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  • 24.01.2015           89      Teilen:   |

Großer Gegenprotest

Hamburg zeigte "Besorgten Eltern" die Vielfalt des Regenbogens

Artikelbild
Vor dem Hauptbahnhof wurden die evangelikalen Aktivisten von Polizei und Gegendemonstranten regelrecht umzingelt (Bild: Aktionsbündnis für Vielfalt)

Am Samstag protestierten über 1.000 Menschen für Vielfalt und nicht mal 70 dagegen. Am Rande kam es zu kleineren Ausschreitungen.

In Hamburg hat es am Samstag die erste Kundgebung der "Besorgten Eltern" in der Stadt gegen Schulaufklärung über Sexualität gegeben. Während an dem Protest der auch homophob motivierten Gruppe maximal 50 bis 70 Personen teilnahmen, konnte das Aktionsbündnis für Vielfalt über 1.000 Menschen gegen die Veranstaltung mobilisieren.

Zu dem Protest auf dem Hansaplatz für Akzeptanz von LGBT und angemessene Schulaufklärung hatten diverse Verbände aufgerufen, darunter der CSD, die Aids-Hilfe, das Magnus Hirschfeld Centrum, das Schulaufklärungsprojekt Soorum, die Elterngruppe BEFAH und pro Familia. Unterstützung kam auch von allen größeren Parteien bis auf die AfD, seitens der Union war nur die LSU dabei.



Auf mitgebrachten Plakaten der Teilnehmer stand "Keine Angst vor Vielfalt", "Der Regenbogen gehört allen" (in Anspielung darauf, dass die Gegner der Schulaufklärung ihren Protest unter den Slogan "Der Regenbogen gehört uns" gestellt hatten), "Für Akzeptanz von Anfang an" – oder auch "Aufklärung schützt vor Missbrauch". Andere richteten sich direkt an die "Besorgten Eltern": "Als euer Kind wäre ICH besorgt", "Mein Neffe ist fünf Jahre und aufgeklärter als ihr" oder "Ihr seid nicht meine Eltern."

Aus Berlin waren unter anderem Aktivisten von Enough is Enough angereist, aus Hannover das dortige Aktionsbündnis für Vielfalt, das im November einen ähnlichen Protest der breiter aufgestellten "Initiative Familienschutz" in die Schranken verwiesen hatte (queer.de berichtete).

Einer der Besucher damals war Stefan Mielchen vom Hamburg Pride, der am Samstag eine bewegende Rede hielt. Homosexualität sei keine Ideologie, sondern Realität – das könne man "nicht ausblenden, nur weil man ein evangelikales Weltbild hat". Der frühere "Hinnerk"-Chefredakteur reihte die "Besorgten Eltern" in Bewegungen wie PEGIDA ein. Schwule und Lesben müssten sich auch diesen Protesten entgegenstellen: "Wenn gegen Minderheiten gehetzt wird, sind auch wir gemeint." Braun sei keine Farbe des Regenbogens.

Youtube | Eindrücke von der Kundgebung und der Rede von Stefan Mielchen, aufgenommen von Jörg Kalitowitsch vom ColognePride
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"Nein zur sexuellen Regenbogen-Propaganda"

Gegen die "besorgten Eltern" protestierte auch Wanja Kilber von Quarteera. Auf seinem Schild steht der Name der Gruppe ins Russische übersetzt – das kann in dieser Version zugleich "(sexuell) unbefriedigte Eltern" heißen
Gegen die "besorgten Eltern" protestierte auch Wanja Kilber von Quarteera. Auf seinem Schild steht der Name der Gruppe ins Russische übersetzt – das kann in dieser Version zugleich "(sexuell) unbefriedigte Eltern" heißen

Anschließend zog es viele zum Hautbahnhof, auf dessen Vorplatz die "Besorgten Eltern" protestierten; die vielleicht 50 bis 70 Teilnehmer wurden letztlich von Polizisten und Gegendemonstranten, darunter auch Mitgliedern der Antifa, eingekreist, zusätzlich zum Schnee von oben hatten sie sich auch manchem Schneeball sowie Konfetti und Glitter auszusetzen. Unbekannte hatten zudem an das Vordach des Bahnhofes ein Transparent mit dem Aufdruck "Homophobie und Sexismus sind heilbar" angebracht.

Auf den Schildern der Gruppe mit Bezügen zu Russland und einer evangelikalen Kirche aus der Ukraine standen Sprüche wie "Finger weg von unseren Kindern", "Nein zur sexuellen Regenbogen-Propaganda in Schulen, "Lasst unsere Kinder Kinder sein", "Der Kindergarten ist kein Swingerclub" oder "Mein Kind kläre ich selbst auf".

Wie bei früheren Protesten skandierte die Gruppe immer wieder "Kinder brauchen Liebe, keinen Sex". Der Aktivist Wanja Kilber von Quarteera, eine Vereinigung russischsprachiger LGBT in Deutschland, berichtet, bei den "Besorgten Eltern" hätten mindestens 70 Prozent der Teilnehmer russisch gesprochen. Auch das russische Staatsfernsehen war wie bei früheren Protesten der Gruppe anwesend.

Youtube | Die Polizei schützte die Demo der "Besorgten Eltern" - ging dabei aber teilweise fragwürdig gegen Gegendemonstranten und selbst Fotografen vor.

Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt

Als die "Besorgten Eltern" zu einer Demonstration durch die Innenstadt ansetzten, kam es zu kleineren Rangeleien, bei denen laut Berichten auf Twitter Anhänger der Gruppe mit Holzschildern um sich geschlagen haben sollen. Die Polizei räumte ihnen schließlich den Weg frei und setzte dazu auch Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Gegendemonstranten ein. "Die Polizei hat den Auftrag, Versammlungen zu schützen. In dem Fall haben wir das auch getan", sagte ein Polizeisprecher dem "Hamburger Abendblatt".

Mindestens ein Gegendemonstrant wurde vorläufig festgenommen. Zudem erlitt eine Teilnehmerin der Eltern-Demo eine Kopfverletzung. Nach Angaben der Polizei gegenüber dem "Abendblatt" wurde die Gruppe auch mit Böllern und Flaschen beworfen. Eine Bestätigung liegt dafür nicht vor, der Bericht der Zeitung hat den irreführenden Titel "Linke behindern Eltern-Demo gegen Sexualkunde an Schulen"

Unter dem Polizeischutz zogen die "Besorgten Eltern" bis zum Rathaus, das normalerweise eine Bannmeile besitzt. Dann lösten sich die Versammlung und die Gegenproteste auf.

Die "Besorgten Eltern" hatten Anfang des Jahres angekündigt, am 13. Juni und 12. September erneut in der Hansestadt demonstrieren zu wollen – sowie im Laufe des Jahres in ganzen sieben weiteren Städten (queer.de berichtete). Nach Augsburg in der letzten Woche und Hamburg an diesem Samstag war der nächste Protest für den 14. Februar in Köln angekündigt. Inzwischen lässt die Homepage der Gruppe den Ort des Protestes an dem Termin offen – vielleicht weil an dem Datum in der Domstadt der Karnevalssamstag begangen wird. (nb)

 Update  25.1., 21.35h:
CDU-Abgeordneter bei "Besorgten Eltern", Debatte über Gewalt


Einem Bericht der "taz" zufolge (der übrigens aktuell ein Aufmacherbild von einer Palästinenser-Demo in Berlin 2014 zeigt) ist der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Nikolaus Haufler bei dem Protest der "Besorgten Eltern" aufgetreten. Der in Russland geborene integrationspolitische Sprecher seiner Fraktion habe den Demonstranten versprochen, sich für ihre Forderungen stark zu machen.

Die Morgenpost berichtete am Sonntag über das oben verlinkte Video des Polizeieinsatzes, Opfer der Schläge und Tritte sei ein 21-jähriger Fotograf gewesen, der für die IG Metall unterwegs war. Ein Sprecher der Polizei wollte sich gegenüber der Zeitung dazu nicht konkreter äußern.

Am Sonntag hat die Polizei allerdings ihre Version der allgemeinen Geschehnisse in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Demnach hätten an dem Protest des Aktionsbündnisses am Hansaplatz in der Spitze 1.000 Menschen teilgenommen. Bei den "Besorgten Eltern" habe es am Hachmannplatz etwa 50, später bis zu 150 Teilnehmer gegeben, umrundet von zunächst 150 Gegendemonstranten, später bis zu 800. Aus dieser Gruppe heraus seien "Versammlungsteilnehmer massiv mit Eiern, Schneebällen, Pyrotechnik und Plastikflaschen mit gefrorenem Wasser" beworfen worden. Ein Versammlungsteilnehmer wurde demnach durch einen Eier-Wurf im Gesicht verletzt.

Eine Gruppe von weiteren rund zehn "Besorgten Eltern" sei an der Wandelhalle von bis zu 200 teils vermummten Gegendemonstranten eingeschlossen worden, hier seien Polizisten mit Flaschen beworfen worden. Als die "Besorgten Eltern" von der Polizei geschützt durch die Innenstadt demonstrierten, hätten 750 Gegendemonstranten den Aufzug begleitet. "Nach Widerstandhandlungen in der Aufzugsspitze kam es zu einem Schlagstockeinsatz", so die Polizei. "Ein 15-jähriges Mädchen erlitt durch den Bewurf mit einer Fernbedienung eine Kopfplatzwunde."

Das Aktionsbündnis "Vielfalt statt Einfalt" hat am Sonntag in einer Erklärung die Polizei kritisiert: "Wir respektieren, dass die Polizei das Demonstrationsrecht auch für die 'Besorgten Eltern' durchsetzen muss, stellen aber die Verhältnismäßigkeit des Mitteleinsatzes sehr deutlich in Frage. Offenbar war die Hamburger Polizei nicht ausreichend auf die Situation am Hachmannplatz vorbereitet und hat die Lage völlig falsch eingeschätzt."

Zusätzliche Polizeikräfte seien "massiv und ohne Vorwarnung gegen die GegendemonstrantInnen vorgegangen", so das Aktionsbündnis. "Der Einsatz von Reizgas und Schlagstöcken sowie das Einprügeln auf Fotografen können aber keinesfalls die angemessene Reaktion auf eine friedliche Blockade sein und stellen keinen Ersatz für eine angemessene Einsatztaktik dar. Wir bedauern diese Eskalation, die durch das Verhalten der Polizei massiv befördert wurde."

Das Aktionsbündnis verwies darauf, dass man den Hansaplatz bewusst gewählt habe, um eine "direkte Konfrontation zu vermeiden". Auch habe man nicht dazu aufgerufen, gegen die "Besorgten Eltern" vorzugehen.

Damit reagierte man auch auf Presseberichte wie diesen, die alle Gegenproteste gegen die "Besorgten Eltern" in einen Topf geworfen hatten. Die örtliche Antifa und andere Gruppen hatten getrennt von dem Aktionsbündnis dazu aufgerufen, sich von Anfang an bei den "Besorgten Eltern" zu treffen und ihnen "frühzeitig die Bewegungsfreiheit zu nehmen". (nb)

Youtube | Bilder der russischen Video-Nachrichtenagentur RUPTLY
Links zum Thema:
» Das Aktionsbündnis für Vielfalt mit vielen Bildern bei Facebook
» Bericht des Magazins "Mittendrin" mit Eindrücken des Polizeieinsatzes
» Weitere Galerie von beiden Protesten und dem Polizeieinsatz bei Facebook
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Protest "Vielfalt statt Einfalt" in Hamburg

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Reaktionen zu "Hamburg zeigte "Besorgten Eltern" die Vielfalt des Regenbogens"


 89 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
24.01.2015
19:33:34


(+3, 15 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Super, dass so viele entschlossene Gegendemonstranten gezeigt haben, dass diese perversen religiotischen Homo-Hasser nicht erwünscht sind!

Was die Bullen betrifft: War ja leider nicht anders zu erwarten, als dass die sich natürlich wieder mal auf die Seite der Homo-Hasser stellen! Machen die doch immer. Sind ja selbst zum Großteil fanatische Schwulen-Hasser!


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#2
24.01.2015
20:07:03


(+15, 17 Votes)

Von Sebi


Ist es diesen paar geistig zurückgebliebenen Faschisten nicht selbst peinlich, da mit 70 Leutchen Lügen zu verbreiten, während so viele Menschen zeigen, dass sie deren Hass-Propaganda längst durchschaut haben?

Diese Fanatiker sind wohl komplett in ihre kleine, beschränkte Phantasie-Welt abgedriftet...


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#3
24.01.2015
20:17:25


(+13, 15 Votes)

Von Timon


Die homophoben Fanatiker haben panische Angst, dass ihre Kinder intelligenter werden als sie selbst. Denn nur dumme Menschen fallen auf deren Ideologie rein...


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#4
24.01.2015
20:20:23


(+4, 12 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wow, den "Besorgten Eltern" geht so langsam die Puste aus. Dieses Pack macht sich lächerlicher, je mehr zu den Gegendemonstrationen kommen! Es ist Zeit, dieser Bewegung den Todesstoß endlich zu versetzen!


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#5
24.01.2015
20:36:32


(+9, 15 Votes)

Von Peer


Vielfalt statt Einfalt!

Die Welt ist bunt und vielfältig. Wäre sie eintönig und monoton, würde sie wohl zugrundegehen...


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#6
24.01.2015
20:43:06


(+8, 14 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


also ich halte es da mit unserem rkk-vordenker und vorsitzenden des karnickelzuchtverein "vatikano", der ja das problem auf einen logischen punkt bringt:
nicht besorgte eltern treten da auf, sondern verwilderte karnickel, die , mangels aufklä#rung und verhütung sich ungezügelt kopulierend vermehren.

Deshalb kann unsere forderung nur sein:
Hände weg von muttis muschi, für vasektomie der "besorgten karnickel", einführung einer "karnickel-studie" in den bildungsplan der länder.


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#7
24.01.2015
21:13:28


(+14, 14 Votes)

Von thorium222
Aus Mr (Hessen)
Mitglied seit 10.02.2011


Glitter finde ich super, Flaschen und Böller wären (wenn es denn stimmt) echt scheiße.


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#8
24.01.2015
21:18:33


(+1, 15 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #6 von stromboli


Und vor allen Dingen: Einführung einer Karnickel-Steuer. Wer Schratzen in die Welt setzt, hat es sich gefälligst leisten zu können, vor allem wenn man bedenkt, wie teuer die Bälger sind. Schluss mit diesem Karnickel-Schmarotzertum zu Lasten der Allgemeinheit!


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#9
24.01.2015
21:37:12


(+11, 17 Votes)

Von Pino


Dieses braune Pack kann man nur stoppen, indem man sich ihnen zahlreich entgegenstellt und ihre Lügen und Faktenverdrehungen aufdeckt.


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#10
24.01.2015
22:12:39


(+10, 10 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #1 von Robby69


Wenn da Leute mit Flaschen und Böllern beworfen werden, dann muss die Polizei einschreiten.


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