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  • 22.01.2015           20      Teilen:   |

Historische Entscheidung

Chile: Parlament stimmt für Lebenspartnerschaften

Artikelbild
Elf Jahre lang war im Parlament über diverse Entwürfe zur Einführung von Lebenspartnerschaften debattiert worden

In wenigen Wochen wird der südamerikanische Staat schwule und lesbische Paare rechtlich anerkennen – die Ehe-Öffnung könnte bald folgen.

Das chilenische Unterhaus hat am Dienstag die Einführung von Lebenspartnerschaften für schwule und lesbische Paare beschlossen. Für den "Pacto de Unión Civil" (PUC), der auch Hetero-Paaren offen steht, stimmten 86 Abgeordnete, 23 stimmten dagegen und zwei enthielten sich.

Das Gesetz muss nun noch vom Oberhaus beschlossen werden. Mit einer Verabschiedung wird gerechnet: Vor einem Jahr hatten 28 Senatoren für eine entsprechende Vorlage gestimmt und nur sechs dagegen. Vor den Wahlen war es aber nicht mehr zu einer Verabschiedung im Unterhaus gekommen.

In der neuen Legislaturperiode hat bereits ein Senatskomitee die Zustimmung empfohlen. Die neue Präsidentin Michelle Bachelet hatte zudem angekündigt, das Gesetz, das den Paaren auch ein Adoptionsrecht bringt, zu unterschreiben. Im Wahlkampf hatte sie sich für eine Ehe-Öffnung ausgesprochen, eine entsprechende Gesetzesvorlage wurde im letzten Monat in den Senat eingebracht.

Fortsetzung nach Anzeige


23 Jahre nach Aufstellung der Forderung nach einer Homo-Ehe und nach elf Jahren Debatten im Parlament über entsprechende Gesetzesentwürfe sei man überglücklich, nun ein Ergebnis zu haben, freute sich Rolando Jiménez von der LGBT-Organisation MOVILH nach der Abstimmung im Parlament. "Wir widmen diesen Tag, diesen Moment, den schwulen und lesbischen Familien, die gelitten haben unter der historischen Last aus Missverständnissen und Vorurteilen".

Die Organisation verklagt derzeit im Namen dreier Paare die Regierung auf die Öffnung der Ehe, die Klage stammt aus der Zeit der vorherigen Regierung unter Präsident Piñera. In Gesprächen hatte MOVILH der neuen Regierung versichert, die Klage zurückzunehmen, sollte die Ehe durch den Gesetzgeber geöffnet werden.

Erfahrungen mit dem Höchstgericht des Landes wird die Organisation in Kürze ohnehin machen: Evangelikale Gruppen klagen gegen die Verbreitung eines von MOVILH produzierten Kinderbuches, das über Regenbogenfamilien aufklärt. Die letzte Instanz hatte sich auf Seiten der LGBT-Organisation gestellt, die Evangelikalen gingen aber in Berufung.

Das Gericht hatte bislang nie für LGBT-Rechte gestimmt. Vor wenigen Tagen hatte MOVILH noch vor dem Gerichtsgebäude demonstriert, Anlass war die Ernennung eines bekannten Homophoben zum Höchstrichter.

Evangelikale und Katholiken hatten am Dienstag auch vor dem Parlament gegen die Einführung der Lebenspartnerschaft demonstriert. Rund 70 Prozent der Chilenen sind katholisch, der Kirche gehört der zweitgrößte private TV-Kanal. (nb)

Das Kinderbuch "Nicholas hat zwei Väter"

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Tags: chile, lebenspartnerschaft, movilh
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Reaktionen zu "Chile: Parlament stimmt für Lebenspartnerschaften"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
22.01.2015
13:36:44


(+10, 14 Votes)
 
#2
22.01.2015
13:39:45


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von -hw-


"Die Klerikalfaschisten toben:"

Leider haben sie sich da auch schon in regelrechten KZs austoben können.


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#3
22.01.2015
13:50:49


(+10, 12 Votes)

Von Gerd Nunmehr
Antwort zu Kommentar #1 von -hw-


Nunmehr kolonisiert durch Tochter eines Freimaurers!

Link zu www.queer.de

Link zu www.katholisches.info

He died on March 12, 1974, after suffering a heart attack in jail in Santiago, where he was being questioned by his own colleagues in the FACH.

Link:
en.wikipedia.org/wiki/Alberto_Bachelet


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#4
22.01.2015
13:51:40
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von David77


Natürlich war der vatikan hier wieder vorreiter und die katholischen protestanten (sic!) in chile haben nur noch nicht die neuesten impulse von bergoglio vernommen...


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#5
22.01.2015
14:35:36


(+3, 3 Votes)

Von thorium222
Aus Mr (Hessen)
Mitglied seit 10.02.2011


Das Buch ist echt gut gemacht.


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#6
22.01.2015
14:45:45


(+5, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das sind hervorragende Neuigkeiten und natürlich zeigt sich das homophobe Gesindel wieder einmal als schlechter Verlierer!

Chile ist zwar ein erzkatholischer Staat, ABER die Bevölkerung ist größtenteils schon ziemlich lange im 21. Jahrhundert angekommen und wenn dann noch die Eheöffnung kommt, dann kann ist schon sehr viel in Sachen LGBTI-Rechte erreicht, wovon Deutschland leider nur träumen kann!


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#7
22.01.2015
15:27:59


(-7, 13 Votes)

Von Michael43


Es ist sehr erfreulich, wenn nunmehr ein weiteres Land zumindest ein Lebenspartnerschaftsinstitut einführt.

Eingetragene Partnerschaften haben derzeit auch:

* Chile
* Ecuador
* Kolumbien
* Costa Rica
* einige Bundesstaaten in Mexiko
* alle Bundesstaaten in Australien
* Andorra
* Malta
* Slowenien
* Kroatien
* Ungarn
* Tschechien
* Estland
* Finnland (ab 2016 Eheöffnung parlamentarisch beschlossen)
* Irland (im Februar Volksabstimmung zur Eheöffnung)
* Schweiz
* Liechtenstein
* Österreich
* Deutschland
* Israel

Die Ehe geöffnet haben derzeit:
* 37 von 50 Bundesstaaten der USA und Haupstadtdistrikt
* ein paar Bundesstaaten in Mexiko und Hauptstadtdistrikt
* Portugal
* Spanien
* Frankreich
* Luxemburg
* Belgien
* Niederlande
* Dänemark
* Schweden
* Finnland (ab 2016)
* Norwegen
* Island
* Vereinigtes Königreich (ausser Nordirland und Kanalinseln)
* Brasilien
* Uruguay
* Argentinien
* Südafrika
* Neuseeland
* Kanada

--> Fazit:

1. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden es nicht mehr unter die ersten 20 Länder weltweit schaffen, die als erste die Ehe geöffnet haben.

2. Das die europäischen EU-Länder Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Italien, Litauen, Lettland, Griechland und Zypern bis heute nicht einmal ein Lebenspartnerschaftsinstitut haben, ist für diese Länder als Mitglieder der EU ein "Armutszeugnis", denn selbst Chile schafft dies nunmehr.

Doch es kann sein, das zumindest Italien und die Slowakei hier eventuell zu Chile dieses oder nächstes Jahr nachziehen.


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#8
22.01.2015
15:32:15


(+9, 13 Votes)

Von i965hg4vf3


Chile progressiver als Deutschland.

Und alles nur wegen einer scheiß Pfarrerstochter, deren Bauchgefühl ihrer Ansicht über dem Grundgesetz steht.

Schon seit Jahren fühlt es sich so an als sitzen wir hier in Deutschland gleichstellungspolitisch festgefroren fest, während alle anderen westlichen Länder um uns herum uns gleichstellungspolitisch überrunden.

Und die verantwortlichen Politiker, auch und vor allem die der SPD, schämen sich kein bisschen dafür. Im Gegenteil, sie machen mit ihrer Machtgier und Machtarroganz einfach so weiter, auf Kosten gleicher Rechte.


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#9
22.01.2015
16:52:22


(+4, 6 Votes)

Von Knisfo
Antwort zu Kommentar #7 von Michael43


Australien:
Lediglich die Staaten New South Wales, Queensland, South Australia, Tasmania und Victoria, sowie das Hauptstadtterritorium haben eingetragene Partnerschaften - nicht "alle Bundesstaaten"

Belgien:
Ehe und eingetragene Partnerschaft

Brasilien:
Ehe und eingetragene Partnerschaft

Costa Rica:
keine eingetragene Partnerschaft

Dänemark:
keine Ehe in Färöer und Grönland
eingetragene Partnerschaft in Grönland

Finnland:
Ehe ab 1. März 2017 - nicht "ab 2016"

Frankreich
Ehe und eingetragene Partnerschaft - in Französisch-Polynesien nur Ehe

Irland:
Das Referendum zur Ehe findet im Mai statt - nicht "Februar"

Israel:
keine eingetragene Parnerschaft

Luxemburg:
Ehe und eingetragene Partnerschaft

Neuseeland:
Ehe und eingetragene Partnerschaft - mit Ausnahme Tokelaus
(sowie, falls man sie als neuseeländische Gebiete betrachten möchte, Cook Islands und Niue)

Niederlande:
Ehe und eingetragene Partnerschaft - mit Ausnahme Arubas, Curacaos und Sint Maartens

Südafrika:
Ehe und eingetragene Partnerschaft

Uruguay:
Ehe und eingetragene Partnerschaft

Vereinigtes Königreich:
Ehe und Partnerschaft - in Nordirland nur Partnerschaft
sowie
Partnerschaft in zwei der drei Crown Dependencies, sowie in einem der 14 Overseas Territories

---

Doch von diesen wenigen kleinen Fehlern abgesehen - ist deine Liste (fast) töfte.


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#10
22.01.2015
17:22:56


(+9, 11 Votes)

Von Hugo
Antwort zu Kommentar #8 von i965hg4vf3


Kein Kreuz mehr bei den konservativen.


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