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  • 13.01.2015           45      Teilen:   |

Gegenproteste geplant

"Besorgte Eltern" planen Deutschland-Tour

Artikelbild
Obwohl die "Besorgten Eltern" nicht in Baden-Württemberg protestieren, machen sie mit der homophoben Panik vor dem Bildungsplan Stimmung für ihre Demos

An diesem Samstag will die homophobe Gruppe in Augsburg gegen "Sexualkundezwang" protestieren, danach folgen Hamburg und im Laufe des Jahres elf weitere Demos.

Von Norbert Blech

Die "Besorgten Eltern" wollen 2015 noch häufiger auf die Straße gehen als im letzten Jahr. Wie queer.de erfuhr, plant die Organisation ganze 13 Proteste in sieben oder acht Städten.

Den Anfang macht bereits an diesem Samstag Augsburg. Die homophobe Gruppe beginnt mit einer Kundgebung am Rathausplatz um 14 Uhr, zieht danach ab 14.30 Uhr für eine Stunde durch die Innenstadt, um dann am Rathausplatz eine einstündige Abschlusskundgebung abzuhalten.

Der Protest ist, anders als der eine Woche später in Hamburg, bislang nicht auf der Webseite der "Besorgten Eltern" angekündigt. Das ist bei dieser Gruppe nicht unüblich, dennoch kann mit mindestens hundert Teilnehmern gerechnet werden. Wie das Blog "Queertreiber" berichtete, kamen im Oktober 2014 zur ersten Demo der "Besorgten Eltern" in Augsburg rund 100 Teilnehmer.

Da bei dieser Veranstaltung bereits ein Protest am 17. Januar angekündigt worden war, ist man nicht unvorbereitet: Die Grünen in Augsburg planen unter dem Titel "Für Toleranz und Weltoffenheit" einen Infostand ab 13 Uhr am Moritzplatz, zusammen mit dem Landesarbeitskreis Queer der Partei gibt es dazu auch eine Fahrt ab München. Auch andere Gruppen wie die Queertreiber wollen protestieren. Eine Aktion direkt am Rathausplatz wurde offenbar nicht genehmigt.

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Hamburg: Großer Gegenprotest geplant

Bereits in Dresden hatte es einen breiten wie bunten Gegenprotest zu den "Besorgten Eltern" gegeben - Quelle: Dirk Ludigs
Bereits in Dresden hatte es einen breiten wie bunten Gegenprotest zu den "Besorgten Eltern" gegeben (Bild: Dirk Ludigs)

Am Samstag, den 24. Januar, ziehen die "Besorgten Eltern" dann erstmals nach Hamburg. Der Termin wurde bereits Mitte Dezember bekannt (queer.de berichtete), so dass inzwischen ein großer Gegenprotest geplant ist.

Das Hamburger Aktionsbündnis "Vielfalt statt Einfalt", das von etlichen Gruppen, Verbänden und den meisten Parteien unterstützt wird, lädt ab elf Uhr zu einem Gegenprotest am Hansaplatz, zu dem sich via Facebook inzwischen über 4.000 Teilnehmer angemeldet haben. Die "Besorgten Eltern" treffen sich ab 12 Uhr am benachbarten Hartmannplatz.

Dann Köln, dann weitere Städte von Berlin bis München

Wie jetzt bekannt wurde, haben die "Besorgten Eltern" für 2015 weitere elf Demonstrationen geplant. Die nächste gibt es Ankündigungen auf Facebook zufolge am 14. Februar in Köln – das wäre ausgerechnet der Karnevalssamstag. Jörg Kalitowitsch vom Cologne Pride, der von queer.de auf den Termin aufmerksam gemacht wurde, berichtet, noch sei bei der Polizei dafür keine Anmeldung eingegangen. Werde der Termin konkret, werde es natürlich einen Gegenprotest geben.

Für die "Besorgten Eltern" folgt danach am 28. März München, am 18. April Kassel, am 16. Mai Augsburg, am 30. Mai Münster, am 13. Juni wieder Hamburg, am 18. Juli erstmals Berlin, danach am 22. August wieder Augsburg, am 12. September Hamburg und am 24 Oktober Kassel. Die letzte Demo des Jahres soll es am 7. November in Nürnberg oder Augsburg geben.

Youtube | Impressionen, auch musikalische, von einer Demo der "Besorgten Eltern" am 21. Juni 2014 in Frankfurt am Main

Demos für das russischsprachige TV-Publikum

Bilder wie dieses verbreiteten die "Besorgten Eltern" von ihrem letzten Protest in Augsburg (Unkenntlichmachung der Gesichter durch queer.de)
Bilder wie dieses verbreiteten die "Besorgten Eltern" von ihrem letzten Protest in Augsburg (Unkenntlichmachung der Gesichter durch queer.de)

Die "Besorgten Eltern", die im Januar 2014 mit einem Protest in Köln plötzlich in der Öffentlichkeit aufgetaucht sind, richten sich vordergründig allgemein gegen den "Zwang" zur Sexualkunde – mit absurder Falschdarstellung über "sexuelle Doktorspiele in Kitas" und ähnlicher Panikmache.

Zugleich spielen Flyer und Info-Material der Gruppe mit Homophobie, ein Adoptionsrecht für Homo-Paare wurde in einem Hintergrundtext etwa als "unverantwortliches Experiment an Schutzbefohlenen" bezeichnet, auch kritisierte man eine "Werbung" für "homosexuelle und hedonistische Lebensweisen" im Unterricht. Im Blog der Initiative finden sich Artikel mit Überschriften wie "Sozialwissenschaftler warnt vor Homo-Lobby" oder "Spermaschlucken und der genderistisch-schwule Griff auf die Kinder".

Zur "Vielfalt der sexuellen Neigungen" wurde in einem Flyer gefragt: "Ob hetero-, homo-, bi-, trans- oder intersexuell, müssen unsere Kinder das wirklich wissen?" Bereits ein Grundschulkind müsse sich "schon mit sexuellen Neigungen auseinandersetzen, um sich frühestmöglich für 'seine' sexuelle Neigung zu entscheiden", heißt es weiter. Das führe zum Verlust der Unschuld der Kinder und zu Bindungsunfähigkeit. Neue Werbefotos der Bewegung zeigen Kinder zu Sprüchen wie "Gegen Bildungsplan 2015", "Nein zu Frühsexualisierung" oder "Lasst uns unsere Kindheit".



Hinter den "Besorgten Eltern" steckt kein größeres Protestbündnis, sondern ein Organisationsteam mit deutlichem Russland-Bezug; das russische Staatsfernsehen war bei allen Protesten dabei, um Bilder des "Widerstandes" für die Heimat zu produzieren. Bei der letzten Demo im November in Dresden, bei der es zu einem großen Gegenprotest kam (queer.de berichtete), sprach Jürgen Elsässer, Russland-Propagandist des "Compact"-Magazins. Er hatte im Jahr zuvor mit russischer Finanzierung eine "Familien"-Konferenz in Leipzig durchgeführt, an der die Verantwortliche des Homo-"Propaganda"-Gesetzes und eine Vertreterin der französischen Bewegung gegen die Ehe-Öffnung teilnahmen (queer.de berichtete).

An dieser Bewegung "Manif pour tous" orientiert sich in Deutschland auch die "Initiative Familienschutz", die trotz AfD-Nähe auf ein größeres Bündnis setzt als die "Besorgten Eltern", sich klarer an die deutsche Bevölkerung und Medienlandschaft richtet und sich deutlicher homophob positioniert. Ihre letzte "Demo für alle" hatte es Ende November in Hannover gegeben (queer.de berichtete). Für 2015 sind noch keine Proteste angekündigt, man wird aber auch mit ihnen rechnen müssen.

 Update  17h: Mehr Hintergründe zu den "Besorgten Eltern"

Die Queertreiber berichten in einem Blogbeitrag über die Verbindungen der Gruppe zur evangelikalen "Embassy of God". In einem Artikel hatten wir bereits Verbindungen zur "Organischen Christus-Generation" (OCG) aufgezeigt, die vor allem durch das Angebot "klagemauer.tv" bekannt wurde.

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Tags: besorgte eltern, ausgburg, hamburg, köln, berlin, münchen, münster, nürnberg, kassel
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Reaktionen zu ""Besorgte Eltern" planen Deutschland-Tour"


 45 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.01.2015
14:21:51


(+9, 9 Votes)

Von ehemaligem User paren57


Wenn unser Hauptgaslieferant hinter dieser Aufklärungskampagne steht, sollten wir uns schon überlegen, ob wir der "Lügenpropaganda" der internationalen LGBT-Verschwörung weiter auf den Leim gehen wollen oder lieber ein gemütlich warmes Wohnzimmer vorziehen.

Jetzt mal ohne Polemik: Es ist schon sehr bedenklich, welche Koalitionen sich da bilden. Mit einem hohen Erpressungspotential. Und der nötigen Skrupellosigkeit.


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#2
13.01.2015
14:37:01


(+12, 12 Votes)

Von Gerrit


Die wollen ganz Deutschland ihren Hass aufzwingen und die Saat für Gewalt säen.


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#3
13.01.2015
14:52:42


(+12, 12 Votes)

Von Pino


Faschisten und alle Subjekte mit totalitärer Gesinnung waren immer schon gegen Bildung und Aufklärung.

Sie wollen die Menschen dumm halten, weil nur dumme Menschen auf sie reinfallen.


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#4
13.01.2015
14:59:57


(+10, 10 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #1 von paren57


"Es ist schon sehr bedenklich, welche Koalitionen sich da bilden. Mit einem hohen Erpressungspotential. Und der nötigen Skrupellosigkeit."

natürlich kann man hier die anfänge/ursprünge beobachten, die in ein - charlie hebdo - münden.
Gleiche parolen, gleiche moralische ausrichtung, gleicher religiöser missionsdrang, gleiche finanziellen hintergründe...
gleiche fehlgeleitete, sich als "märtyrer" ihrer "gerechten sache" wähnenden !


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#5
13.01.2015
15:24:11


(+9, 9 Votes)

Von ehemaligem User paren57
Antwort zu Kommentar #4 von stromboli


Von der Finanzierung durch russische Quellen war mir bisher nichts bekannt. Aufgefallen war mir nur die Parallele des Kinderschutzgedankens. Da war das russische Vorbild unübersehbar.

Seit dem Ukraine-Konflikt habe ich in Statements eines russischen TV- und Radiokommentators mehrfach den Hinweis gehört, in Deutschland werde sich die Bevölkerung früher oder später in Volksaufständen gegen den Liberal-Faschismus und die Dominanz der USA (damit bezeichnet er alles, was er mit westlicher Demokratie und Marktwirtschaft verbindet) wenden. Damit war mir klar, dass der russische Geheimdienst entsprechende Wühlarbeit leistet.

Das perfide an der Geschichte ist, dass wir mit unserer Öl- und Gasrechnung offensichtlich auch dieses homophobe Gesocks vom rechten Rand mitfinanzieren. Zumindest, wenn die Hinweise im Artikel stimmen.


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#6
13.01.2015
15:41:24


(+7, 11 Votes)
 
#7
13.01.2015
15:42:20


(+7, 9 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #5 von paren57


na ja, russländische zuwendung erhielten die erst mit dem beginn des ukraine.konfliktes und dem damit verbundenen zwang, hier ideologischen beistand für die russische expansion zu finden...
Was sich niederschlägt in der allrussischen erwachungseuphorie, die auch vor uns schwulen nun keine halt macht.

Die ersten-ursprünglich hauptsächlichen geldunterstützer sitzen in amerika/deutschland in den evangelikalen kreisen.
Aber die spur ist richtig.. der aas-geruch kommt aus beiden himmelsrichtungen zu uns .


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#8
13.01.2015
16:00:51


(+7, 7 Votes)

Von ehemaligem User paren57
Antwort zu Kommentar #7 von stromboli


Ich kenne mich da zwar nicht so aus, aber bei den evangelikalen Kreisen kann ich mir nur schwer vorstellen, dass da finanziell wirklich potente Unterstützer dahinter stehen. Die betteln doch selbst immer. Aber wenn ein Staat mit seinen Ressourcen mit im Boot ist, da sieht die Sache schon anders aus. Für den sind die Bildungsplangegner ja dann auch nur einen Nebenkriegsschauplatz. Ein paar nützliche Idioten. Der will natürlich dann an die eigentlichen Entscheider ran. Da ist Gazprom schon ein brauchbarer Hebel.


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#9
13.01.2015
16:20:25


(-5, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wenn die eine Deutschlandtour planen, dann wird es auch heftigen Gegenwind geben und der fällt noch wesentlich stärker als Orkan "Elon" aus, der letztes Wochenende über Deutschland fegte!


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#10
13.01.2015
17:16:47
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Alex


Wir müssen überall und immer wieder deren Lügen aufdecken.


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