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Am Sonntag heißt es "20 Jahre Lindenstraße". queer.de schaut zurück auf die schwulen Höhepunkte der Serie.

Von Tanja Reinsfelder und Jan Gebauer

Unvorstellbar, dass heute im Fernsehen eine neue Soap ohne Quotenschwulen gestartet wird. Vor zwanzig Jahren, beim Beginn der "Lindenstraßen"-Saga, sah das noch ganz anders aus. Die gesellschaftskritische Serie, von der Ende Januar die 1.000. Folge ausgestrahlt wurde, war die mutige Vorreiterin, die Homosexualität ins deutsche Fernsehen brachte, ganz normal und ohne sie zu skandalisieren.

Der erste Schwule in der Lindenstraße

Bereits seit der sechsten Folge im Januar 1986 ist der schwule Carsten Flöter (Georg Uecker) mit von der Partie. Als er damals von einem halbjährigen Amerika-Aufenthalt in die Lindenstraße zurückkehrte, löste sein Coming-out besonders bei seiner Mutter als Spiegel der deutschen Gesellschaft Bestürzung aus. Trotz der anfänglichen Probleme spielte ab dieser Folge mit Carsten und seinem damaligen Freund Gert Weinbauer (Günter Barton) offiziell ein schwules Paar bei der Lindenstraße mit.

Der erste Kuss

Ein Rieseneklat wurde am 18. März 1990 durch die Lindenstraße ausgelöst. In Folge 224 kam es zu einer rauschenden Liebesnacht zwischen Carsten und seinem damaligen Lover Robert Engel (Martin Armknecht). Aufgrund des in der Folge gezeigten Kusses zwischen den beiden Männern stand ganz Deutschland Kopf. Die Redaktion der Lindenstraße erreichte säckeweise empörte Beschwerdepost. Auch Mord- und Bombendrohungen waren darunter. Der WDR schnitt die vermeintlich heiklen Szenen zusammen zu einer "entschärften" Fassung für die Wiederholungen der Folge.

Die erste "Homo-Ehe"

Bevor es die offizielle "Homo-Ehe" gab, kam es zu einer schwulen Hochzeit zwischen Carsten und Theo im Juli 1997. Die Idee, diese Hochzeit in die Serie einzubauen, hatten Geißendörfer und Uecker gemeinsam. "Die Lindenstraße behandelte dieses Thema, um eine breite Öffentlichkeit zu informieren und denen, die diesen Schutz wollen, Mut zu machen", erklärt Geißendörfer. Uecker erhoffte sich von der Hochzeit in den Lindenstraße eine Signalwirkung: "Wir wünschten uns, dass noch mehr lesbische und schwule Paare verbindlich miteinander leben und dieses auch öffentlich erklären."

Die Adoption

Die "Ehe" zwischen Theo und Carsten hielt nicht lange. Danach folgte Carstens noch bis heute andauernde Beziehung zu Georg alias Käthe. Mit dem neuen schwulen Vorzeigepaar wurde eine weitere Problematik von Homosexuellen aufgegriffen: Carsten und Käthe dachten über die Adoption eines Kindes nach, doch seitens der Adoptionsbehörden käme für sie nur ein HIV-positives in Frage. Felix ist mit dem Virus infiziert und spielt seit 1999 in der Lindenstraße mit. Er zog nach dem Tod seiner Mutter bei Carsten und Käthe ein. Die beiden gaben sich Anfang 2003 das offizielle "Ja"-Wort im Rahmen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und adoptierten Felix. Noch bis heute leben die drei als eine Familie. "Durch Felix‘ Geschichte erreicht man vielleicht auch junge Leute in seinem Alter. In einer Serie kann man Themen sicherlich besser an den Mann bringen als mit tristen Flugblättern oder ähnlichem", meint Georg Uecker zu der komplexen Thematik um Felix und seine Krankheit.

Andere homosexuelle Figuren

Auch Lesben spielten eine große Rolle in der Lindenstraße: Tanja Schildknecht (Sybille Waury) begann im Juni 1996 während ihrer Ehe mit Dr. Dressler eine Affäre mit Sonia Besirsky (Nicola von Altenstadt). Beide planten zunächst, Dressler umzubringen. Schließlich versuchte Tanja aber, ihn und ihre Ehe zu retten, lässt sich jedoch im Februar 2001 von ihm scheiden. Kurze Zeit später lernte sie die 19-jährige Franziska Brenner (Ines Lutz) kennen und verliebte sich Hals über Kopf in sie – aufgrund des Altersunterschieds geht die Beziehung aber nicht gut. Mittlerweile unterhält Tanja eine Beziehung mit der gleichaltrigen Suzanne Richter (Susanne Evers).

"Happy Birthday"

Die Jubiläumsfolge der "Lindenstraße", "Happy Birthday", wird am 11. Dezember um 18:50 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Danach folgt um 19:20 die Geburtstagsshow "20 Jahre Lindenstraße". Zu diesem Anlass werden drei prominente "Lindenstraßen"-Fans im Studio sein: Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Comedian Dirk Bach und Tobias Künzel von den Prinzen. Zusätzlich wird ein beliebter Hollywood-Star aus der Ferne gratulieren und eine Laudatio halten: Larry Hagman, der als J.R. Ewing über Jahre in "Dallas" die Hauptrolle spielte.

9. Dezember 2005



#1 madridEUAnonym
  • 09.12.2005, 16:44h
  • Na da sehe ich mich ja mit Wowereit in guter Gesellschaft. Bislang habe ich mich
    nur bei meinen beiden 20jährigen Neffen als Lindenstrassen-Fan geoutet, wofür sie nur ein Kopfschütteln übrig hatten. Aber wenn hier schon von der Serie geschwärmt wird, ist auch mir meine Vorliebe für dieses
    links-pädagogische Lehrstück (SPIEGEL)) nicht mehr peinlich.
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#2 petrabAnonym
  • 12.01.2006, 12:23h
  • Und alles, was Lindenstraße sich nicht traute zu zeigen, gabs dann in der "Berliner Konkurrenz" : Seit 1991 produziert Filmemacher Andreas Weiß schwul-lesbische Soaps, die bekannteste ist wohl die Serie Montagskinder ( siehe
    www.montagskinder.de
    ) , die schon oft als "schwule Lindenstraße" bezeichnet wurde !
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