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  • 28.01.2015               Teilen:   |

Sachbuch

Russlands Homo-Filmfestival unter der Lupe

Das Buch über die Entwicklung und Problematik der lesbisch-schwulen Community in Russland ist im Dezember 2014 im Avinus-Verlag erschienen
Das Buch über die Entwicklung und Problematik der lesbisch-schwulen Community in Russland ist im Dezember 2014 im Avinus-Verlag erschienen

Galina Ponomareva betrachtet in "Das internationale lesbisch-schwule Filmfestival "Bok o Bok" die Entwicklung und Problematik der queeren Community in Russland.

"Bok o Bok" (engl. "Side by Side") ist das bisher einzige LGBT-Filmfestival in der Russischen Föderation. Es fand im Jahr 2008 zum ersten Mal statt und entwickelte sich in nur sieben Jahren von einem offenen Dialog zwischen der lesbisch-schwulen Community und der russischen Gesellschaft hin zu einer Plattform für oppositionelle Bewegungen und zu einem Raum der Gegenöffentlichkeit.

Zu Beginn dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung über "Das internationale lesbisch-schwule Filmfestival "Bok o Bok" rekonstruiert Galina Ponomareva die Entwicklung und die Problematik von LGBT-Filmfestivals in Russland. Da es so gut wie keine Forschungsliteratur zu diesem Thema gibt, bezieht die Autorin Informationen in erster Linie aus Zeitungsartikeln der russischen Tages- und Wochenpresse sowie aus Interviews mit den entscheidenden Persönlichkeiten der lesbisch-schwulen Community vor Ort. So kommen zu Wort: die Gründerin von "Bok o Bok", Manny de Guerre, sowie Mahide Lein, Organisatorin des allerersten LGBT-Filmfestivals in Russland (1994) und Gulya Sultanova, derzeitige Direktorin von "Bok-o-Bok" in Sankt Petersburg.

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Einfluss auf die Identitätsbildung von LGBT in Russland

Im zweiten Teil der Arbeit geht die Autorin der Frage nach, inwiefern "Bok o Bok" Einfluss auf die persönliche Identitätsbildung der russischen LGBT-Community und ihrer Mitglieder ausübt. "Die Thematik der LGBT-Lebensweise rückte zwar immer mehr ins Licht der Öffentlichkeit und sorgte überdies weltweit für Aufmerksamkeit, änderte aber wenig an der mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz innerhalb der Russischen Föderation", so ein vorläufiges Fazit. Doch weiter: "Die Organisatoren geben nicht auf. Es lohnt sich […], auch wenn man nur über die rauen Pfade der gesellschaftlichen Intoleranz und des sturen Konservatismus zu den Sternen der Akzeptanz und dem Verständnis gelange …", findet die Autorin und zitiert dabei eine Interviewpartnerin.

Galina Ponomareva betrachtet in "Das internationale lesbisch-schwule Filmfestival "Bok o Bok" sowohl die soziale, politische und gesellschaftliche als auch die individuelle Ebene. Diese Mischung aus persönlichen Einblicken und altuellen Presseberichten lockern den an sich wissenschaftlichen Text auf, so dass er alles andere als staubtrocken daherkommt. Mit diesem Buch wurde erstmals eine Forschungsarbeit zum Thema der LGBT-Öffentlichkeit in Russland veröffentlicht. Die nächsten Arbeiten folgen hoffentlich.

Die Autorin Galina Ponomareva studierte Medien- und Kommunikationswissenschaft und Soziologie (B.A.) sowie Media Studies (M.A.) an der Universität Hamburg. (cw/pm)

  Infos zum Buch
Galina Ponomareva: Das internationale lesbisch-schwule Filmfestival "Bok o Bok". Zur Konstruktion von LGBT-Öffentlichkeit im politischen Kontext der Russischen Föderation (Band 2 der Reihe Edition Medienkulturforschung). 124 Seiten. Softcover. Format: 12 x 19 cm. AVINUS Verlag. Berlin 2014. 14,00 €. ISBN 978-3-86938-061-2
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Tags: bok o bok, filmfestival, galina ponomareva, russland, avinus, side by side
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