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  • 08.01.2015           157      Teilen:   |

Studie der Bertelsmann-Stiftung

Rund die Hälfte der Muslime in Deutschland für Ehe-Öffnung

Artikelbild
Die Bertelsmann-Stiftung appelliert an die Mehrheitsbevölkerung, nach den Terroranschlägen in Frankreich nicht alle Muslime in Sippenhaft zu nehmen (Bild: Tim Green / flickr / cc by 2.0)

Nach dem Terror-Anschlag gegen "Charlie Hebdo" ist die Islam-Debatte auch in Deutschland erneut aufgeflammt. In einer neuen Studie heißt es aber, dass Muslime viel liberaler sind als viele denken.

In Deutschland stimmen rund 67 Prozent der wenig religiösen und rund 60 Prozent der ziemlich oder sehr religiösen Muslime der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu. Werden die hochreligiösen Muslime einbezogen, die mit 40 Prozent Zustimmung das Ergebnis deutlich abschwächen, liegt die Unterstützung mit 48 Prozent noch immer bei rund der Hälfte.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. In der "Sonderauswertung Islam" werteten die Politikwissenschaftler Professor Dirk Halm und Dr. Martina Sauer unter anderem Daten des Religionsmonitors 2013 aus.

Laut der Untersuchung sind deutsche Muslime zwar religiöser als deutsche Christen (70 Prozent der Katholiken, 78 Prozent der Evangelen unterstützen die Ehe-Öffnung) und fühlen sich über Generationen hinweg eng mit ihrem Glauben verbunden. Allerdings seien ihre Werthaltungen "liberaler als häufig angenommen".

Insbesondere im Vergleich zu Muslimen in der Türkei, dem Hauptherkunftsland der deutschen Muslime, zeigten sich große Unterschiede unter den Gläubigen. Dort seien nur 33 Prozent der Mittelreligiösen und zwölf Prozent der Hochreligiösen für diesen Schritt. Der geringere Unterschied zwischen diesen Gruppen in Deutschland könne "als eine zunehmende Entkopplung von ethisch-moralischen Vorstellungen und der Glaubensintensität interpretiert werden", sagt die Studie.

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Warnung vor Zunahme der Islamophobie

Die Autoren der Studie beklagen, dass die Verbundenheit der Muslime mit Deutschland und seinen gesellschaftlichen Werten die Vorteile der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht abbauten – ganz im Gegenteil: In den letzten zwei Jahren habe die generelle Ablehnung von Menschen muslimischen Glaubens "noch deutlich zugenommen". Insbesondere in Ostdeutschland, wo kaum Muslime lebten, seien die Vorurteile besonders ausgeprägt. Das nütze insbesondere rechtspopulistischen Parteien. "Wenn Muslime im eigenen Wohnumfeld leben und erfahren wird, dass keine reale Gefahr von ihnen ausgeht, fällt das Bedrohungsempfinden geringer aus", heißt es in der Studie.

"Für Muslime ist Deutschland inzwischen Heimat. Sie sehen sich aber mit einem Negativ-Image konfrontiert, das anscheinend durch eine Minderheit von radikalen Islamisten geprägt wird", kommetierte Yasemin El-Menouar, Islam-Expertin der Bertelsmann-Stiftung, die Ergebnisse. Als Lösung schlägt die Studie vor, dass die Gesellschaft mehr "Gelegenheit für Begegnung und Dialog zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen bieten" solle, um deutsche Muslime in die Mehrheitsgesellschaft zu integrieren. Ein derartiger Dialog zwischen LGBT-Aktivisten und einer Berliner Moschee ist allerdings vor wenigen Wochen gescheitert (queer.de berichtete).

Bereits im letzten Jahr veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung ihre Studie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Dabei kam heraus, dass die Akzeptanz von Homosexuellen steigt. Allerdings sinkt sie gegenüber Ausländern, die von Deutschen immer häufiger als Bedrohung angesehen werden (queer.de berichtete). (dk)

Korrektur: In der ursprünglichen Version dieses Artikels hieß es unter Berufung auf eine missverständliche Pressemitteilung, eine Mehrheit der deutschen Muslime unterstütze die Ehe-Öffnung. In Wirklichkeit sind es laut der Bertelsmann-Studie 48 Prozent und eine deutliche Mehrheit bei nicht- oder mittelreligiösen Muslimen. Wie inzwischen oben näher dargelegt, drücken Hochreligiöse das Ergebnis nach unten.

Links zum Thema:
» Pressemitteilung Religionsmonitor
» Religionsmonitor – Sonderauswertung Islam (PDF)
Mehr zum Thema:
» Muslimische Gruppe: Homosexualität "weder sündhaft noch krankhaft" (06.12.13)
» Frankreich: Satiremagazin mit schwul-muslimischer Titelseite (08.11.11)
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Tags: islam, bertelsmann-stiftung, studie
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Reaktionen zu "Rund die Hälfte der Muslime in Deutschland für Ehe-Öffnung"


 157 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
08.01.2015
12:29:07


(-15, 41 Votes)

Von ehemaligem User Adrien


"60 Prozent der vier Millionen Muslime in Deutschland stimmen der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zu."

Man muss, wie bei gewissen Studien unabdingbar, nur fest daran glauben.


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#2
08.01.2015
12:35:22


(-7, 39 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Ich kann es nicht nachvollziehen. In bestimmten Stadtvierteln würde ich nicht Hand in Hand mit meinem Mann rumlaufen und ich weiss auch warum. Habe ich Verfolgungswahn? Wohl kaum!


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#3
08.01.2015
12:36:50


(-11, 41 Votes)

Von Wers glaubt


Ist das so viel wert wie die angebliche Unterstützung durch Türkiyemspor, die angeblich fest an unserer Seite standen?

Nur um uns dann bei der ersten Gelegenheit in den Rücken zu fallen und gegen uns zu hetzen?


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#4
08.01.2015
12:38:43


(+16, 18 Votes)

Von David Z


Je mehr Leute auf unserer Seite stehen, desto besser.

Aber man darf Zustimmung nicht nur bei anonymen Umfragen angeben, sondern muss auch offen vor Familie, Freunden, Kollegen, etc. dazu stehen und Freiheitswerte verteidigen.


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#5
08.01.2015
13:00:21


(+13, 21 Votes)

Von Terror 21


Und noch immer sind es die GroKo-Terroristen (mit ganz überwiegend christlicher Religionszugehörigkeit), die die Ehe-Öffnung in Deutschland und überhaupt gleiche Rechte für alle Menschen verhindern.

Die weder etwas gegen strukturellen und alltäglichen Rassismus noch gegen eben solche Homophobie unternehmen, sondern diese mit ihrer Politik nicht nur hierzulande, sondern auch auf EU-Ebene massiv fördern. Auch die bürgerlichen Massenmedien, die sich aktuell als Speerspitze von "Freiheit" und "Aufklärung" inszenieren, helfen dabei tagtäglich kräftig mit.


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#6
08.01.2015
13:03:27


(+13, 21 Votes)

Von Ungläubig
Antwort zu Kommentar #3 von Wers glaubt


Wieviel "Unterstützung" für "uns" kommt denn von der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland? Europaweit?

Wie fest an "unserer Seite" stehen sie und ihre Koalitionspartner*innen in Bund und Ländern?


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#7
08.01.2015
13:13:15


(+10, 14 Votes)

Von anonym
Antwort zu Kommentar #4 von David Z


die "zustimmung", die ich beim widerspruch gegen nicht seltene alltagshomophobie wie z.b. "schwul"/"schwuchtel"-gegröle im öffentlichen raum von mitmenschen, überwiegend ohne migrationshintergrund, immer wieder erfahre, lässt sich quantitativ (und auch qualitativ) am besten so beschreiben: nahe null!


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#8
08.01.2015
13:14:56


(+4, 14 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ohne jetzt ist das schmutzige Mutmaßungshörnchen von Adrien & Consorten stoßen zu wollen:

Wie kommt Queer.de darauf, dass "rund 60 Prozent" der Muslime in Deutschland für die Öffnung der Ehe wären? Das lässt sich aus der publizierten Studie m. E. nicht herauslesen.
Auf Seite 22 der Studie
Link zu www.bertelsmann-stiftung.de (PDF)
lautet das zu bewertende Statement "Ein homosexuelles Paar sollte die Möglichkeit haben zu heiraten." Lt. der darunter stehenden Grafik stimmen dieser Aussage lediglich 48 Prozent der Muslime zu - also nur eine Minderheit der Muslime in Deutschland ist für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben! Das ist der niedrigste Wert unter allen Befragten und alarmierend niedrig im Vergleich zu anderen Befragten. Die Mehrheit der Muslime ist lt. dieser Angabe gegen uns.

Übersehe ich etwas? Wie kommt Queer.de auf 60 Prozent Zustimmung bei Muslimen?


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Anm. d. Red.: Die 60 Prozent ist die Zahl der ziemlich und sehr religiösen Muslime. Wir haben das jetzt im Artikel deutlicher gemacht.

 
#9
08.01.2015
13:22:18
Via Handy


(+3, 15 Votes)

Von Mircos


Mit Studien ist das manchmal so eine Sache.


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#10
08.01.2015
13:27:30
Via Handy


(-3, 21 Votes)

Von Moment
Antwort zu Kommentar #6 von Ungläubig


Um die Bundesregierung geht es in der Studie doch überhaupt nicht.

Ich wette wenn es um eine Studie mit katholischen Christen bezüglich der Ehe- Öffnung gehen würde, hätten hier auch viele kritisch uns skeptisch reagiert.

Warum ist es nicht möglich auch hier skeptisch zu sein ohne das wieder irgendwelche Vergleiche abgestellt werden?


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