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  • 16.01.2015           25      Teilen:   |

Österreich

Nach Lesben-Rausschmiss: Demo vorm Café Prückel

Artikelbild
Ein Demonstrant kritisierte mit seinem Plakat auch die rechtspopulistische FPÖ, die das Café Prückel öffentlich verteidigt und sich gegen "Zungenpritschler" (Zungenküsse) im Kaffeehaus ausgesprochen hatte (Bild: Twitter)

Rund 2.000 Menschen demonstrierten am Freitagabend in Wien gegen Homophobie – das intolerante Kaffeehaus selbst verordnete sich einen "Ruhetag".

Vor dem Café Prückel in der Wiener Innenstadt demonstrierten am Freitagabend nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen. Anlass war der Rausschmiss eines lesbischen Paares aufgrund eines Kusses in der vergangenen Woche. Kaffeehaus-Chefin Christl Sedlar soll den Frauen vorgeworfen haben, ihre "Andersartigkeit" zur Schau zu stellen, und ihnen empfohlen haben, einen "Puff" aufzusuchen (queer.de berichtete).

Wegen der angekündigten Demonstration und nach einer internationalen Berichterstattung über den Diskriminierungsfall öffnete das traditionsreiche Kaffeehaus am Freitag erst gar nicht seine Türen. "Ruhetag", hieß es auf einem Schild am Eingang. Eigentlich hat das Lokal täglich geöffnet – auf der Internetseite des Cafés heißt es: "Wir sind das ganze Jahr für Sie da!".



Zu der Protest-Kundgebung, auf der viele Regenbogenfahnen zu sehen waren, hatten sich Tausende via Facebook angemeldet, auch Politiker von SPÖ und Grünen hatten zur Teilnahme aufgerufen. Bekannte Künstler nahmen an der Aktion teil, unter ihnen die in Österreich bekannte lesbische Sängerin Christine Hödl, die 2011 die ORF-Castingshow "Die große Chance" gewonnen hatte.

"Es soll eine Kundgebung für Weltoffenheit werden", erklärte im Vorfeld eine der des Lokals verwiesenen Frauen, Anastasia Lopez. Die große Solidarität ist laut der 19-Jährigen "ein Wahnsinn", mit dem sie nie gerechnet hatte. Auf Transparenten und Stickern hieß es auf der Kundgebung "Wen ich küsse, ist mein Kaffee" oder "Home kissing kills the coffee house industry".

Unbekannte hatten im Vorfeld "Smash Homophobia" auf die Hauswand des Kaffeehauses gesprüht.

Fortsetzung nach Anzeige


Auch einige Prückel-Fans gingen auf die Straße

Kommentar zum "Ruhetag" auf Twitter: "Hoppla. Ist es möglich, dass sich da wer ins gebügelte Hemd macht?" - Quelle: Twitter
Kommentar zum "Ruhetag" auf Twitter: "Hoppla. Ist es möglich, dass sich da wer ins gebügelte Hemd macht?" (Bild: Twitter)

Auch eine kleine Gruppe von Prückel-Unterstützern war am Freitagabend zum Stubenring gekommen: Auf einem Transparent hieß es: "Ob homo oder hetero, knutschen tut man anderswo".

Die Geschäftsführerin des Kaffeehauses hatte den Rausschmiss des lesbischen Paares zunächst gerechtfertigt, sich allerdings am Donnerstag "in aller Form" schriftlich entschuldigt: "Meine Reaktion war überzogen", erklärte Christl Sedlar nach Angaben der Nachrichtenagentur APA. "Ich bedauere die Auseinandersetzung mit den beiden Besucherinnen meines Kaffeehauses."

Allerdings beharrte Sedlar weiterhin darauf, dass das Verhalten der beiden Lesben unangemessen und provokativ gewesen sei. Sie sehe es weiterhin als ihre Aufgabe an, darauf zu achten, "dass anerkannte Standards des gesellschaftlichen Verhaltens von allen Gästen eingehalten werden".

Zuvor hatte sich Wien Tourismus öffentlich vom Café Prückel distanziert. "Wir finden es beschämend für die Weltstadt Wien, dass es Anbieter gibt, die sich so verhalten. Ich persönlich schäme mich für das Kaffeehaus Prückel. Und viele meiner Kolleginnen und Kollegen schämen sich mit", erklärte Vera Schweder, Sprecherin von Wien Tourismus, gegenüber Radio Wien. "Wir halten das für äußerst kontraproduktiv. Wir bewerben das Marktsegment der gleichgeschlechtlich Liebenden seit 1998 aktiv. Unsere Einstellung ist, dass Wien eine tolerante Stadt ist, die für jedes Lebenskonzept Platz hat."

SPÖ will Diskriminierungsschutz verbessern, FPÖ lobt Rausschmiss

Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Toni Mahdalik erklärt, die Lesben hätten sich "daneben benommen"
Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Toni Mahdalik erklärt, die Lesben hätten sich "daneben benommen" (Bild: FPÖ Wien)

Auch politisch kam einiges in Gang: Die in Österreich gemeinsam mit der konservativen Volkspartei regierende SPÖ forderte als Reaktion auf den Rausschmiss der beiden Lesben eine Verbesserung des Antidiskriminierungsgesetzes. Derzeit wird Diskriminierung für das Merkmal "sexuelle Orientierung" nur im Arbeitsrecht verboten, sie ist allerdings beim Zugang zu Dienstleistungen erlaubt. "Im März bringen wir die Gleichbehandlungsnovelle erneut im Ministerrat ein. Diesmal wird es klappen", heißt es nach Angaben des "Standard" aus dem Büro von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Allerdings winkte das ÖVP-geführte Familienministerium zunächst ab. Bereits 2012 war ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz in der Großen Koalition am Widerstand der ÖVP gescheitert.

Offene Unterstützung für den diskriminierenden Rausschmiss kam von der rechtspopulistischen FPÖ. Der Wiener Landtagsabgeordnte Toni Mahdalik erklärte, dass sich die beiden Lesben "offenbar einigermaßen daneben benommen" hätten. Der Politiker mutmaßte, dass sich die beiden einen "Zungenpritschler" (Zungenkuss) gegeben hätten, für den auch Heterosexuelle aus dem Café geschmissen worden wären. Unter dem Motto "Wir sind Prückel" forderte er daher: "Die Hetze gegen den Traditionsbetrieb Prückel und damit gegen die gesamte Wiener Gastronomie muss sofort beendet werden!"

Österreichische Homo-Aktivisten konnten erst am Mittwoch einen Erfolg feiern, als der Verfassungsgerichtshof das Adoptionsverbot für verpartnerte gleichgeschlechtliche Paare für verfassungswidrig erklärte (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Facebook-Seite "Küssen im Prückel"
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Reaktionen zu "Nach Lesben-Rausschmiss: Demo vorm Café Prückel"


 25 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
16.01.2015
18:45:37


(+14, 16 Votes)

Von Sebi


"das intolerante Kaffeehaus selbst verordnete sich einen Ruhetag."

Feige sind diese Homohasser auch noch...

Vielleicht sollte man so lange Mahnwachen vor dem Homohasser-Cafe Prückel abhalten, bis die das entweder zur Kenntnis nehmen müssen oder vor lauter Ruhetagen, die sie aus Feigheit einlegen, pleite sind.


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#2
16.01.2015
19:04:14


(+6, 8 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


2000 Menschen nenne ich mal ne klare Ansage.

Ich möchte wetten, dieses Kaffeehaus kann direkt in die Betriebsferien gehen... so für zwei oder drei Jahre ^^


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#3
16.01.2015
19:13:03


(+2, 10 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Noch ein schönes Foto von vor Ort:
Link zu www.facebook.com


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#4
16.01.2015
19:16:31


(+4, 6 Votes)
 
#5
16.01.2015
19:24:36
Via Handy


(-8, 14 Votes)

Von Lesben


Österreich ist doch Überreste des Faschismus und Rassismus. Schweiz auch mit Frank über Euro.
Am schlimmsten sind konservative alte Weiber mit ihren Traditionfotzen. Und alte Knacker noch von Faschi Zeitalter.


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#6
16.01.2015
19:50:31


(+5, 7 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #3 von reiserobby


Arbeitskreis Schwule in der NPD?

Das ist ein Fake, oder?
Ich habe da etwas rumgesrollt, bin aber unschlüssig, ob das Satire ist oder ob es wirklich sowas gibt.


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#7
16.01.2015
20:28:54


(+4, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Harry1972


Das ist ein Fake..

Aber sehr gut gemacht :

Link zu www.sueddeutsche.de

Link zu www.queer.de


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#8
16.01.2015
21:11:10


(+3, 9 Votes)

Von Pfui


So ein Unternehmen hat jede Existenzberechtigung verloren!

Wer Menschen diskriminiert - egal ob wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer Sexualität oder was auch immer - sollte nicht mehr am Wirtschaftsleben teilnehmen dürfen.


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#9
16.01.2015
21:15:56


(+2, 16 Votes)

Von Ktow


Ich habe die Diskussion nur am Rande verfolgt, ich war auch nicht dabei, aber eins weiß ich, generell kann ich es nicht ab, wenn ein Pärchen (egal ob hetero oder homo) sich irgendwo in der Öffentlichkeit "auffrisst" oder an die Wäsche geht! Verliebt sein und Sexualität ist was Wunderschönes, aber auch intim und sowas ist mir eben zu intim und gehört woanders hin, außerdem gibt es genug Lokalitäten und Diskos wo man herumknutschen kann. Wäre ich dort gewesen und die hätten sich da wirklich zu sehr Ihrer Verliebtheit hingegeben, wäre ich zu dem Pärchen hin und hätte sie gebeten, nicht so weit zu gehen, auch auf Rücksicht anderen Gästen gegenüber! Soviel Toleranz muss auch von der anderen Seite kommen. Wenn das aber nur ein kurzes Küsschen war, hätte man das auch in einem Gespräch regeln können. Aber - wie gesagt - ich habe das nur am Rande verfolgt, die Terroranschläge und der Syrien-Krieg haben mich mehr beschäftigt.


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#10
16.01.2015
23:08:17


(0, 10 Votes)

Von alle gleich
Antwort zu Kommentar #9 von Ktow


ja so sehe ich das auch!!!


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