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  • 07.01.2015           96      Teilen:   |

Großbritannien

Die muslimische Drag Queen

Artikelbild
Szene aus dem Asifa Lahores Musikvideo "Punjabi Girl", eine Parodie auf Aquas "Barbie Girl": "I am a Punjabi Girl in a Punjabi world. My name's Asifa, I wear my burqa."

Ein schwuler Muslim aus London sorgt im Vereinigten Königreich für Schlagzeilen: Weil Asif Quraishi als Dragqueen Asifa Lahore sogar mit Niqab auf der Bühne steht, bekommt er regelmäßig Todesdrohungen.

Für die konservative, aus Pakistan stammende Familie Quraishi war alles klar: Sohn Asif sollte in London ein gutverdienender Mediziner werden, und auch eine zukünftige Braut hatte sie für ihn schon ausgesucht.

Doch daraus wurde nichts: Der 31-jährige Sohnemann hat heute einen festen Partner, steht regelmäßig als Dragqueen Asifa Lahore auf der Bühne verschiedener Gay-Clubs und wird als Rollenmodell für schwule Muslime durch die britischen Medien gereicht. Sein Motto: "Ich will andere inspirieren, sie selbst zu sein."

Zuletzt berichtete am Dienstag die BBC über den queeren Aktivisten und Performance-Künstler. Der Fernsehbeitrag beginnt mit einem Auftritt, bei dem Asifa Lahore ein schwarzes Gewand und einen Gesichtsschleier trägt – nur ihre geschminkten Augen mit künstlichen Riesen-Wimpern sind zu sehen.

Youtube | Der BBC-Bericht über Asifi Lahore
Fortsetzung nach Anzeige


Todesdrohungen und Hassmails von islamischen Fundamentalisten

Asifa Lahore ohne Schleier
Asifa Lahore ohne Schleier

Für die gläubige Dragqueen sind solche Bilder keine Provokation. "Ich will die Religion nicht verlassen. Ich bin wer ich bin", sagt sie im BBC-Interview, gibt aber auch zu: "Wenn man erstmal geschminkt ist und ein Kleid anhat, kann man Dinge sagen und tun, die sonst nicht möglich wären."

Religiöse Fundamentalisten sehen das freilich anders: "Ich bekomme regelmäßig Todesdrohungen, Hassmails und Online-Beschimpfungen", sagt Asif Quraishi.

Sein Coming-out in der Familie und in der lokalen Moschee in Southall in West London hatte er vor etwa fünf Jahren. Seine Eltern wollten Asif zum Arzt schicken, um ihn zu "heilen", der Imam empfahl ihm, seine Gedanken zu "vergessen", eine Frau zu heiraten und Kinder zu zeugen. "Als ich ihm sagte, dass ich kein falsches Leben führen will, empfahl er mir erst, enthaltsam zu leben", erinnert sich die Dragqueen an das Gespräch in der Moschee. "Ich sagte ihm, dass ich keine Sexorgien feiern, sondern monogam mit meinem Partner zusammenleben will und dies vor Allah rechtfertigen kann. Der Imam meinte schließlich, ich solle leben wie ich will, aber keinen Wirbel darum machen."

Viele islamische Geistliche würden Homosexualität privat akzeptieren, glaubt Asif Quraishi, nur seien sie gezwungen, sie öffentlich zu verdammen.

Youtube | Inspiriert von Conchita Wurst: Mit "You and I" will Asifa Lahore in diesem Jahr beim Eurovision antreten

Karriere als Sängerin geplant

Den freundlichen Rat des Imams, seine Homosexualität nicht zu "bewerben", befolgt Asif Quraishi allerdings nicht wirklich, auch wenn er nach wie vor regelmäßig zum Beten in die Moschee geht.

Neben seiner Karriere als Fulltime-Dragqueen, DJ, Sängerin und Moderatorin will der 31-Jährige in diesem Jahr in die Fußstapfen von Conchita Wurst treten und am Eurovision Song Contest in Wien teilnehmen. Dafür hat Asifa Lahore extra die Ballade "You and I" produziert und beim offiziellen Wettbewerb eingereicht. Musikalisch hatte die Dragqueen zuvor nur mit witzigen Parodien von Bollywood-Klassikern von sich Reden gemacht.

Das Verhältnis zur konservativen Familie hat sich übrigens mittlerweile etwas entspannt. Mit seinen Schwestern und Kusinen geht Asif regelmäßig shoppen – und seine Tante näht ihm sogar die schrillen Drag-Outfits. (cw)

Youtube | Asifa Lahores Parodie auf den Bollywood-Hit "Jimmy"
Links zum Thema:
» Homepage von Asifa Lahore
» Fanpage auf Facebook
» Asifa Lahore auf Youtube
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Tags: asifa lahore, asif quraishi, drag quee, muslim, niqab
Schwerpunkte:
 Islam
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Reaktionen zu "Die muslimische Drag Queen"


 96 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.01.2015
08:10:25


(+6, 10 Votes)

Von Fred i BKK


....Bigoterie und Verlogenheit in den Religionen

Wer mal durch das Araber-Viertel von Pattaya schlendert am Abend ,kann sie sehen, die Muslimen ,Soehne des Oel und der Wueste...
Es ist augenscheinlich ,dass sie sich besonders in der Umgebung von Transgendern .Kathoys sehr wohlfuehlen und die sichtlich auch als "Herzendame" im Urlaub bevorzugen...
zuhause haben sie dann 10 Ableger von drei "Alten"
alle in der Burka versteckt...
(wohl auch,dass keiner Vergleiche anstellt ,zwischen den" Schoenheiten" von Pattaya und den
meist Maik Krueger-naesigen Toechtern der Wueste.


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#2
07.01.2015
08:46:02


(-2, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wäre schön, wenn sie in Wien für ihr Land beim ESC startet, vielleicht beendet sie (er) ja endlich den Fluch schlechter Platzierungen!


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#3
07.01.2015
08:53:57


(+8, 12 Votes)

Von wuermchen


Todesdrohungen und Hassmails von Fundamentalisten weil jemand in Vollverschleierung auftritt. Aber wahrscheinlich hätte schon das Schwulsein gereicht um Todesdrohungen der Fundamentalisten zu erhalten.
Wann geht die Gesellschaft endlich gegen solche Extremisten vor? Warum hört man nicht die Schlagzeile, 20 Personen verhaftet die Todesdrohungen ausgesprochen haben?
Der 'freundliche Rat' des Imans ist auch eher Hohn als Hilfe. Dann soll der 'freundliche' Iman doch seine Moschee für Schwule ganz offiziell öffnen und die Entscheidung vor seiner Gemeinde auch vertreten. Alles andere ist Blendwerk.


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#4
07.01.2015
10:19:49


(+1, 9 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam
Antwort zu Kommentar #3 von wuermchen


Das mit der offenen Moschee ist vollkommen überbewertet, meine ich. Selbst wenn die offen für alle wäre, würden vielleicht ein paar links/grüne Politiker reingehen, für Pressetermin mit Foto. Mit dieser Show sind aber die Probleme nicht gelöst. Das ist auch nicht mal ein Anfang, wenns auch sicher behauptet und ausgeschlachtet wird. "Nichtmuslimische"Schwule und Moschee, in den nächsten tausend Jahren sicher nicht.


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#5
07.01.2015
10:48:33


(+7, 13 Votes)

Von wuermchen
Antwort zu Kommentar #4 von LangsamLangsam


Ich denke schon ob es einen Unterschied macht ob in einer Moschee auch offen Schwule ein und ausgehen können oder ob es da Probleme gibt.
Und ich rede nicht von einer politischen Werbekampange sondern von schwulen Moslems.
Und dass es heute mehr als genug Probleme in Moscheen gibt, zeigen ja die Berichte wo nichtmal ein Treffen mit LGBT-Vertreter in einer Moschee möglich ist. Also es ist nichteinmal ein Gespräch möglich. Da sieht man dann wie groß der Einfluss der Fundamentalisten in hiesigen Moscheen tatsächlich ist.


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#6
07.01.2015
11:11:25


(+5, 11 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von wuermchen


Vollkommen mit Dir einverstanden ! Auch wenn´s politisch nicht korrekt ist, so halte ich den Islam für einen ganz besonders hartnäckigen Gegner des gesellschaftlichen Fortschritts. PEGIDA und was sonst noch so von Rechtsaussen und Nazis proklamiert wird, haben daher ein leichtes Spiel, mit vermeintlicher Gefahr einer Islamisierung ihre wahre Fremdenfeindlichkeit zu verstecken. Man hört mit Genugtuung, dass dieses Spiel von den meisten Deutschen inzwischen durchschaut wird, die sich den Dumpfbacken mutig entgegenstellen.


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#7
07.01.2015
12:33:16
Via Handy


(+7, 11 Votes)

Von Nick
Antwort zu Kommentar #6 von gatopardo


Es ist gut das im Ausland auch über die Gegenseite der Pegidabewegung berichtet wird. Nur ändert es nichts daran dass sich sowas wie Pegida entwickeln konnte. Es geht nicht um eine "gewöhnliche" Naziddmo, was Pegida macht ist suptiler und viel gefährlicher weil es Mitläufer anzieht.

Auch wenn sich viele gegen Pegida stelken, ist es peinlich das sich ausgerechnet in Deutschland wieder die größte Anzahl an Protestlern gegen eine religiöse Minderheit formiert hat.
Überall gibt es solche Leute, aber das die sich formieren und in wenigen Wochen organisiert zu 20000 auf die Straße ziehen, ist bisher einmalig im modernen Europa.
Da dies ausgerechnet in Deutschland geschieht, wird es vom Ausland besonders kritisch beobachtet.


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#8
07.01.2015
13:01:28


(+3, 9 Votes)

Von pink table
Antwort zu Kommentar #6 von gatopardo


Ich könnte jetzt aber auch nicht behaupten, dass die katholische Kirche jemals der Motor für gesellschaftspolitischen Fortschritt war. Oder habe ich etwas verpasst?

Schließlich haben wir alle hier gelernt, dass nur Eva Brunne progressive FKK-Gottesdienste abhält! Deshalb loben wir uns die lutherische, die reformierte, die unierte........!!!


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#9
07.01.2015
13:04:08
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Tacheles
Antwort zu Kommentar #7 von Nick


Und solche Leute die den Anschlag auf die französische Satirezeitung gemacht haben, welche Mohammed- Karrikaturen brachten, befeuern Bewegungen wie Pegida noch, dessen Protestler wiederum nicht zwischen religiösen Extremisten und moderaten Gläubigen unterscheiden.

Die Spezies Mensch ist doch bescheuert!


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#10
07.01.2015
13:25:57


(+6, 8 Votes)

Von wuermchen
Antwort zu Kommentar #9 von Tacheles


Wenn in Moscheen Homosexuellen-Vertretern sogar ein Gespräch verwehrt wird, dann muss man sich auch Fragen wo der Unterschied zwischen einem religiösem Extremist und dem moderaten Gläubigen (wozu sich die Imame sicherlich zählen) liegt.


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