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  • 18.01.2015           24      Teilen:   |

Aufklärung über sexuelle Vielfalt

Kläglicher Auftritt der "Besorgten Eltern" in Augsburg

Artikelbild
Augsburgs queere Community wies die homo- und transphoben Demonstranten in ihre Schranken (Bild: Werner Gaßner)

Zum zweiten Mal protestierten am Samstag etwa 50 Bildungsplan-Gegner auf dem Augsburger Rathausplatz – dreimal so viele Menschen stellten sich ihnen entgegen.

Von Werner Gaßner

Die "Besorgten Eltern" behaupten auf ihren Demos und in ihren Flugblättern immer wieder übertrieben deutlich, dass sie ja gar nicht homophob seien. Doch das ist nur Schein, denn auch in ihrem am Samstag in Augsburg verteilten Flugblatt fragen sie: "Ob hetero-, homo-, bi-, trans- oder intersexuell, müssen unsere Kinder das wirklich wissen?".

Nach einer ersten Kundgebung im Oktober 2014 mit rund 100 Teilnehmern waren diesmal aber nur 50 Menschen zum zentralen Rathausplatz gekommen, um gegen eine angebliche "Frühsexualisierung" in Kindergärten und Schulen zu protestieren. Wenn sich bereits Grundschulkinder mit sexueller Vielfalt auseinandersetzen, "um sich frühestmöglich für eine sexuelle Neigung zu entscheiden", führe dies zum Verlust der Unschuld der Kinder und zu Bindungsunfähigkeit, warnten die "Besorgten Eltern".

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Die Grünen konterten mit einem "Infostand für Vielfalt und Weltoffenheit"

Viele Passanten machten sich Sorgen um die Grammatik-Kenntnisse der "Besorgten Eltern" - Quelle: Werner Gaßner
Viele Passanten machten sich Sorgen um die Grammatik-Kenntnisse der "Besorgten Eltern" (Bild: Werner Gaßner)

Anlässlich der Demo der Bildungsplan-Gegner meldete der Stadtverband der Augsburger Grünen einen "Infostand für Vielfalt und Weltoffenheit" auf dem nahegelegenen Moritzplatz an. Viele Organisationen wie der Kreisjugendring Augsburg, der Landesarbeitskreis Queer.Grün.Bayern, die BAG Queer Die Linke, Forum Augsburg, die Queertreiber oder der LSVD unterstützten durch Aufrufe und Informationsmaterial die Initiative.

Auch die beiden grünen Landtagsabgeordneten Christine Kamm und Claudia Stamm waren vor Ort. "Wir verwahren uns gegen eine rückwärtsgewandte Diskussion über Sexualität und den Umgang mit der Vielfalt sexueller Identitäten und Orientierungen im Schulunterricht", erklärte Stamm. "Letztlich wird damit ein homophobes Weltbild vertreten, das man in Deutschland längst überwunden glaubte. Gerade der Sexualkundeunterricht sollte ein Klima der Akzeptanz und Offenheit an unseren Schulen und in unserer Gesellschaft fördern."

Die von den "Besorgten Eltern" organisierte Kundgebung auf dem Rathausplatz verlief eher kläglich. "Sex mit sechs im Unterricht, das geht nicht", wiederholte die Gruppe in Endlosschleifen. Wadim Renner, der Hauptorganisator der Kundgebung und Pastor einer evangelikalen Freikirche, hielt dazwischen kaum verständliche Reden gegen Sexualkundeunterricht. Seine Tochter Julija behauptete in einer Ansprache, dass die Demonstrationen nichts mit dem von Wadim und Julija Renner gegründeten Verein "Träume Ziele Taten" zu tun hätten, der den ersten Protest im vergangenen Oktober angemeldet hatte. Vielmehr handele es sich um eine Initiative von Eltern, die sich "Sorgen um ihre Kinder" machten. Fakt ist, dass es sich um eine sehr homogene Gruppe russischstämmiger Menschen handelte. Sehr viele davon aus dem evangelikalen Umfeld rund um Wadim Renner.

Die angekündigte Demo der "Besorgten Eltern" fiel aus

Philosophischer Gegenprotest in Augsburg
Philosophischer Gegenprotest in Augsburg (Bild: Werner Gaßner)

Der ursprünglich angekündigte einstündige Demonstrationszug der "Besorgten Eltern" durch die Augsburger Innenstadt wurde am Samstag dann doch nicht durchgeführt. Auch der ursprünglich angekündigte Auftritt des CSU-Stadtrats Juri Heiser, der die Kundgebung im Oktober noch als "Privatperson" mit einer Rede unterstützt hatte, blieb aus. Vielleicht war es ihm zu heiß, dass damals auch der Vorsitzende der "Bürgerinitiative Ausländerstopp", Roland Wuttke, im Publikum zu sehen war, wie die "Augsburger Allgemeine" vor zwei Tagen berichtete.

Von Passanten kam wenig bis keine Aufmerksamkeit für den Protest der Ewiggestrigen. Höchstens ein Kopfschütteln für die Instrumentalisierung von Kindern für die Sache: Manche Teilnehmer der Kundgebung brachten ihre kleinen Kinder mit, die sie im Rahmen von Tanzeinlagen mit auftreten ließen.

Eine Gegendemonstration hatten die Augsburger Behörden nicht genehmigt. Dennoch haben es sich rund 150 Menschen nicht nehmen lassen, sich der Kundgebung und den kruden Parolen der "Besorgten Eltern" entgegen zu stellen. Mit bester Laune und bunten, kreativen Transparenten und Schildern warben Sie für Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz. Sie zeigten entschieden, dass Augsburg keinen Platz bietet für Homo- und Transphobie.

Mehr zum Thema:
» "Besorgte Eltern" planen Deutschland-Tour (13.01.2015)
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Tags: augsburg, besorgte eltern, sexuelle vielfalt, sexualkunde, aufklärung
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Reaktionen zu "Kläglicher Auftritt der "Besorgten Eltern" in Augsburg"


 24 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
18.01.2015
08:49:03


(+8, 10 Votes)

Von goddamn liberal


Wer gegen den Sexualkunde-Unterricht in CSU {!]-Bayern protestiert, ist wirklich ein Hinterwäldler.

Im Wortsinn: Die russlanddeutschen Organisatoren kommen weit aus dem Osten.

Wie Frau Kelle.

Wieder mal ein (diesmal eben seehr chrüstliches) Migrantenproblem.

Das kennt man auch in Frankreich:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Robert_M%C3%A9nard


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#2
18.01.2015
10:15:48


(+5, 9 Votes)

Von Hinnerk


So langsam machen die sich echt nur noch lächerlich...

50 Verwirrte sind natürlich immer noch zu viel. Aber ein paar Idioten muss wohl jede Gesellschaft ertragen.

Schön, dass es so viele Gegenproteste gab. Da die Faschisten ja auch gerne Lügen verbreiten und Fakten verdrehen, muss man die immer wieder entlarven, bis sie sich endlich wieder in ihre Höhlen zurückziehen...


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#3
18.01.2015
10:27:37


(-2, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Super, daß die Zahl der Gegendemonstranten die der "Besorgten Eltern" übersteigt und jedesmal, wenn sich dieses Pack zu Demos zusammenrottet, sollte die Zahl der Gegner weitaus höher sein!


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#4
18.01.2015
11:02:55


(+7, 11 Votes)

Von Anna Lyst


"Kinder brauchen Liebe kein [sic!] Sex!"

Die Handschrift auf dem Transparent zeigt mMn eindeutig eine russische/kyrillische Ausgangsschrift, auf der die lateinischen Buchstaben aufbauen.Die ungenügende Grammatik untermauert diese Einschätzung.

Der homophobe Wind dieser "besorgten Eltern" weht recht eindeutig aus Richtung Russland und evangelikale Russlanddeutsche.


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#5
18.01.2015
11:53:00


(+10, 12 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #4 von Anna Lyst


>"Kinder brauchen Liebe kein [sic!] Sex!"

das habe ich genau so schon mehrfach auf deren schildern gelesen. da zeigt sich doch nur, dass die "gender-verwirrung" schon beim grammatischen geschlecht eingesetzt hat! so fängt's nämlich an! :-)


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#6
18.01.2015
12:21:13


(+8, 10 Votes)

Von Sebi


Menschen mit totalitärer Gesinnung wollen andere immer dumm halten, weil die anderen sie sonst durchschauen würden und die Wahrheit erkennen würden.


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#7
18.01.2015
12:56:06


(+9, 11 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #5 von ursus


Vor allem ist es ein grottenschlechtes Deutsch und somit Ausdruck von mangelhafter Bildung. Kein Wunder also, dass sich diese Eltern dagegen verwahren, dass die Kinder einmal einen weiteren Horizont gewinnen als sie selbst, denn dann könnte man sie nicht mehr als leibeigene Idioten weiterhin ausnutzen, weil man keine Autorität mehr über sie hätte. DAS ist doch die eigentliche "Besorgnis", die dahinter steckt: die Angst vor Autoritätsverlust im eigenen Clan, und anstelle dem entgegen zu wirken, in dem man selbst Anstalten macht, sich weiter zu bilden macht man eben andere Personengruppe für die eigene Misere verantwortlich, denn so etwas ist ja viel bequemer.


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#8
18.01.2015
13:33:48


(+5, 9 Votes)

Von Marek


Diese Fanatiker haben ganz einfach panische Angst davor, dass ihre Kinder intelligenter werden als sie selbst...


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#9
18.01.2015
14:48:27


(+10, 12 Votes)

Von Robin


Bildung ist der natürliche Feind aller Fanatiker.

Deshalb sind alle Fanatiker auch immer gegen Bildung.


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#10
18.01.2015
15:47:59


(+7, 11 Votes)

Von querfront


Die sächsischen Freunde des Amerika-Verstehers (Bible Belt!) Putin:

"Der sächsische Oberhirte hält sich mit gutem Grund zurück. Viele seiner Gläubigen dürften sich in der nationalkonservativen Pegida-Welt zu Hause fühlen. Denn in Sachsen gelten 20 Prozent der Gemeinden als evangelikal, einer besonders konservativen Strömung im Glauben. Ihnen gilt Homosexualität als widernatürlich oder gar als Krankheit, der Islam als feindliche Eroberungsreligion und politische Programme wie "gender mainstreaming" gelten als Todesstoß für die traditionelle Familie, der in ihrer Welt einzig wahren Form des Zusammenlebens.

Es gebe sicher eine Schnittmenge zwischen fundamentalistischen Positionen innerhalb des Christentums und den Pegida-Demonstranten, räumt Harald Lamprecht ein, Sektenbeauftragter der sächsischen Landeskirche. Da sei vor allem "die Angst vor dem Islam und vor einer Überfremdung durch vermeintlich zu viele Flüchtlinge".

Die rechtspopulistische Pose des Kulturkampfs

Vom Erzgebirge bis nach Dresden erstreckt sich der sächsische "Bible Belt", ein Gebiet, in dem sich evangelikale Gemeinden innerhalb und außerhalb der Evangelischen Kirche Deutschlands bündeln."

Mehr

Link zu www.welt.de


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 Ort: Augsburg Rathausplatz


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