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  • 26.01.2015           20      Teilen:   |

Kampf um Homo-Rechte in den USA

Republikanischer Gouverneur fordert Ehe-Verbot für Homosexuelle

Artikelbild
Lousianas Gouverneur Bobby Jindal will es Präsident George W. Bush nachmachen und mit Homo-Hass in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen (Bild: derek_b / flickr / cc by 2.0)

Während sich die Öffnung der Ehe in Alabama um mindestens zwei Wochen verzögert, setzt sich die konservative Regierung in Louisiana für eine Änderung der US-Verfassung ein, um Homo-Ehen zu verbieten.

Von Dennis Klein

Konservative Republikaner versuchen in den USA nach wie vor, mit Homophobie Stimmen zu sammeln. Das hat zur Folge, dass sich in Alabama Homo-Paare an diesem Montag doch nicht die ersten Ja-Worte geben können.

Zwar hatte Bundesrichterin Callie Granade am Freitag das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in dem Bundesstaat als Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der US-Verfassung gewertet (queer.de berichtete). Nach dem Einspruch der Regierung von Gouverneur Robert Bentley setzte sie am Sonntag die Umsetzung allerdings für zwei Wochen aus.

Ähnliche Aufschübe hatte es bereits zuvor in anderen republikanisch kontrollierten Bundesstaaten gegeben. Derzeit haben 37 der 50 US-Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington Homosexuelle im Ehe-Recht gleichgestellt. Außerdem hat der Supreme Court, das höchste US-Gericht, angekündigt, bis voraussichtlich Mitte des Jahres ein Grundsatzurteil über die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht zu fällen (queer.de berichtete).

Der republikanische Parteichef von Alabama, Bill Armistead, sieht in den Ehe-Öffnungen eine "linksradikale Agenda von Barack Obama und der Demokratischen Partei". Er sagte voraus, dass nach der nächsten Wahl noch weniger Demokraten in die Parlamente des Staates gewählt werden würden.

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Jindal: "Christlicher Glaube" diktiert Ehe-Verbot für Homosexuelle

Der Regierungschef von Louisiana – wie Alabama ein konservativer Südstaat – ruft nach den Gerichtsentscheidungen sogar dazu auf, die US-Verfassung zu ändern, um die Homo-Ehe wieder verbieten zu können. Gouverneur Bobby Jindal sagte am Sonntag in der ABC-Sendung "This Week": "Ich glaube, dass die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau ist. Mein christlicher Glaube sagt mir das." Jindal, dem Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur für das Jahr 2016 nachgesagt werden, sagte weiter: "Sollte der Supreme Court das Gesetz für unzulässig erklären, werde ich Ted Cruz unterstützen und mich für einen Verfassungszusatz einsetzen, der Staaten erlaubt, die Ehe zu definieren." Der texanische US-Senator Ted Cruz ist einer von Jindals Konkurrenten im Präsidentschaftswahlkampf und ebenfalls ein Darling der extremen Rechten.

Bereits der frühere Präsident George W. Bush hatte während seiner Amtszeit für ein Ehe-Totalverbot für Homosexuelle in der US-Verfassung geworben, allerdings nicht genügend Unterstützer dafür gefunden. Für einen Verfassungszusatz ist eine Supermehrheit von zwei Dritteln im Senat und im Repräsentantenhaus nötig, außerdem müssen drei Viertel der Bundesstaaten zustimmen. Im Präsidentschaftswahlkampf 2004 konnte Bush jedoch unter anderem mit einem homophoben Wahlkampf viele erzkonservative Wähler an die Urne locken und sich somit einen deutlichen Sieg sichern.

Änderungen der Bundesverfassung sind wegen der hohen Hürden und der extremen Links-Rechts-Polarisierung in den USA sehr selten. Zuletzt wurde die Super-Mehrheit für die Regulierung der Abgeordnetendiäten (1992) und die Herabsetzung des Wahlalters auf 18 Jahre (1971) erreicht.

Ruf nach Verfassungsänderung ist ein Wahlkampftrick

Der republikanische Parteichef von Alabama, Bill Armistead, sieht die Ehe-Öffnung als linksradikal an
Der republikanische Parteichef von Alabama, Bill Armistead, sieht die Ehe-Öffnung als linksradikal an

Die verfassungsändernde Supermehrheit gilt derzeit für Homo-Gegner als unerreichbar, Jindal könnte damit aber erzkonservative Wähler für die Präsidentschaftsvorwahlen an seine Seite ziehen. Der 43-Jährige wirbt auch bei anderen Themen um Stimmen der radikalen Rechten. So wiederholte er die Behauptung eines "Experten" des rechten Meinungssenders "Fox News Channel", nach denen große Teile von Europa von Islamisten kontrolliert würden und ganze Stadtteile "No Go Zones" für Nicht-Muslime seien. Jindal warnte davor, dass in den USA bald "europäische" Verhältnisse herrschen könnten, falls Muslime nicht zwangsassimiliert werden.

Jindal gilt bei vielen Republikanern als Hoffnungsträger, da sie hoffen, dass die Partei mit dem indischstämmigen Kandidaten mehr ethnische Minderheiten auf ihre Seite ziehen kann. Derzeit haben die Demokraten in diesem immer größer werdenden Wählersegment eine deutliche Mehrheit.

Der in eine hinduistische Familie geborene Jindal konvertierte als Teenager zum Katholizismus. Er hat sich bereits wiederholt gegen Homo-Rechte ausgesprochen und Allianzen mit Gegnern der Gleichstellung geschlossen. Im letzten Monat sorgte der Gouverneur für Entzücken unter Homo-Hassern, als er bei einer Veranstaltung der American Family Association auftrat. Das Hauptziel der evangelikalen Gruppe ist es, die Rechte von Homosexuellen zu beschneiden. Sie wird von der Menschenrechtsorganisation "Southern Poverty Law Center" als Hass-Gruppe bezeichnet.

Auch Blockaden in anderen Staaten befürchtet

In erzkonservativen Staaten drohen Politiker derzeit mit anderen Mitteln, um die Ehe-Öffnung herauszuzögern. So versucht ein Abgeordneter in Texas, Standesbeamten nur ein Gehalt auszuzahlen, wenn sie keine Homo-Paaren trauen. In South Carolina, Virginia und Utah gibt es zudem Gesetzentwürfe, nach denen sich Standesbeamte aus religiösen Gründen weigern dürfen, Homosexuelle zu trauen.

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Tags: bobby jindal, louisiana, alabama, usa
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 Homo-Ehe in den USA
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Reaktionen zu "Republikanischer Gouverneur fordert Ehe-Verbot für Homosexuelle"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
26.01.2015
16:12:25
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Timon


"Jindal: "Christ­licher Glaube" diktiert Ehe-Verbot für Homose­xuelle"

Okay, dann brauchen die ja nicht zu heiraten. Aber was ist mit den anderen? Sind die USA ein Gottesstaat oder ein demokratischer Rechtsstaat?


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#2
26.01.2015
16:14:07


(-4, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das Eheverbot für Schwule und Lesben (Homoehe) in die US-Verfassung aufzunehmen würde sofort den Supreme Court auf den Plan rufen und dieses Vorhaben für verfassungswidrig erklären. Ferner würde es auch zahlreiche LGBTI-Aktivisten sowie deren "gayfriendly" Entourage auf die Straßen der USA treiben, um dagegen zu protestieren und auch mehrere Onlinepetitionen würden gestartet und tausende von Unterschriften dadurch gesammelt.

Klar, daß den Republikanern der Wahlsieg bei den Repräsentantenhauswahlen zu Kopf gestiegen und die Gehirne aussetzen läßt. Da steckt jedenfalls die Teapartybewegung mit dahinter und es wird Zeit, diese mit allen legalen Mitteln zu bekämpfen!


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#3
26.01.2015
16:15:58
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von Nico


"In erzkon­ser­vativen Staaten drohen Politiker mit den anderen Mitteln, um die Ehe-Öffnung herauszuzögern. So versucht ein Abgeordneter in Texas, Standes­beamten nur ein Gehalt auszuzahlen, wenn sie keine Homo-Paaren trauen."

Ganz unglaublich, wie diese Fanatiker sich über Recht und Gesetz hinwegsetzen... Das ist der Geist des Faschismus...

Es wird Zeit, dass das höchste Gericht endlich die Ehe US-weit öffnet.


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#4
26.01.2015
16:42:11


(+9, 9 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


Bobby Jindal eben. Ein Konvertit. Das sind üblicherweise die schlimmsten, da sie sich gegen Ablehnung durch die eigenen (neuen) Glaubensbrüder durchsetzen mussten. Daher meinen viele von diesen, unbedingt Vorzeigegläubige werden zu müssen. Damit geht üblicherweise eine Radikalisierung einher. So ist Jindal Pro-Lifer und natürlich Kreationist. Insbesondere letzteres qualifiziert ihn schlichtweg als Vollidioten. In einer besseren Welt würde man so jemanden keinesfalls auch nur ein bißchen an Macht über andere Menschen überlassen. Das zeigt eindeutig wie hirnrissig jene sind, die ihm zu einem solchen Amt verholfen haben.


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#5
26.01.2015
16:42:45
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Alex


Genau dieselbe Strategie fährt die CDU-CSU in Deutschland:

Wenn man keine überzeugenden Antworten auf Probleme hat, versucht man es halt mit dem Schüren von Hass und mit plumper Hetze.

Mit der Strategie kann man immer irgendwelche Fanatiker mobilisieren, weil man mangels Argumenten auf der emotionalen Ebene anspricht.

Dass diese Politik auf Kosten von Minderheiten nicht nur billig und pervers ist, sondern auch Geister weckt, die man dann nicht mehr los wird, nehmen die in ihrer Machtgeilheit billigend in kauf. Bzw. freut sie das sogar, da sie ja auch fanatische Homohasser sind.


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#6
26.01.2015
16:58:33
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Simon H


Jetzt hat es schon so viele einschlägige Urteile gegeben, aber die wollen es einfach nicht akzeptieren. Die sind dermaßen in ihrem Hass gefangen, dass sie völlig den Bezug zur Realität verloren haben und in ihre totalitäre Phantasiewelt abdriften.

Die sind so fanatisiert, dass sie für jede noch so kleine Verzögerung sogar Steuergelder verschwenden. Das zeigt, wie radikal und gefährlich die sind. Die würden auch über Leichen gehen.

(Übrigens ist das in Deutschland mit der Union exakt gleich.)


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#7
26.01.2015
17:46:51


(+5, 7 Votes)

Von Harkness


Aha.
Wenn Muslime sich genau an das halten, was ihr heiliges Buch und ihre Religion ihnen sagt, dann ist das sehr sehr schlecht.
Wenn Christen genau an das halten, was ihr heiliges Buch und ihre Religion ihnen sagt, dann ist das gut und muss Gesetz werden.

Egal welche Religion - Fanatismus unterdrückt Menschen und zerstört Leben. Sie sollte gar nichts in einer Regierung und dem Staatswesen zu tun haben.


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#8
26.01.2015
17:47:02


(+3, 5 Votes)

Von agneta
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Dieser Typ ist ja ein Transmensch. Er wurde von Hindu zum Christ. Ja, solche Menschen haben immer mehr Rechte als andere. Der sollte lieber mal nachdenken. Für echte Rednecks ist der doch keiner von Ihnen. Der will Präsident werden ?


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#9
26.01.2015
17:51:21


(+2, 2 Votes)

Von Kokolemle
Aus Herschweiler
Mitglied seit 02.12.2009
Antwort zu Kommentar #3 von Nico


Un vor allen jegliche Änderung der Verfassung der USA zum Nachteil gleichgeschlechtlicher Ehen verbietet also das Ewigkeitsprizip einführt, damit egal welche politische Mehrheit oder Parteien das dann nicht mehr ändern können.


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#10
26.01.2015
17:59:47


(+7, 7 Votes)

Von Sebi
Antwort zu Kommentar #6 von Simon H


Ja, religiöse Fanatiker und alle anderen Faschisten sind immer brandgefährlich. Die sind so extrem radikalisiert, dass sie vor nichts zurückschrecken, wenn sie ihren Willen nicht bekommen.


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