornodarsteller Luka Magnotta landet nach einer Jury-Entscheidung im Gefängnis und nicht in der Psychiatrie.

Der kanadische Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta ist am Dienstag von einer Jury in Montreal des Mordes an dem chinesischen Austauschstudenten Jun Lin schuldig gesprochen worden. Die zwölfköpfige Jury hatte nach einem zehnwöchigen Prozess dazu acht Tage beraten und dann den Schuldspruch gefällt: First-degree murder.

Nach kanadischem Recht bedeutet das automatisch lebenslänglich, ein Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft kann erst nach 25 Jahren gestellt werden. Der 32-Jährige, der in Pornofilmen unter Pseudonymen wie Eric Clinton Newman oder Vladimir Romanov bekannt geworden war, hatte sich in dem Prozess nicht schuldig bekannt und angegeben, im Rahmen einer unkontrollierten Schizophrenie gehandelt zu haben. Mit einem Berufungsverfahren wird gerechnet.

Magnotta war vorgeworfen worden, im Mai 2012 seinen damals 33-jährigen Freund mit einem Eispickel erstochen und die Leiche anschließend zerstückelt zu haben (queer.de berichtete). Teile der Leiche des chinesischen Austauschstudenten hatte er danach an diverse Schulen und Parteizentralen geschickt, darunter auch an das Büro von Premierminister Stephen Harper.

In einem der Pakete lag die schriftliche Ankündigung, weitere Morde begehen zu wollen. Später war auch ein selbstgedrehtes Video auf einer Internetseite aufgetaucht, das die Tat zeigte. Magnotta wurde international per Haftbefehl gesucht und schließlich in einem Internetcafé in Berlin festgenommen (queer.de berichtete). Zwei Wochen später lieferten die deutschen Behörden den Tatverdächtigen nach Kanada aus.

Die Jury sprach Magnotta auch in allen vier weiteren Anklagepunkten schuldig: wegen Leichenschändung, der Veröffentlichung und postalischen Versendung obszöner Materialien sowie wegen Belästigung des Premierministers und anderer Parlamentsabgeordneter.

Die Staatsanwaltschaft konnte im Prozess nachweisen, dass Magnotta die Tat in den Tagen zuvor geplant hatte. Bereits als er Videos gepostet hatte, in denen er Katzen tötete, hatte er davon gesprochen, dass ein Mensch sein nächstes Opfer werden könnte.

In dem Prozess kam auch heraus, dass das Video des Mordes zunächst einen anderen Mann auf dem Bett Magnottas in der gleichen Pose wie sein späteres Opfer zeigt. Überwachungskameras zeigten, dass dieser Mann später das Apartment verstört verließ. Er ist bis heute nicht identifiziert.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Dizzy71Anonym
#4 jhguAnonym
#5 saltgay
  • 26.12.2014, 09:23h
  • "Homosexuelle leben im gefährlich..."
    Ach ja, das kenne ich. Das habe ich selbst erlebt. Ich war ungefähr zehn Jahre alt und bereits in einen Jungen total verliebt. Da erzählte mir meine Mutter von einem erschlagenen Schauspieler in der Nachbarschaft. Sie hatte dem Freund meines älteren Bruders bei der Einrichtung in seiner Studentenbude geholfen. Das war das "Mordzimmer". Die Villa befand sich in der Nachbarschaft. Sie sprach von einer blutbespritzten Wand, einer Messersammlung. Der Schauspieler, so meinte sie, war obendrein noch Masochist, er ließ sich schneiden! Dann fuhr sie fort, er habe sich immer kleine Jungs geholt von der Grundschule und sie dann verführt. Ein Junge wollte das ihrer Meinung nach nicht mehr, weil er achtzehn war und erwachsen wurde. Der habe dann aus Verzweiflung den Schauspieler erschlagen. So ist das mit Homosexuellen.

    Mich hat das völlig umgehauen. Es war der Punkt, wo für mich Schwulsein Illegalität und körperliche Gefahr darstellte. Es dauerte Jahre, bis ich dazu eine eigene Ansicht entwickelte. Aber das entsprach genau dem Zeitgeist der Fünfziger und frühen Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Selbst später noch mahnte Eduard Zimmermann in "Aktenzeichen XY" stets vor der besonderen Gefahr des homosexuellen Lebens, wenn wieder einmal eine Gewalttat im schwulen Umfeld passierte.

    Was mich stets ärgert: mit solchen Schauergeschichten kann man Kindern durchaus etwas antun, weil sie die Motivation nicht durchschauen und bei gleicher sexueller Orientierung beginnen Schuldgefühle zu entwickeln. Das gilt auch für die aktuellen Demonstrationen der Reaktionäre.
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#6 schwarzerkater
  • 26.12.2014, 09:31h
  • "Die Verteidigung konnte im Prozess nachweisen, dass Magnotta die Tat in den Tagen zuvor geplant hatte. Bereits als er Videos gepostet hatte, in denen er Katzen tötete, hatte er davon gesprochen, dass ein Mensch sein nächstes Opfer werden könnte."

    die verteidigung oder die staatsanwaltschaft?
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 TheDadProfil
#9 Harry1972Profil
  • 26.12.2014, 21:35hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #5 von saltgay
  • Ich habe die Tage ein paar neuere Folgen von Aktenzeichen XY geguckt und da hat der neue Moderator, Rudi Cerne oder so, was von "Homosexuelles Millieu" gelabert. Ich dachte, ich höre nicht recht.
    In einer anderen Sendung dann ein freudscher Versprecher (?). Da berichtete er von einem ermordeten Schwulen, wo noch nach dem Täter gesucht wurde und als Überleitung zum nächsten Sendungsteil, wo es dann um gelöste Fälle ging, sagt der doch tatsächlich "...und nun eine weitere Erfolgsmeldung..."
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