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  • 19.01.2015           15      Teilen:   |

Vor Volksentscheid zur Gleichstellung

Irland: Erstmals outet sich ein Minister

Artikelbild
Gesundheitsminister Leo Varadkar wird auch als möglicher Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten gehandelt (Bild: William Murphy / flickr / cc by-sa 2.0)

In der Republik Irland sorgt das Coming-out von Gesundheitsminister Leo Varadkar für Wirbel. Der Konservative outete sich wenige Monate vor einem Referendum über die Ehe-Öffnung.

Der irische Gesundheitsminister Leo Varadkar hat sich am Sonntag in einem Radiointerview als schwul geoutet. Der Politiker der konservativen Partei "Fine Gael" sagte in einer Frühstückssendung von RTÉ Radio 1: "Ich bin ein schwuler Mann. Das ist kein Geheimnis." Der Politiker, der am Sonntag auch seinen 36. Geburtstag gefeiert hat, erklärte weiter, er wolle "vollkommen ehrlich" zum irischen Volk sein.

Varadkar sagte, er habe vor seinem Coming-out seinen Parteivorsitzenden Enda Kenny informiert, der seit 2011 auch Ministerpräsident der Republik Irland ist. "Er hat mir gesagt, das wäre meine Privatangelegenheit". Deshalb habe er ihm keine Ratschläge geben wollen – außer einem: "Er hat mich gefragt, ob ich je in der [Schwulenkneipe] PantiBar gewesen bin. Ich habe das verneint. Daraufhin sagte er: 'Siehste Varadkar – ich bin dir schon voraus'." Kenny hatte die populäre Kneipe kürzlich privat besucht (queer.de berichtete).

Im Interview sagte der Minister weiter, er hoffe, dass sich die Einstellung seiner Landsleute ihm gegenüber durch das Coming-out nicht verändere. "Ich bin immer noch die selbe Person. Für mich ist das keine große Sache, ich hoffe, es ist auch keine große Sache für die Bevölkerung." Er hoffe, dass in der nächsten Generation ein solches Coming-out nicht mehr Schlagzeilen produziere, sondern etwas völlig Selbstverständliches sei.

Außerdem erklärte Varadkar, dass Irland bereit für einen schwulen Ministerpräsidenten sei. Er selbst könnte diesen Job übernehmen: Vor seinem Coming-out wurde der Nachwuchspolitiker bereits wiederholt von irischen Medien als möglicher zukünftiger Regierungschef gehandelt.

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"Gut gemacht!"

Am Sonntag brachten alle großen irischen Medien das Coming-out als Hauptmeldung. LGBT-Aktivisten begrüßten den Schritt. So lobte "Gay Switchboard Ireland" den Minister mit den Worten: "Gut gemacht! Sie werden eine Inspiration für andere sein."

Das Coming-out ist auch wichtig, weil in Irland im Frühjahr ein Volksentscheid über die Ehe-Öffnung stattfinden wird. Zwar sagen Umfragen eine komfortable Mehrheit für die Gleichstellung voraus, LGBT-Aktivisten warnen jedoch davor, dass Homo-Gegner mit einer aggressiven Kampagne das Ergebnis noch beeinflussen könnten. Der erbittertste Homo-Gegner im Land, die katholische Kirche, hat bereits mit ihrer Kampagne begonnen und vergangenen Monat ein Pamphlet veröffentlicht, in dem Homo-Paaren vorgeworfen wird, dem Gemeinwohl zu schaden (queer.de berichtete).

Der in Dublin geborene Varadkar ist seit 2007 Mitglied des irischen Parlaments. Von 2011 bis 2014 war er bereits Minister für Infrastruktur, Tourismus und Sport, bevor er im Juli 2014 das Amt des Gesundheitsministers übernahm. (dk)

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Tags: irland, leo varadkar, coming-out
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Reaktionen zu "Irland: Erstmals outet sich ein Minister"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
19.01.2015
13:25:00


(+9, 9 Votes)

Von cinnamon
Aus Spandau (Berlin)
Mitglied seit 22.07.2013


Hallo!
Nach all den Meldungen der letzten Zeit, die einen beunruhigen und traurig und ängstlich machen, ist diese wieder mal eine richtig tolle, die mich innerlich jubeln lässt. Man kann dem Mann nur herzlich zu seinem Coming out gratulieren. Die Welt wird ein klein bisschen mehr so, wie sie sein sollte.


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#2
19.01.2015
14:05:31


(+5, 9 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Woah, sieht der gut aus!

Ich drücke die Daumen, daß es in Irland zur Ehe-Öffnung kommen wird und die katholische Kirche sich weiter zurückzieht.
Diese klerikalen Hetzer vergiften die Gesellschaft, wo sie nur können. Das muss endlich unterbunden werden.


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#3
19.01.2015
14:24:26


(+2, 8 Votes)

Von zaunfink


Coming-Out, Version 1:

"Ich bin schwul und stolz darauf, dass ich das entgegen einiger Widerstände jetzt endlich offen sagen kann. Ich hoffe, damit anderen Mut zu machen. Ich habe gelernt, wie es sich anfühlt, diskriminiert zu werden und werde mich deswegen in Zukunft dafür einsetzen, bestehende Diskriminierungen auch in anderen Bereichen zu bekämpfen."

Coming-Out, Version 2:

"Ich bin homosexuell, aber keine Angst, davon werdet ihr nie irgendetwas merken, das ist nämlich privat und hat mit Politik nicht das Geringste zu tun. Ich hoffe, dass da jetzt niemand eine große Sache draus macht, das wäre mir nämlich peinlich. Und wenn wir das Thema nur alle hübsch totschweigen und so tun, als gäbe es nirgendwo ein Problem, wird Diskriminierung hoffentlich eines Tages auf wundersame Weise von selbst verschwinden."

-
Welche Version kommt bei Konservativen wohl besser an und warum?


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#4
19.01.2015
16:32:29


(0, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Auch 2015 wird ein Coming-Out-Jahr werden!


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#5
19.01.2015
17:39:04


(+5, 5 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #3 von zaunfink


Es gibt in jedem Kampf von Minderheiten Aktivisten und Moderatoren. Ich finde beides in Ordnung und würde niemandem vorschreiben, wie er sein Outing gestaltet. Ob mit politischer Konsequenz oder nicht, bleibt es eine zutiefst persönliche Frage, welche Strategie man wählt und wie man glaubt, am besten wirksam zu sein.

Minister und Ministerpräsidenten sind weder Revolutionäre noch Könige, sondern Repräsentanten ihrer Gesellschaft. Die politische nüchterne Einschätzung, dass Aufklärung und das Überwinden von Ressentiments und Vorurteilen in einem stark katholisch geprägten Land eine Generation dauern wird, ist keine Anbiederung, sondern eher optimsitisch gerechnet.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht".
In diesem Sinne war dies Outing ein schöner Regenguss - nicht mehr und nicht weniger.


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#6
19.01.2015
17:57:26


(+6, 6 Votes)

Von Hugo


" Er hoffe, dass in der nächsten Generation ein solches Coming-out nicht mehr Schlagzeilen produziere, sondern etwas völlig Selbstverständliches sei."

Das liegt einzig allein an den Konservativen weltweit, ob sich was zum positiven oder negativen ändert.


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#7
19.01.2015
17:59:52


(+7, 7 Votes)

Von Hugo


"Der erbittertste Homo-Gegner im Land, die katholische Kirche, hat bereits mit ihrer Kampagne begonnen und vergangenen Monat ein Pamphlet veröffentlicht, in dem Homo-Paaren vorgeworfen wird, dem Gemeinwohl zu schaden"

Also liebe queer.de katholische Kommentatoren was sagt Ihr dazu?


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#8
19.01.2015
18:02:02


(+5, 5 Votes)

Von Hugo


"Er selbst könnte diesen Job übernehmen: Vor seinem Coming-out wurde der Nachwuchspolitiker bereits wiederholt von irischen Medien als möglicher zukünftiger Regierungschef gehandelt."

Das währe Ihm zu wünschen.
Das währe aufjedenfall ein Klatsche mitten ins Gesicht von der Katholischen Kirche.


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#9
19.01.2015
18:04:46


(+4, 6 Votes)

Von Hugo
Antwort zu Kommentar #4 von FoXXXyness


Also, 2014 hab ich nicht als Comming-Out-Jahr empfunden.


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#10
19.01.2015
18:23:34


(+6, 6 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Interessant zu lesen, wenn natuerlich auch nicht ueberraschend, dass die Katholische Kirche dagegen kaempft.

Ausgerechnet die Institution, die bis in die juengste Zeit der groesste und boesartigste Feind der Gesellschaft und der gesellschaftlichen Entwicklung in diesem Land war. Und das offenbar gern bleiben moechte.

Scham? Bescheidenheit? Erkenntnis?

Fehlanzeige.


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