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  • 23.01.2015           27      Teilen:   |

Kommentar auf rechtem Portal

Litauen: Abgeordneter warnt LGBT-Organisation vor Blutbad

Artikelbild
Algirdas Vaclovas Patackas hat mit seinen Drohungen auch Europaabgeordnete gegen sich aufgebracht

Algirdas Patackas kritisierte, dass sich die Lithuanian Gay League über "schwule" Geldscheine lustig gemacht habe. Solche "Provokationen" hätten Folgen wie Mohammed-Karikaturen.

Der litauische Parlamentsabgeordnete Algirdas Vaclovas Patackas hat dem Vorsitzenden der LGBT-Organisation LGL mit einem Massaker gedroht, sollte dieser sich nicht für einen Witz entschuldigen.

Vladimir Simonko von der Lithuanian Gay League hatte öffentlich gescherzt, schwule Litauer sollten die 10-Lita-Note, die zum 1. Januar durch den Euro ausgewechselt wurde, als Souvenir aufheben. Auf ihr sind zwei Piloten zu sehen, die als Nationalhelden gefeiert werden (queer.de berichtete). "Man fragt sich zwangsläufig, warum zwei Männer abgebildet sind und in welcher Beziehung sie zueinander stehen", hatte Simonko gegenüber AFP gesagt. Die Banknote sei beliebt, "weil sie zwei gut aussehende Männer in Uniform zeigt", und diese dicht beieinander stehen.

In dem rechten Portal alkas.lt kritisierte Patackas, erneut werde versucht, die Grenzen der Meinungsfreiheit auszutesten. Simonko solle vorsichtig sein, wenn er sich über ehrenwürdige Helden lustig mache: Litauen sei nicht das liberale Paris, viele glaubten an das Prinzip "Auge um Auge" und kaum jemand würde "Ich bin Simonko" als Aufdruck tragen, sollte etwas passieren.

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Homosexuelle sollen nicht "provozieren"

Die Banknote des Anstoßes
Die Banknote des Anstoßes

Patackas, Abgeordneter der Partei "Drąsos kelias", die aus einer Selbstjustiz-Bewegung gegen Pädophile entstanden war, schrieb in dem Kommentar, Simonko habe das Recht, für seine Ziele einzutreten, dürfe aber nicht provozieren.

"Für diese düstere, abstoßende und absolut inakzeptable Provokation könnte dich nicht weniger erwarten als eine düstere, abstoßende und absolut inakzeptable Antwort", so Patackas. Es drohten "nicht weniger tragische Konsequenzen als wie bei dem Massaker in Paris. Dort begann auch alles mit verspielten Worten, aber es endete in einem Blutbad. Denn Worte verletzen wie ein Messer."

Die Lithuanian Gay League hatte diese Aussagen als Bedrohung bewertet und sich sofort an die Sicherheitsbehörden gewandt. Diese müssten auch klären, ob es sich bei den Aussagen des Abgeordneten um einen üblen Scherz oder um eine echte Bedrohung von Simonko und Mitarbeitern der Organisation handele.

Am Donnerstag sprangen der Lithuanian Gay League mehrere Europaabgeordnete in einer Erklärung bei. Der Italiener Daniele Viotti forderte das Land etwa auf, zu prüfen, ob ein Verstoß gegen die litauische Gesetzgebung gegen Hassrede vorliege. Patackas hatte übrigens einen Antrag ins Parlament eingebracht, das Strafrecht in Bezug auf Äußerungen über LGBT wieder zu lockern. Das Parlament hatte ihm den Antrag im letzten Dezember zur Überarbeitung zurückgeschickt. (nb)

Links zum Thema:
» Mehr dazu auf der englischen Webseite der LGL
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Reaktionen zu "Litauen: Abgeordneter warnt LGBT-Organisation vor Blutbad"


 27 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
23.01.2015
09:08:00
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Timon


Wenn sogar schon Abgeordnete Schwulen ganz offen mit Gewalt drohen, muss das Konsequenzen haben.


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#2
23.01.2015
09:48:42


(+11, 13 Votes)

Von Nico


Wie lange will die EU noch tatenlos zusehen, wie in einigen ihrer Mitgliedsstaaten Menschenrechte und EU-Recht mit Füßen getreten wird.

Statt den Krümmungsgrad von Bananen und ähnlichen Schwachsinn zu regulieren, sollte die EU sich lieber mal um die wirklich wichtigen Dinge kümmern, wo es um Grundrechte, Gesundheit, etc. geht.


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#3
23.01.2015
10:04:25


(+9, 9 Votes)

Von Heiner


Ich finde diesen Vergleich nicht nur geschmacklos, sondern auch höchst gefährlich, weil er damit fanatische Homohasser aufhetzt und auf Ideen bringt.

Solche Volksverhetzer, die Hass verbreiten sollten genauso hart bestraft werden, wie die Leute, die dann später die Taten ausführen.


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#4
23.01.2015
10:11:26


(-7, 7 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Frau Dalia Grybauskait? sollte das einschreiten und sich den Abgeordneten mal zur Brust nehmen! Der Typ sollte lieber froh sein, daß diese wertvollen Geldscheine einige als Andenken aufbewahren! Es kann durchaus passieren, daß Litauen genauso wie Griechenland in ein finanzielles Loch fällt und der Euro scheitert, so daß das Land wieder zu seiner alten Währung zurückkehren muß!


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#5
23.01.2015
10:26:22


(+5, 9 Votes)

Von Tobi Cologne
Antwort zu Kommentar #4 von FoXXXyness


Nur dass alle Staaten, die einmal im Euro drin sind, ja scheinbar nicht mehr aus dem Euro rauszukriegen sind.

Sollte es so kommen, werden wir also wieder mal alle dafür aufkommen. Manchmal hat man echt das Gefühl, die Politik will (aus welchen Gründen auch immer) die EU absichtlich vor die Wand fahren.


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#6
23.01.2015
12:05:45


(+6, 8 Votes)

Von MeineFresse


"Patackas hatte übrigens einen Antrag ins Parlament eingebracht, das Strafrecht in Bezug auf Äußerungen über LGBT wieder zu lockern. Das Parlament hatte ihm den Antrag im letzten Dezember zur Überarbeitung zurückgeschickt. (nb)"

Er hat (richtigerweise) festgestellt, dass "Worte wie ein Messer verletzen" können, will aber das Strafrecht in Bezug auf homophobe Äußerungen lockern?
Hat er denn keine Angst, massakriert zu werden von LGBT die sich provoziert fühlen?


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#7
23.01.2015
12:13:27
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Simon H
Antwort zu Kommentar #6 von MeineFresse


Das ist doch immer so, dass solche Leute mit zweierlei Maß messen.

Wenn andere ihr Recht auf freie Rede nutzen, ist das provozierend und was weiß ich nicht alles. Aber sie selbst wollen ungehindert hetzen dürfen.

Das zeigt nur, wie scheinheilig die sind.


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#8
23.01.2015
12:33:51


(+7, 7 Votes)

Von David Z


Wenn er Angst vor den Folgen von "Provokationen" hat, müsste er dann nicht als erstes Angst haben, dass nach seinen homophoben Provokationen jemand ihm einen Flaschenkürbis in den Arsch rammt?!


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#9
23.01.2015
12:37:09


(+8, 10 Votes)

Von RWTH


Auch wenn er versucht, das als angebliche "Sorge" zu kaschieren:
das ist eine offene Drohung, dass wir ermordet werden, wenn wir uns nicht verstecken und unterordnen...

So jemand ist in einem Parlament eines EU-Staates untragbar! Der muss schnellstmöglich rausfliegen, ansonsten muss es Sanktionen gegen Litauen geben.


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#10
23.01.2015
12:54:30
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Alex


Das ist ja formuliert wie eine Schutzgelderpressung:
Entweder ihr spurt oder ich kann "leider" nicht für eure Sicherheit garantieren..


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