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  • 22.01.2015           19      Teilen:   |

Gedenken zum Jahrestag

"Homophobie hätte sterben sollen, nicht Isa"

Artikelbild
Isa Shahmarli, 1993 - 2014

Vor einem Jahr erhängte sich in Baku der LGBT-Aktivist Isa Shahmarli. Nun erinnert ein Video an ihn.

"Er hat immer gelächelt, war immer fröhlich und hoffnungsvoll. Aber wir haben es nicht geschafft, sein Leben so farbenfreudig zu gestalten, wie er es wollte." Mit diesen Worten beginnt eine Pressemitteilung der aserbaidschanischen LGBT-Organisation Nefes an diesem Mittwoch.

An diesem 22. Januar vor einem Jahr hatte sich Isa Shahmarli das Leben genommen (queer.de berichtete). 20 Jahre, hübsch, in seiner offenen, sympathischen Art mitreißend. Er hatte in TV-Interviews lächelnd über sein Schwulsein gesprochen, den Leuten Hoffnung auf bessere Zeiten gegeben.

Dann erhängte er sich. Im Büro der von ihm gegründeten LGBT-Organisation. Mit einer Regenbogenflagge. "Die Welt ist nicht farbenfreudig genug für meine Farben", schrieb er in seinem letzten Facebook-Eintrag. Das aserbaidschanische Fernsehen zeigte am Abend Bilder aus einem Interview mit ihm. Er erzählte von seinem Traum, Baku in Regenbogenflaggen geschmückt zu sehen.

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Dann zeigte das Fernsehen Aufnahmen, wie Sanitäter ihn wiederzubeleben suchen und ihn schließlich aufgeben. Die Hoffnung war gestorben. Wie stark dieser Selbstmord die Szene im Mark erschütterte, zeigten Schwule, Lesben und Transgender in den folgenden Tagen – in der Türkei, mit öffentlichen Gedenkveranstaltungen in mehreren Städten. Aus dem alten Slogan "Marching for those who can't" wurde ein Trauern für die, die es nicht öffentlich können.

In Aserbaidschan trauten sich rund 50 Leute zur Beerdigung Isas in der Kleinstadt Bina. Sie und angereiste Reporter wurden mit Beschimpfungen und Steinen empfangen.



Zum Jahrestag haben mehrere Oranisationen Videos aufgenommen, die an Isa und sein Engagement erinnern. Von Nefes stammt dieser kurze Film, in der Freunde und junge Aktivisten, die ihn nicht kannten, über ihn sprechen. Der Titel: "Homophobie hätte sterben sollen, nicht Isa".

Youtube | (engl. Untertitel über Button unten rechts)

Es ist ein sehr verhaltenes Video geworden, weit entfernt von den Filmen der Kampagne "It get's better". Das Lächeln Isas, seine Farben – sie fehlen ebenso wie größere Funken Hoffnung.

Nefes hofft dennoch, damit gerade junge Leute zu erreichen. "Selbstmord ist keine Lösung, war es nie und wird es nie sein. Lasst Isa den letzten sein, der stirbt", heißt es in der Pressemitteilung. Jugendliche sollten sich dem Kampf gegen Intoleranz anschließen, gegen den Hass. "Hass, der aus deinem Innern kommt, und der Hass, der von außen kommt. Denn, wie Du jetzt sehen kannst: Hass tötet."

Am Nachmittag wollen LGBT in Baku öffentlich an Isa erinnern.

Links zum Thema:
» Webseite der Organisation Nefes
Mehr zum Thema:
» Aserbaidschan: Community will Europaspiele nutzen (04.11.2014)
» Gedenken an Isa Sahmarli (26.01.2014)
» Aserbaidschan: LGBT-Aktivist nimmt sich das Leben (22.01.2014)
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Reaktionen zu ""Homophobie hätte sterben sollen, nicht Isa""


 19 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
22.01.2015
12:45:22


(+12, 14 Votes)

Von Finn


Schlimm, was so alles auf dieser Welt passiert. Ich kann mich noch gut an den Fall erinnern.

Wann wird das endlich ein Ende haben?!


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#2
22.01.2015
12:52:09


(+13, 15 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es ist so unendlich traurig dass Menschen in lebensbedrohende Situationen gebracht werden, nur noch diesen schrecklichen Ausweg sehen und auch vollenden.

"In Aserbaidschan trauten sich rund 50 Leute zur Beerdigung Isas in der Kleinstadt Bina. Sie und angereiste Reporter wurden mit Beschimpfungen und Steinen empfangen."

Ohne Worte!Einfach nur verachtenswert wie da "Menschlichkeit" gelebt wird!


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#3
22.01.2015
14:40:41


(0, 10 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


FIGHT HOMOPHOBIA, BECAUSE IT SUCKS and kills many of LGBTI-people!


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#4
22.01.2015
14:53:53


(-14, 18 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014


"Er hatte in TV-Interviews lächelnd über sein Schwulsein gesprochen (...) Dann erhängte er sich. Im Büro der von ihm gegründeten LGBT-Organisation. Mit einer Regenbogenflagge."

Durch das Internet und wohl auch durch Kontakte zu europäischen und amerikanischen Schwulenbewegung wurde dieser 20jährige Junge verleitet, Dinge zu tun, die selbst in Aserbaidschan, das immerhin als liberaler moslemischer Staat gilt, für Einzelpersonen zur Zeit noch nicht möglich sind. Er glaubte wahrscheinlich, er müsse sich nur als "gay" bezeichnen und die Regenbogenflagge schwingen und die Diskriminierungen würden verschwinden.
Er war noch zu jung, um die Hintergründe des Schwulenhasses in moslemischen Ländern verstehen zu können. Ein sehr trauriger Fall, den sich die schwulen Aktivisten aus Westeuropa und den USA. die meinen, sie müssten Länder aus einem völlig anderen Kulturkreis "befreien", immer wieder vor Augen halten sollten.


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#5
22.01.2015
15:44:51
Via Handy


(+11, 15 Votes)

Von Moment
Antwort zu Kommentar #4 von Pelayo


Ja natürlich. Immer sind andere Schuld.
Ich bin wahrlich kein Verfechter des " goldenen Westens". Aber es reicht auch irgendwann. Es kann nicht sein, dass bei allem und jedem immer der Westen als alleiniger Schuldige ausgemacht wird.
Hier leben Schwule relativ frei und dort nicht, den Homohass dort gab es auch früher schon und ist kein Import des "bösen" Westen.


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#6
22.01.2015
16:02:19


(+9, 15 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Pelayo


Wieso spuckst Du auf sein Grab und sein Ansehen ?

""wurde dieser 20jährige Junge verleitet, Dinge zu tun""..

Hier wurde niemand "verleitet", denn eine "verleitung" dazu, sich für seine Rechte, aber vor allem auch für die Rechte anderer Menschen einzusetzen, ist keine "Propaganda-Leistung", die hier in unlauterer Weise unterstellt wird, sondern das Ergebnis von erfahrener Diskriminierung und Unterdrückung !

An der Du dich hier auch noch beteiligst, indem Du in unverschämter Weise unterstellst, er hätte "wegen seiner Jugend" nicht gewußt was er tut, und das "man so was in einen solchem Land nicht macht" !

Blödsinn !

Und wie blödsinnig das ist zeigt die Verleihung des Friedensnobelpreises an ein junges Mädchen aus Pakistan, die auf ihre Weise GENAU DAS GLEICHE für ihre Leidensgenossinnen, den jungen und unterdrückten Mädchen und Kindern im Rahmen ihrer Möglichkeiten leistet !

Spar Dir dieses Gequatsche hier !


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#7
22.01.2015
17:04:10


(+12, 14 Votes)

Von audi5000
Aus lindau (Bayern)
Mitglied seit 20.05.2013


gestern habe ich eine doku über russland gesehen wo sie jagd auf schwule und lesben machen. mich hat echt die blanke wut gepackt als ich das gesehen habe. wir werden da als vieh bezeichnet das gejagd werden muss und das ganz legal. bzw. die polizei schaut halt weg weil sie es nicht interessiert! also wie in russland als auch in aserbaidschan muss man sich nicht wundern wenn sich homosexuelle aus lauter verzweiflung umbringen weil ihr leben aussichtslos ist. es ist einfach nur traurig und so sinnlos!


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#8
22.01.2015
17:25:11


(+13, 13 Votes)

Von Hugo


"In Aserbaidschan trauten sich rund 50 Leute zur Beerdigung Isas in der Kleinstadt Bina. Sie und angereiste Reporter wurden mit Beschimpfungen und Steinen empfangen."

Eine Schande der gesammten Menschheit.


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#9
22.01.2015
17:30:34


(+13, 15 Votes)

Von Hugo
Antwort zu Kommentar #1 von Finn


Sollange sich die Religionen in die Politik einmischen dürfen.
Sollange die Konservativen in irgendeinem Land das Sagen haben.
Sollange es Diktaturen gibt.
Sollange demokratische Länder Diktaturen unterstützten.
Sollange die Kinder, schon im Kindergarten und Elternhaus nicht weltoffen erzogen werden.
...wird sich lange nichts ändern.


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#10
22.01.2015
17:58:43


(+11, 13 Votes)

Von Nico
Antwort zu Kommentar #1 von Finn


"Wann wird das endlich ein Ende haben?!"

Wenn Politik und Kirchen endlich aufhören, uns als Menschen 2. Klasse hinzustellen und uns nicht mehr diskriminieren.

Das ist die Voraussetzung dafür, dass sich auch gesellschaftlich etwas ändern kann.


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