Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?22940

"Closer" hatte den Politiker auf seinem Titel geoutet - und muss nun an selber Stelle über das Urteil berichten

Das Magazin "Closer" muss dem Vizepräsidenten des Front National 20.000 Euro Schadensersatz zahlen, nachdem es Urlaubsbiler von ihm und seinen Partner abgedruckt hatte.

Ein Pariser Gericht hat am Mittwoch das Klatschmagazin "Closer" dazu verurteilt, dem Politiker Florian Philippot 20.000 Euro Schadensersatz zu zahlen. Der Vizepräsident der rechtsextremen Partei Front National war vor zwei Wochen von dem Magazin als schwul geoutet worden.

"Closer" hatte Bilder vom Urlaub des 33-Jährigen mit seinem Freund in Wien veröffentlicht. Das Gericht sah darin eine Verletzung der Privatsphäre. Philippot, der 50.000 Euro gefordert hatte, erhält zudem seine Gerichtskosten ersetzt, "Closer" muss das Urteil ferner auf seiner Titelseite aufgreifen.

Das Magazin, dasin Berufung gehen will, hatte argumentiert, das Outing des Politikers sei im öffentlichen Interesse gewesen. Für das Interesse spreche auch, dass der Politiker einer der am häufigsten eingeladenen Personen in Fernseh- und Radiosendungen sei.


Florian Philippot hatte 50.000 Euro verlangt (Bild: Gauthier Bouchet, by sa 3.0)

Das Gericht wollte dieser Argumentation nicht folgen. Das Privatleben des Politikers sei zuvor unbekannt gewesen und da er es früher abgelehnt habe, Fragen zu seiner sexuellen Orientierung zu beantworten, hätte das Magazin wissen müssen, dass eine solche Berichterstattung unerwünscht ist.

Auch habe "Closer" nicht sachlich berichtet, sondern Philippot verspottet, vor allem im Bezug auf einen Saunabesuch des Politikers. Letztlich habe das Magazin in belästigt, in dem es ihn im Urlaub, in dem er sich sicher fühlte, mit einer Linse verfolgt habe.

In Deutschland hatte zuletzt der Presserat vor zwei Jahren entschieden, dass ein Outing eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten ist (queer.de berichtete). In Bezug auf einen "taz"-Bericht über den CDU-Politiker Peter Altmaier hieß es, an der "Spekulation über die sexuelle Orientierung" des damaligen Bundesumweltministers habe "kein öffentliches Interesse" bestanden. (nb)



#1 David77Anonym
  • 26.12.2014, 11:43h

  • Unverschämt. Und warum wird die FN nicht für die folgen ihrer homophoben anstachelungen verklagt?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Tonner66Ehemaliges Profil
#3 daVinci6667
  • 26.12.2014, 11:58h

  • Niemand darf zwangsgeoutet werden. Außer derjenige schadet uns. Bei einem FN-Politiker ist das mit Sicherheit gegeben. So einfach ist das.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Sveni MausiAnonym
#5 antos
#6 schwarzerkater
  • 26.12.2014, 14:09h
  • das waren die 20.000 euros allemal wert ...
    öffentlich als politiker bei ner homophoben partei engagiert zu sein und dann sein privatleben geheim halten wollen - gut gemacht, "closer" .
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 JEinAnonym
  • 26.12.2014, 14:32h

  • Geht es darum heimlich Fotos von einer Person mit Partner im Privaten zu machen, also dort wo die Presse nichts zu suchen hat ( Stichwort krupellose Paparazzi) bin ich auch dagegen.

    Aber nur weil er schwul ist, darf das kein Argument sein.
    Wer es in Ordnung findet das Heteropolitiker mit heimlichen Geliebten fotografiert werden, sollte das auch bei Schwulen Politikern und ihren heimlichen Partnern ( Ungeoutete haben ja zwangsweise heimliche Partner) in Ordnung finden...alles andere wäre doppelmoralisch.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 ThorbenAnonym
  • 26.12.2014, 14:48h
  • Gibt es in Frankreich keine Pressefreiheit?

    Politiker sind Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Und wenn ein Vizepräsident einer rechtsextremen Partei ein scheinheiliges Doppelleben führt, hat die Gesellschaft ein Recht darauf, die Verlogenheit dieser Partei zu erfahren.

    Gut, dass das Magazin in Berufung geht.

    In solchen Fällen ist eben das Privatleben auch relevant und daran besteht ein öffentliches Interesse.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 PeerAnonym
  • 26.12.2014, 14:56h
  • Eigentlich bin ich gegen Outings anderer.

    Aber wenn es um ein Mitglied (oder gar den Vizepräsidenten) einer faschistischen Partei handelt, die Homohass verbreitet, dann sind solche Outings nicht nur erlaubt, sondern geradezu notwendige Pflicht!

    Um zu zeigen, wie verlogen und scheinheilig dieses rechte Gesocks ist.
  • Antworten » | Direktlink »