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Justizminister Simon Corbell

Die australische Hauptstadtregion hat angekündigt, alle Verurteilungen wegen Homosexualität für ungültig zu erklären. Bis 1973 war gleichgeschlechtlicher Sex unter Männern im Australian Capital Territory (ACT) verboten, in manchen Teilen Australiens sogar bis 1994.

Der ACT-Justizminister Simon Corbell erklärte, dass Homosexualität keine kriminelle Aktivität sei und deshalb auch alte Urteile aufgehoben werden müssten. "Das muss ein vertraulicher Prozess sein, weil es hier viel Stigma und Scham gibt. Natürlich braucht man sich nicht für Homosexualität zu schämen, aber Stigma existiert noch immer", so Corbell.

Zuvor hatten bereits die Bundesstaaten Victoria, New South Wales und South Australia die Verurteilungen gegen Homosexuelle aufgehoben. In Queensland wird gerade über eine Rehabilitierung diskutiert.

Das Australian Capital Territority (ACT) umfasst die Hauptstadt Canberra und einige umliegende Gemeinden. Die Region hatte sich zuletzt an die Spitze der Gleichbehandlungsbewegung gesetzt, als sie 2013 die Ehe für Schwule und Lesben öffnete (queer.de berichtete). Nach einer Klage der Bundesregierung hob der Oberste Gerichtshof Australiens die Gleichstellung allerdings wieder auf (queer.de berichtete). Vergangenen Monat erhielt die Region zudem mit dem Sozialdemokraten Andrew Barr den ersten schwulen Regierungschef in Australien (queer.de berichtete).

In Deutschland sind Verurteilungen wegen Homosexualität nur teilweise aufgehoben worden: Zwar sind die Urteile aus der Nazi-Zeit gestrichen worden, allerdings gelten Männer, die in der Bundesrepublik und der DDR nach Paragraf 175 bzw. 151 verurteilt worden sind, nach wie vor als vorbestraft. Der Paragraf 175 wurde erst restlos 1994 gestrichen. (dk)