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  • 11.01.2015           37      Teilen:   |

Homophobie

Wien: Lesbisches Paar aus Kaffeehaus geworfen

Artikelbild
Das Café Prückel am Luegerplatz wurde 1903 als Kaffeehaus Lurion eröffnet. Es ist vor allem wegen seiner Einrichtung im Stil der 1950er Jahre bekannt (Bild: Wiki Commons / KF / CC-BY-SA-3.0-DE)

Homosexuelle Begrüßungsküsse sind im Traditions-Café Prückel unerwünscht. Am Freitag soll mit einem Kiss-In dagegen protestiert werden.

Ein homophober Vorfall im Wiener Café Prückel sorgt für Empörung. Nach einer Mitteilung der Achse Kritische Schüler_innen Wien (AKS) wurde in der vergangenen Woche ein lesbisches Paar aufgrund eines Kusses aus dem Lokal am Ring verwiesen.

Als sich die beiden Frauen bei der Begrüßung küssten, sollen sie von einem Kellner des Kaffeehauses aufgefordert worden zu sein, dies zu unterlassen. Anschließend habe er sie abschätzig behandelt. Nachdem sich die beiden Frauen bei der Geschäftsführung beschwerten, wurden sie nach eigenen Angaben aus dem Lokal verwiesen. Café-Prückel-Besitzerin Christl Sedlar soll dies mit den Worten kommentiert haben, die "Zurschaustellung der Andersartigkeit" gehöre nicht in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus, sondern in einen "Puff".

Vom Café Prückel liegt zu dem Vorfall bislang noch keine Stellungnahme vor. Bereits 2005 war ein lesbisches Paar aus dem Café geflogen, danach hatte die Szene mit einem Kiss-In demonstriert.

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Protest-Kundgebung am 16. Januar

Mit einem Kiss-In vor dem Kaffeehaus wollen LGBT-Verbände am Freitag gegen den Rauswurf des lesbischen Paares demonstrieren - Quelle: Filippo Diotalevi / flickr / cc by 2.0
Mit einem Kiss-In vor dem Kaffeehaus wollen LGBT-Verbände am Freitag gegen den Rauswurf des lesbischen Paares demonstrieren (Bild: Filippo Diotalevi / flickr / cc by 2.0)

Für Freitag, den 16. Januar rufen die Achse Kritischer Schüler_innen Wien, die HOSI Wien, queeramnesty, To Russia With Love Austria und andere Organisationen unter dem Hashtag #KüssenImPrückel zu einer Protest-Kundgebung und einem Kiss-In vor dem Café Prückel am Stubenring 24 auf. Beginn ist um 17 Uhr.

"Leider handelt es sich um keinen Einzelfall", kommentierte Gerd Picher vom Netzwerk To Russia With Love Austria den Rauswurf. "Immer wieder hören wir von homophoben Vorfällen in bestimmten Wiener Kaffehäusern, in denen Diskriminierung anscheinend System hat. Es ist beschämend, dass sich die Geschäftsführung eines Lokals nicht nur hinter ihre homophoben Mitarbeiter stellt, sondern diese menschenverachtende Türpolitik sogar noch verteidigt."

Es sei "an der Zeit, dass die österreichische Gesetzgebung ihre Verantwortung im Bereich des Diskriminierungsschutzes ernst nimmt und adäquate Antidiskriminierungsgesetze schafft", forderte Queeramnesty-Sprecherin Mariam Vedadinejad. "Es kann nicht sein, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen diskriminiert werden und dabei keinen rechtlichen Schutz genießen."

In Österreich besteht ein gesetzlicher Diskriminierungsschutz aufgrund der sexuellen Orientierung lediglich im Bereich Beruf und Beschäftigung. Zahlreiche LGBT-Organisationen fordern seit Jahren eine Ausweitung auf andere Lebensbereiche, die bei den Diskriminierungsmerkmalen "ethnische Zugehörigkeit" und "Geschlecht" bereits besteht.

Ein Kaffeehaus mit Tradition

Das Café Prückel am Luegerplatz ist eines der traditionsreichsten Wiener Kaffeehäuser. Eröffnet wurde es 1903 von Radrenn-Europameister Maxime Lurion als Café Lurion. In den 1950er Jahren wurde das Kaffeehaus von Designer Oswald Haerdtl umgestaltet und erhielt das für das Prückel noch heutige typische Aussehen. Der hintere Trakt des Kaffeehauses erhielt in den 1980er Jahren wieder seine originalgetreue Jugendstil-Gestaltung.

Das Café Prückel wird heute vor allem von Wienern und Studenten der gegenüber liegenden Universität für angewandte Kunst frequentiert und ist im Vergleich zu anderen Innenstadt-Kaffeehäusern nicht von Touristen überlaufen. (cw/pm)

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Tags: cafe prückel, wien, kaffeehaus, diskriminierung
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Reaktionen zu "Wien: Lesbisches Paar aus Kaffeehaus geworfen"


 37 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
11.01.2015
13:14:43
Via Handy


(+10, 14 Votes)

Von Username


In so einem Fall trifft Homophobie ja meistens Schwule wenn sie sich küssen.
Da ist es auch egal ob es zwei junge, hübsche Schwule sind oder zwei dicke ältere Schwule....es hat also nicht mal was mit angeblichem "Eckel der Heteros zutun, denn im Heterobereich unterscheiden sie zwischen einem jungen, hübschen Heteropaar und einem alten, dicken Heteropaar...das erste sehen sie als schön an, das zweite oft als "eklig" " das sollen die nicht in der Öffentlichkeit machen".

Die Heteros bestimmen also wer sich in der Öffentlichkeit zu küssen hat...Hetetosexualität an sich reicht auch nicht aus.
Denn es sollten sich der Meinung vieler Heteros nach nur junge Frauen öffentlich untereinander küssen oder wenn ein Mann beteiligt, dann ein junges Heteropärchen....frei nach den sexuellen Interessen der Heteros.

Das ist sehr anmaßend, denn ich sag auch nicht ich will nur Schwule Männer küssen sehen, weil das meinen sexuellen Vorlieben entspricht. Wie kann man nur so anmaßend sein anderen vorzuschreiben wen sie ( nicht) zu küssen haben, nur damit das Auge nichts sehen muss was man angeblich ekelig findet! Dann sollen die, die es stört doch weggucken.

In diesem Fall waren es auch keine Porno- Pseudolesben, sondern zwei Frauen die sich lieben und ihre Zugehörigkeit zeigen...zum Missfallen der Homophoben.

Die Homophoben meinen auch, nur das was Heteromänner als sexy sehen, darf sich öffentlich küssen.
Welch Arroganz!

Ich kann auch, obwohl sie meinen sexuellen Vorlieben nicht entsprechen, Heteros und alte Menschen die sich aus Zuneigung küssen süß finden.
Ich kenne Heteros die es auch süß finden wenn sich Schwule küssen und Zuneigung demonstrieren.
Das muss doch nicht immer was mit Sexueller Orientierung zu tun haben.
Und selbst wenn man etwas nicht mag, kann man immer noch akzeptieren das es andere mögen!

Hoffentlich wird das Kiss In ein großer Erfolg mit Menschen sämtlicher Sexueller Orientierungen, sämtlicher Altersgruppen und sämtlichem Aussehens.


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#2
11.01.2015
13:23:48


(-21, 25 Votes)

Von Klaro


Die Wiener Kaffeehauskultur ist historisch gewachsen. Sie wurde von der UNO als Weltkulturerbe anerkannt.
So wie der Vorfall geschildert wird, war es wohl mehr als ein Wangenkuss. Zungenküsse, egal, ob von Heteros oder Homos, gehören aber nicht in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus.
Wer das nicht einsieht und gleich wieder "Diskriminierung!" schreit, darf sich nicht wundern, dass er gesellschaftlich weiterhin draußen vor bleibt.


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#3
11.01.2015
13:33:36


(-4, 10 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wien zeigt neben seiner germanophoben auch die homophobe Seite und das auch noch dieses Jahr als ESC-Austragungsort! Hoffentlich treffen sich dort ganz viele zum Kiss-In!


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#4
11.01.2015
13:39:15


(+11, 13 Votes)

Von panzernashorn
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Antwort zu Kommentar #2 von Klaro


So ein Schwachsinn - die Zeiten des Mittelalters sowie die meist klerikal inszenierten sexuellen Verklemmungen der "Neuzeit" sollten vorbei sein.

Wem irgendetwas nicht passt, von dem er selbst nicht ursächlich tangiert wird, braucht lediglich wegzuschauen - und gut ist's!
Es geht ihn schlicht und einfach NICHTS an!


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#5
11.01.2015
13:48:34


(+12, 12 Votes)

Von panzernashorn
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Der alte Spruch aus meinen Jugendtagen:

"make love not war"

sollte gerade in den heutigen, von so vielen Konflikten und ernsthaften Krisen geschüttelten Zeiten mehr denn je aktuell sein...........

Bietet den Ewiggestrigen ein für alle Mal die Stirn und zeigt ihnen die Grenzen!


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#6
11.01.2015
13:53:44
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(+9, 15 Votes)

Von Alex


Das beste Argument dafür, dass man Anti-Diskriminierungs-Gesetze braucht.


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#7
11.01.2015
14:00:18


(-11, 17 Votes)

Von Sabelmann
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Ich hab im Prückel auch schon meinen Freund geküsst(gar nicht mal zur Begrüssung) und nix ist passiert.Sollte man mal eruieren was die Mädls "gemacht" haben.Ich geh auch heute noch gerne da hin.


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#8
11.01.2015
14:22:50


(+8, 14 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #2 von Klaro


""So wie der Vorfall geschildert wird, war es wohl mehr als ein Wangenkuss.""..

Kuck an..

Was stachelt Dich dann noch auf diesen Schwachsinn zu schreiben :

""Zungenküsse, egal, ob von Heteros oder Homos, gehören aber nicht in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus.""..

Weil es den Moment eines Weltkulturerbes zerstörte, in dem es so etwas anstößiges, wie einen Zungenkuss ja noch nie gegeben hätte ?

Teil des Weltkulturerbes der "Wiener Kaffeehauskultur" ist auch der berühmte "Wiener Schmäh"..

Und mit diesem der überall unterschwellige Wiener Antisemitismus, der in dieser "Kultur" schon lange vor der Übernahme, äh, dem Anschluss ans Reich stattfand..

Und schlimmer noch..
Die Diskriminierten sind also immer noch selber Schuld an der Unterdrückung ?
Sie haben es ja so gewollt, weil sie sich, oh Graus, öffentlich so schlecht benehmen..

""Wer das nicht einsieht und gleich wieder "Diskriminierung!" schreit, darf sich nicht wundern, dass er gesellschaftlich weiterhin draußen vor bleibt.""..

Unfaßbar, dieser Blödsinn hier..


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#9
11.01.2015
14:28:16


(-18, 24 Votes)

Von Klaro


Das Café Prückel liegt am Dr.Karl-Lueger-Platz, also an der weltberühmten Wiener Ringstraße.
Das Publikum dort ist eher konservativ-bürgerlich. Dieses Kaffeehaus wurde nicht dazu geschaffen, dass Menschen, egal ob hetero oder homo, dort ihre Sexualität provozierend ausleben können. Es gibt in unserer Gesellschaft eben Spielregeln, die sich bewährt haben. Dazu gehört, dass sich die Gäste eines solchen Kaffeehauses nicht mit der Sexualität ihrer Mitmenschen auseinander setzen müssen - ich möchte das übrigens auch nicht!


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#10
11.01.2015
15:01:23
Via Handy


(+13, 15 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #9 von Klaro


Aha. Darf ich dann auch das knutschende heterosexuelle paar anpöbeln? Grad zur meiner schulzeit wurd mir das ungefragt aufgezwängt. Und wieso gelten diese regeln nur für homosexuelle? Oder werden in dieser bürgerlichen gegend zb auch keine hochzeiten gefeiert, weil sich die regeln mit der sitte, dass sich das brautpaar küsst, beißen? Wie feiern die bürgerlichen dann eigentlich ihre hochzeiten? Ohne jegliche öffentliche zuneigung zueinander, weil sich das nicht gehört und man die sexualität nicht aufzwingen soll?


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 Ort: Café Prückel in Wien


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